Archiv für ‘Ohne Kategorie’ Kategorie

Das reicht für den Rest meines Lebens…

03.02.2012

In unserer Bibliothek stehen etwa 3.000 Bücher. Aufs “Stück” genau weiß das nicht einmal unser - ehrenamtlicher! - “Bibliotheks-Verwalter”. Ein gelernter Bibliothekar oder Buchhändler ist er im Übrigen nicht. Aber trotzdem sehr kompetent.
Das Schönste: Unsere Bibliothek ist zu jeder Tages- und Nachtzeit geöffnet. Aus den alphabetisch geordneten Büchern sucht man sich heraus, was man lesen möchte, trägt Verfasser, Titel, Tag der Ausleihe und natürlich seinen eigenen Namen ein, und das wär’s dann auch. Die meisten Bücher fallen natürlich unter die Rubrik “Belletristik”. Eine “Sonderbehandlung” gibt es für Krimis, von denen wir zunehmend mehr haben. Andere Kategorien sind Medizin, Psychologie; Theater; Natur; Religionen; Musik; Anthologien; Kunst; Reisen; Geschichte und Politik sowie Reisen. Und natürlich als ganz spezielles Thema alles über “Hamburg”.
Es gibt keine Beschränkung hinsichtlich der Anzahl der ausgeliehenen Bücher und die Ausleihzeit ist auch nicht irgendwie begrenzt. Hat man ein Buch ausgelesen, stellt man es an eine bestimmte Stelle im Regal und trägt es in der genannten Liste aus.
Einen großen Anteil an den vorhandenen Büchern haben vor allem die langjährigen Schenkungen seitens der Bewohner. So manch einer bringt mehr Bücher mit als er unterbringen kann. Wer viele neue Bücher kauft, muss oft ebenfalls die alten nach und nach aussortieren. Die werden dann der Bibliothek übereignet oder auf unserem Weihnachtsbasar zum Kauf angeboten. Wobei das eingenommene Geld wiederum für neue Bücher ausgegeben wird. So schließt sich der Kreis und wir kommen immer wieder zu Neu-Anschaffungen. Dabei werden nach Möglichkeit auch Anregungen aus der Bewohnerschaft erfüllt.
Ich selbst hole mir regelmäßig meine Ausleih-Bücher aus den öffentlichen Bücherhallen. Wenn das irgendwann nicht mehr gehen sollte, werde ich bei uns zugreifen. Ich bin ein schneller Leser - noch! - aber der Vorrat ist groß, so dass ich keine Angst haben muss, irgendwann mal ohne etwas zu Lesen da zu stehen.

Was halten Sie von der “Happiness”-Diät?

