Archiv für ‘Gesundheit’ Kategorie

“Meine Suppe ess’ ich nicht? Ich esse meine Suppe immer!”

25.02.2012

Im Augustinum Hamburg dürfte eigentlich niemand zum “Suppenkasper” werden. Dafür schmecken unsere Suppen viel zu gut.
Manche verzichten darauf wegen der Kalorien und nehmen dafür lieber einen Saft. Ich lasse lieber etwas vom Hauptgericht stehen, nach dem Motto “Kartoffeln gehören in den Keller”. Nein, das ist nicht ernst gemeint, Ich weiß, dass Kartoffeln gesund sind. Allerdings weniger, wenn sie als Bratkartoffeln auf den Tisch kommen.
Es gibt mittags immer zwei Suppen: Eine klare Brühe mit Einlage und eine, die ich mal pauschal als “Cremesuppe” bezeichnen möchte. In guten und sehr guten Restaurants gibt es in der Regel extra einen Suppenkoch oder “Potager”. “Potage” ist in Frankreich bekanntlich die Suppe, der Potager also derjenige, der die Suppen kreiert. Wir haben, soweit ich weiß, keinen Potager, aber unsere Cremesuppen, von der Senfcreme, die ich so gern mag, über die Rieslingcreme, die Hummercreme bis zur Steckrübencreme sind alle “erste Sahne”. In des Wortes wahrer Bedeutung.
Wenn ich mal “auswärts” esse, ist natürlich auch meistens eine Suppe dabei. Die kostet dann oft mehr als die Hälfte von dem, was ich bei uns für das ganze Menü mit 4 Gängen zu zahlen habe.
Aber dafür haben wir auch keinen extra Potager. Soviel ich weiß.

Wir Älteren haben wenig Grund, uns auf die Welt der Elektroautos zu freuen…

16.02.2012

Die Bundesregierung hat sich ein hohes Ziel gesetzt: Bis zum Jahre 2020 sollen sich auf deutschen Straßen 2 Millionen Elektroautos tummeln. Ein zu hohes Ziel? Immerhin wollen die deutschen Automobil-Konzerne jetzt endlich gemeinsam an der “Elektromobilität” arbeiten. Wir sind ja auch schon ganz schön in Rückstand geraten, verglichen mit den Südkoreanern, Japanern und - ja, auch unseren französischen Nachbarn. Allerdings: Wer mit Strom fahren will, muss mit Sicherheit sehr tief in die Tasche greifen. Er muss auch sehr häufig tanken, da die Reichweite gering ist und bisher kaum jemand weiß, wo er denn tanken kann. Mal ganz abgesehen davon ist auch noch offen, ob es in Zukunft überhaupt genug Strom gibt. Man kann eben nicht die Kernkraftwerke abschalten und dann auch noch am Ende für mehr als 40 Millionen Pkws - so viele gab es im letzten Jahr in Deutschland - Benzin und Diesel durch Strom ersetzen. Wobei auch nur “Öko-Strom” die Energiebilanz der Elektroautos wirklich positiv beeinflusst.
Natürlich, wenn wir an das große Ganze denken, an die Rettung der Welt vor dem Klimawandel und an die schwindenden Ölvorräte, dann wäre eine gut geplante Elektromobilität schon wünschenswert. Da sollten wir Älteren uns nicht ausschließen. Auch wenn der Anteil der über 60jährigen unter den Autohaltern nur bei ca. 27% liegt, und bei den über 80jährigen mit Sicherheit noch viel niedriger. Aber wir sind vor allem auch Fußgänger. Und da ist die Frage: Wer rettet uns, wenn wir als ältere Menschen in Zukunft die heranbrausenden Autos nicht mehr hören? Und möglicherweise auch nicht mehr so richtig sehen?
Das Problem ist erkannt. Politiker, Blindenverbände und sogar die UNO sind sensibilisiert. Elektroautos sind fast lautlos. Insbesondere beim Anlassen des Motors, beim Anfahren und bei Geschwindigkeiten bis zu 20 kmh. Auch wenn ein Elektroauto beim Ausparken rückwärts fährt, hört man nichts. Was manchen lärmgeplagten Großstadt-Bewohner freuen mag, ist für uns Alte also eine latente Gefahr. Wobei noch hinzu kommt, dass mancher ältere Mensch die in Jahrzehnten liebgewonnene Angewohnheit hat, Fußgänger-Überwege links liegen zu lassen. Ganz einfach, um einen oft ärgerlichen Umweg zu vermeiden.
Die lautlosen “Stromer” sollen also zumindest soviel Lärm machen, dass jeder sie bemerkt. Manche Experten fordern sogar, dass ein Elektrofahrzeug durch entsprechende “Lärm-Signale” auch Auskunft über das Fahrverhalten geben soll, wie “beschleunigen”, “verzögern” und “Konstantfahrt”. Andere wiederum halten die ganze Aufregung für einen Sturm im Wasserglas. Sie argumentieren damit, dass heutzutage moderne Autos mit Diesel- oder Verbrennungsmotor schon fast so leise sind wie die künftigen Elektroautos. Technisch gesehen ist es natürlich überhaupt kein Problem, in jedem Elektroauto ein “Sounddesign” zu installieren. Wobei man nur aufpassen müsste, dass niemand übertreibt. Wer hätte nicht gern einen richtig schönen Sportwagen-Sound? Ein Elektro-Polo oder Mini mit Ferrari-Klang - das wär’ doch was. Oder?
„Sound-Ingenieure“ arbeiten bereits an verschiedenen Möglichkeiten für künstliche Warnsignale, die bis zu einem bestimmten Fahrtempo per Lautsprecher unter der Motorhaube oder hinter dem Stoßfänger ausgestrahlt werden sollen. Vielleicht ja nicht andauernd sondern nur dann, wenn ein Meldesystem im Wege stehende Fußgänger erfasst und die entsprechenden Geräusche auslöst.
Ich denke, wir dürfen gespannt sein, was da noch auf uns zu kommt. Wenn wir das noch erleben.

