Haben Sie eine Ahnung, wie viel Blödsinn allein durch falsche Übersetzungen angerichtet wird?
29.10.2011Der Name Steve Jobs beherrschte in den letzten Wochen die Medien. Der Tod des Mitbegründers der Firma Apple, dem wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt, ist für viele ein Schock. Wem der Name Apple vielleicht nicht viel sagt, der hat bestimmt schon mal das Firmen-Logo, den angebissenen Apfel, gesehen. Ich bin Steve Jobs zum ersten Mal gegen Mitte der 80er Jahre begegnet. Nicht ihm persönlich – um Gottes willen, nein – sondern seinen Ideen. Damals hatte er gerade den ersten „Personal Computer“ in den USA auf den Markt gebracht. Unter der gleichen Bezeichnung „Personal Computer“ kamen die Apple Computer dann auch nach Deutschland. Ein Fehler, der die Firma Apple einiges Geld gekostet haben dürfte.
Der Grund: Den Begriff „Personal Computer“, der groß in allen Anzeigen stand, verstanden die Deutschen wörtlich – als einen Computer für das Personal der großen Unternehmen. Niemand machte sich Gedanken darüber, dass der Begriff „Personal“ im Englischen eine ganz andere Bedeutung hat als im Deutschen. Genau übersetzt hätte es heißen müssen „persönlicher Computer“. Steve Jobs hatte seinen „PC“ als einen Computer für jeden einzelnen von uns konzipiert. Sozusagen als Computer für das heimische Wohnzimmer.
Später hat auch der Letzte begriffen, dass die technischen Innovationen der Firma Apple – iMac, iPod, iPhone und iPad – sich stets an den Wünschen und Erwartungen der Verbraucher orientierten. Aber nicht nur mit bestechender Technik vermochte Jobs die Verbraucher zu überzeugen. Er hatte auch ein besonderes Gespür für das richtige Design. Als bei Apple die Produkte noch graue Kästen waren, soll er einmal zu seinen Mitarbeitern gesagt haben: „Wisst ihr, was nicht stimmt? Unsere Produkte haben keinen Sex.“ Das hat er gründlich geändert.
Für Apple Freaks in aller Welt war Steve Jobs deshalb „iGod“: ein genialer Visionär. Und er wird es wahrscheinlich auch noch lange bleiben. Ich habe jetzt gerade gesehen, dass es auch eine “Mac Bibel 2012″ gibt mit allen nur möglichen Anwendungsbeispielen für alle möglichen Apple-Produkte. Hartnäckig hält sich außerdem das Gerücht, der Meister hätte sich zuletzt noch mit der Entwicklung eines Fernsehers beschäftigt. Also demnächst “iTV” für alle? Man darf gespannt sein.