01.02.2012

Noch nie gehört? Ehrlich gesagt: Ich auch nicht. Bis ich jetzt in meiner TV-Zeitschrift davon gelesen habe. Eigentlich sollte ja wohl jede Diät in Happiness oder Glücklichsein enden, meinen Sie nicht auch? Tun sie aber nicht oder jedenfalls nicht lange. Der sogenannte Jojo-Effekt steht dem entgegen.
Angeblich gibt es den bei der von mir genannten Diät nicht. Aber das sagen wahrscheinlich alle, die mit einer neuen Diät an die Öffentlichkeit gehen. Schließlich ist es ja auch so: Ob es den Jojo-Effekt gibt oder nicht liegt vor allem an demjenigen, der die Diät durchgeführt hat. Wenn er wieder in seine alten Essgewohnheiten zurückfällt, muss er das eben selbst verantworten.
Ich kann hier die Rezepte und zusätzlichen Ratschläge nicht alle wiedergeben. Es gehören Dinge dazu wie “täglich bis zu 2 Liter Wasser trinken” aber nicht nur das, sondern auch viel frisches Obst und Gemüse essen, weil darin oft viel Wasser enthalten ist. So hat eine Weintraube nicht mehr Kalorien als eine Rosine, sättigt aber viel mehr. Außerdem macht ein halbes Pfund Weintrauben zu essen mehr Spaß als ein halbes Pfund Rosinen. Bei den Rosinen kommt ja auch immer noch das Drumrum hinzu, also beispielsweise der Apfelstrudel. Mhm, lecker.
Etwas seltsam mutet es dagegen an, wenn empfohlen wird, “jeden Morgen 2 Eier zu essen”. Wenn ich daran denke, wie viel Cholesterin ich damit tagtäglich zu mir nehme und auch noch die Kalorien dazu, kann ich mir das bei einer Diät eigentlich gar nicht vorstellen, dass das gut sein soll. Trotzdem: Eine Studie soll ergeben haben, dass Eier bei einer Diät den Gewichtsverlust unterstützen. Aber bestimmt gibt es auch Studien, die genau das Gegenteil beweisen. Fürchte ich jedenfalls.
Als Bewohner eines Augustinums, der jeden Mittag mit gleich drei mehrgängigen Menüs verwöhnt wird, kann man sich dauerhaft oder auch von Tag zu Tag zusätzlich für ein Diät-Menü entscheiden. Dann bekommt man ein Fleischgericht geschmort statt gebraten - das spart Fett-Kalorien - und auch die Suppen und Nachtische werden nach Kalorien-Gehalt ausgesucht. Insgesamt soll dieses Menü nur 550 Kalorien enthalten.
Natürlich dürfen Sie sich auch selbst Ihre “Diät” zusammenstellen. Zunächst einmal können Sie beim Mittagessen die Suppe weglassen und stattdessen einen Saft ordern. Auch am Nachtisch lässt sich sparen, wenn Sie ihn durch Obst ersetzen. Äpfel und Bananen sind meistens vorhanden, Orangen ebenfalls, Mandarinen, Birnen und Pflaumen nach Jahreszeit. Kiwis zu meinem Leidwesen nicht immer. Ich nehme sie mir gern für den Abend mit. Da werden sie einfach in der Mitte durchgeschnitten und die beiden Hälften “ausgelöffelt”. Einfach und praktisch.
Wenn ich meine Mitbewohnerinnen und Mitbewohner so beobachte, fällt mir auf, dass die meisten Damen sich gewichtsmäßig im Laufe der Zeit nicht viel verändern, manche Herren hingegen legen sich so peu à peu ein kleines Bäuchlein zu. Ich schließe mich da gar nicht aus. Nur: Irgendwo muss Schluss sein. Happiness hin oder her.

Wir alle wissen: Das Leben ist “endlich!”

29.01.2012

Zuweilen werde ich von Freunden und Bekannten gefragt: Wie hält man das eigentlich aus, wenn um einen herum regelmäßig Menschen sterben? Ich sage dann: Jeder, der den Entschluss fasst, in eine Seniorenresidenz oder ähnliche Institution zu ziehen, weiß ganz genau, dass das Leben endlich ist. Das ist der Lauf der Zeit. “Treffen” kann es jeden. Den 75jährigen, der gerade eingezogen ist genauso wie den, der schon seit 20 Jahren im Hause wohnt und jetzt mehr als Hundert Jahre zählt. Deshalb ist auch jeder mehr oder weniger darauf vorbereitet. Gesprochen wird darüber allerdings so gut wie nie. Kürzlich jedoch sprach mich ein Mitbewohner an und äußerte heftige Kritik an der Stiftsleitung. Er meinte, jetzt würde man es wohl schon nicht mehr für nötig halten, der Bewohnerschaft mitzuteilen, dass jemand gestorben sei.
Ich muss zur Erklärung sagen: Wenn ein Bewohner gestorben ist, findet bei uns jeder am nächsten Tag eine Todesnachricht mit Namen, Todestag und - nicht immer, wenn auch meistens - dem Alter des Betreffenden in seinem Wohnungsbriefkasten. Da ich wusste, dass der Mitbewohner, der sich so bitter beklagte und sogar meinte wir hätten doch wohl als Bewohner-Gemeinschaft einen Anspruch darauf, von den Todesfällen zu erfahren, sich sehr leicht einmal kritisch äußert, ging ich der Sache auf den Grund. Ich erfuhr daraufhin von der Leiterin unserer Bewohner-Betreuung, dass in diesem speziellen Fall der Ehemann, der auch im Hause wohnt, eine Bekanntgabe nicht wünschte. Solch ein Fall sei selten, aber käme - auch auf Wunsch von anderen Hinterbliebenen - schon mal vor, und dass Haus müsste das, allein schon aus Datenschutzgründen, respektieren. Ich habe dann den kritischen Mitbewohner informiert und dabei gedacht, er hätte ja auch mal selber fragen können. Aber die kritischen Mitbewohner machen oft nur dann den Mund auf, wenn sie unter sich sind. Ich finde das schade und denke, dass es ein Mangel an Zivilcourage ist. Aber vielleicht hat derjenige ja schon mal schlechte Erfahrungen gemacht.
Natürlich berührt es einen, wenn ein direkter Wohnungsnachbar verstirbt oder auch jemand mit dem man vielleicht viele Jahre lang mittags bei Tisch gesessen hat, plötzlich nicht mehr da ist. Da muss auch nicht immer gleich das Schlimmste passiert sein. Manch einer, dem es gesundheitlich schlecht geht, zieht sich nach und nach vom gemeinsamen Mittagstisch zurück und isst lieber in seinem Appartement. Da im Augustinum pflegbedürftige Bewohner in ihrem Appartement gepflegt und umsorgt werden, dort also auch ihre Mahlzeiten einnehmen, ändert sich so viel gar nicht. Außer, dass die gewohnten Gesprächspartner fehlen. Es gibt aber auch etliche Bewohner, die im Rollstuhl sitzen und sich von den Pflegekräften in unser Kuppelrestaurant bringen lassen. So können sie weiter an den Gesprächen teilnehmen und sehen etwas von der Welt.
Natürlich ist ein Todesfall für kurze Zeit Gesprächsstoff und Anlass zum Innehalten. Doch nur selten lässt jemand tiefer in sich hinein blicken. Selbst wenn man lange mit einem Mitbewohner oder einer Mitbewohnerin zusammen gesessen hat. Schon bald finden sich neue Gesprächs- und Tischpartner. Das Leben geht weiter. Das ist auch eine Gewissheit, die uns verbindet.