Warum spricht man nicht gleich vom “Tal der Implantate”?

06.02.2012

Irgendein Deutschtümler - oder einfach nur “Besserwisser”? - hat aus dem berühmten amerikanischen “Silicon Valley” im Westen Kaliforniens ein “Silikon-Tal” gemacht. Aus welchem Grunde dürfte für die meisten Leute schleierhaft sein. Für die Experten sowieso. Ja, wenn hinten dran am “Silicon” noch ein “e” gewesen wäre, dann hätte man darüber reden können. So redet man auch, aber lacht sich gleichzeitig halb tot.
Zwar ist der Begriff Silikon im Moment in aller Munde, allerdings nur wegen der minderwertigen Brustimplantate und ihren möglichen Folgen. Auf Englisch heißt “Silicon” ohne “e” nämlich Silizium. Und Silizium ist der wichtigste Rohstoff für die zahlreichen Hochtechnologie-Unternehmen, die sich in dem nach diesem Rohstoff benannten “Silicon Valley” niedergelassen haben.
Das “Silicon Valley” ist also von Brustimplantaten so weit entfernt wie Kalifornien von Deutschland. Geographisch umfasst es das Santa Clara Valley sowie die südliche Hälfte der Halbinsel von San Francisco und reicht von San Mateo bis nach San José - falls Sie im Atlas danach suchen wollen.

Was halten Sie von der “Happiness”-Diät?