Heute werden schon den Babys die ersten Flötentöne beigebracht

28.01.2012

Ich erinnere mich: Schon in den ersten Schuljahren hatte ich, wenn ich mich an die Hausaufgaben machte, immer das Radio an. Meine Mutter regte das wahnsinnig auf. Sie meinte, ich könnte mich bei dem Gedudel - ich weiß gar nicht mehr, welche Art Musik ich gehört habe - doch gar nicht richtig konzentrieren. Und ob ich das konnte. Bis heute - auch wenn ich diesen Blog schreibe - höre ich Radio. Sollte ich mich ernsthaft konzentrieren müssen, blende ich die Musik in meinem Kopf automatisch aus. Ich höre sie dann gar nicht. Was natürlich auch wieder schade ist.
Für mich gibt es dabei nur einen Sender: Klassik Radio. Mir ist kein anderer Sender bekannt, der so ganz und gar auf klassische Musik setzt, einzig angereichert mit “New Classic”. Das ist in erster Linie “beste” Filmmusik und nicht die avangardistische moderne Musik, die mir Magenschmerzen bereitet, und die ich absolut nicht verstehe, obwohl sie in meinem Abonnement der Hamburger Philharmoniker immer wieder mit angeboten wird. Solch ein staatliches Orchester hat in diesem Lande natürlich auch einen Bildungsauftrag. Ob es dem zahlenden “Kunden” nun gefällt oder nicht.
Was ich noch gut finde bei Klassik Radio ist die Tatsache, dass man auf “Gequatsche” weitestgehend verzichtet. Alle halbe Stunde höchstens 5 Minuten Kurznachrichten (einschließlich Werbung) - das ist alles. Die meist “älteren” Hörer von Klassik Radio sind nun mal für die werbende Wirtschaft mehr oder weniger uninteressant. Gott sei Dank.
Das kann natürlich anders werden, wenn sich nicht nur die Älteren sondern irgend wann auch mal die Jugend für klassische Musik interessiert. Was leicht passieren kann, denn der “Klassik Radio Store” bietet neuerdings eine Doppel-CD “Klassik für Babys” an. Mit Titeln, die das Baby beruhigen, es sanft in den Schlaf wiegen und es darüber hinaus inspirieren. Studien sollen ergeben haben, das auch die Kreativität und die Intelligenz gefördert wird. Ob aus diesen Babys später mal große Musiker oder sogar Komponisten werden, wird die Zeit zeigen müssen. Die CDs sind ja schließlich erst seit kurzem auf dem Markt.
Bekannt ist übrigens seit langem, dass Musik bei Kühen die Milch-Produktion anregt. Zwölf Stunden lang wurden den Tieren gemächliche Titel vorgespielt, was ca. 3% mehr Milch ergab. Bei schnelleren Stücken waren dagegen die Euter weniger gut gefüllt. Der Unterschied dürfte darauf beruhen, dass beruhigende Musik den Stress reduziert.

Und mit welchen Komponisten werden die Babys nun bekannt gemacht?
Es sind unter anderem Johann Sebastian Bach, Händel, Debussy, Brahms und Schumann speziell mit seinen Kinderszenen.
Auch mein Lieblingskomponist Erik Satie ist dabei. Die Gymnopedie Nr. 1., nur 4 oder 5 Minuten lang, beruhigt sogar mich auf der Stelle in jeglicher Stress-Situaton. Sehr zu empfehlen.

Schönes Wetter heute und so nette Leute…

26.01.2012

Man sagt Hamburg ja “beständigen” Regen oder zumindest schlechtes Wetter nach. Welch ein Quatsch. Wer regelmäßig den Wetterbericht im Fernsehen sieht wird nicht umhin kommen, mir Recht zu geben. Ein früheres Kollegen-Ehepaar, das Anfang der 80er Jahre aus München kam und wohl das Schlimmste erwartet hatte, gab seinerzeit zu “Protokoll”, dass sich beide Städte in punkto Regen nichts nehmen würden. Es ist eben alles relativ.
Ich stelle immer wieder fest, dass wir als Anwohner direkt am “Elbstrom” bevorzugt sind. Wenigstens, was die Außentemperatur betrifft. Das Wasser ist zu bestimmten Jahreszeiten wärmer als die Luft und strahlt diese Wärme teilweise ab. Was uns dann tatsächlich mit ein paar Grad mehr zugute kommt.
Viele Jahre lang habe ich die Temperatur mit einem einfachen und billigen Außenthermometer gemessen. Leider konnte ich es nicht am Fensterrahmen festschrauben. Der Rahmen meines Erker-Fensters - es ist das einzige, wenn auch große Fenster meines Appartements - besteht nämlich nicht aus Holz sondern aus Metall. Ergo blieb mir nur ein ganz einfaches Plastik-Thermometer zum Ankleben an die Fensterscheibe. Nachdem binnen kurzer Zeit das zweite Thermometer vom “Winde verweht” wurde habe ich es aufgegeben.
Jetzt ziehe ich meinen Computer zu Rate. Der gibt mir präzise die aktuelle Hamburger Außentemperatur an, außerdem ob es in Kürze regnen wird oder nicht. Bleibt der Wind, der vor allem so manche Bewohnerin davon abhält, sich nach draußen zu begeben. Ich muss zugeben: Er weht manchmal ein wenig heftig. Für mich ist es eine frische Brise, die mich mal ein bisschen durchpustet. Aber so etwas ist eben nicht jedermanns Sache.
Ich habe für den Wind sogar einen gewissen “Gradmesser”. Meinem Fenster gegenüber befinden sich sehr schöne Ein- und Mehrfamilien-Häuser aus Wilhelminischer Zeit. Sie alle haben ziemlich große Vorgärten, in denen Fahnenstangen aufgestellt sind. Daran findet sich die deutsche Flagge - zu Zeiten von Welt- oder Europameisterschaften im Fußball - ferner die Flagge von Schleswig-Holstein oder direkt mir gegenüber die dänische Flagge und darüber noch ein deutscher Wimpel.
Je nachdem, wie stark die Flaggen im Winde flattern, kann ich nicht nur die allgemeine Windrichtung sondern auch die Stärke des Windes ermessen. Na, ja, sagen wir: So ungefähr.
Wenn das Wetter mitspielt, begegnet man sich draußen, grüßt sich freundlich, bleibt zu einem kleinen Klönschnack stehen oder findet sogar jemanden, der einem beim Spaziergang oder beim Gang zum Bus Gesellschaft leistet.
Natürlich kann man auch auf einer der Bänke vorm Haus sitzen oder in einem der Strandkörbe, vorausgesetzt sie stehen nach dem Winter bereits wieder in unserem Augustinum Park.

Ganz aktuell: Es ist 10 Uhr. Mein Computer zeigt für Hamburg eine “volle” Sonne und - 2°, die Faggen wehen relativ kräftig in Richtung Nordsee, also haben wir vermutlich einen ziemlich kühlen Ostwind und damit habe ich, wenn ich gleich zum Bus gehe, Rückenwind. Besser als “Gegenwind”, meinen Sie nicht auch?