01.02.2012

Noch nie gehört? Ehrlich gesagt: Ich auch nicht. Bis ich jetzt in meiner TV-Zeitschrift davon gelesen habe. Eigentlich sollte ja wohl jede Diät in Happiness oder Glücklichsein enden, meinen Sie nicht auch? Tun sie aber nicht oder jedenfalls nicht lange. Der sogenannte Jojo-Effekt steht dem entgegen.
Angeblich gibt es den bei der von mir genannten Diät nicht. Aber das sagen wahrscheinlich alle, die mit einer neuen Diät an die Öffentlichkeit gehen. Schließlich ist es ja auch so: Ob es den Jojo-Effekt gibt oder nicht liegt vor allem an demjenigen, der die Diät durchgeführt hat. Wenn er wieder in seine alten Essgewohnheiten zurückfällt, muss er das eben selbst verantworten.
Ich kann hier die Rezepte und zusätzlichen Ratschläge nicht alle wiedergeben. Es gehören Dinge dazu wie “täglich bis zu 2 Liter Wasser trinken” aber nicht nur das, sondern auch viel frisches Obst und Gemüse essen, weil darin oft viel Wasser enthalten ist. So hat eine Weintraube nicht mehr Kalorien als eine Rosine, sättigt aber viel mehr. Außerdem macht ein halbes Pfund Weintrauben zu essen mehr Spaß als ein halbes Pfund Rosinen. Bei den Rosinen kommt ja auch immer noch das Drumrum hinzu, also beispielsweise der Apfelstrudel. Mhm, lecker.
Etwas seltsam mutet es dagegen an, wenn empfohlen wird, “jeden Morgen 2 Eier zu essen”. Wenn ich daran denke, wie viel Cholesterin ich damit tagtäglich zu mir nehme und auch noch die Kalorien dazu, kann ich mir das bei einer Diät eigentlich gar nicht vorstellen, dass das gut sein soll. Trotzdem: Eine Studie soll ergeben haben, dass Eier bei einer Diät den Gewichtsverlust unterstützen. Aber bestimmt gibt es auch Studien, die genau das Gegenteil beweisen. Fürchte ich jedenfalls.
Als Bewohner eines Augustinums, der jeden Mittag mit gleich drei mehrgängigen Menüs verwöhnt wird, kann man sich dauerhaft oder auch von Tag zu Tag zusätzlich für ein Diät-Menü entscheiden. Dann bekommt man ein Fleischgericht geschmort statt gebraten - das spart Fett-Kalorien - und auch die Suppen und Nachtische werden nach Kalorien-Gehalt ausgesucht. Insgesamt soll dieses Menü nur 550 Kalorien enthalten.
Natürlich dürfen Sie sich auch selbst Ihre “Diät” zusammenstellen. Zunächst einmal können Sie beim Mittagessen die Suppe weglassen und stattdessen einen Saft ordern. Auch am Nachtisch lässt sich sparen, wenn Sie ihn durch Obst ersetzen. Äpfel und Bananen sind meistens vorhanden, Orangen ebenfalls, Mandarinen, Birnen und Pflaumen nach Jahreszeit. Kiwis zu meinem Leidwesen nicht immer. Ich nehme sie mir gern für den Abend mit. Da werden sie einfach in der Mitte durchgeschnitten und die beiden Hälften “ausgelöffelt”. Einfach und praktisch.
Wenn ich meine Mitbewohnerinnen und Mitbewohner so beobachte, fällt mir auf, dass die meisten Damen sich gewichtsmäßig im Laufe der Zeit nicht viel verändern, manche Herren hingegen legen sich so peu à peu ein kleines Bäuchlein zu. Ich schließe mich da gar nicht aus. Nur: Irgendwo muss Schluss sein. Happiness hin oder her.

Wir alle wissen: Das Leben ist “endlich!”

29.01.2012

Zuweilen werde ich von Freunden und Bekannten gefragt: Wie hält man das eigentlich aus, wenn um einen herum regelmäßig Menschen sterben? Ich sage dann: Jeder, der den Entschluss fasst, in eine Seniorenresidenz oder ähnliche Institution zu ziehen, weiß ganz genau, dass das Leben endlich ist. Das ist der Lauf der Zeit. “Treffen” kann es jeden. Den 75jährigen, der gerade eingezogen ist genauso wie den, der schon seit 20 Jahren im Hause wohnt und jetzt mehr als Hundert Jahre zählt. Deshalb ist auch jeder mehr oder weniger darauf vorbereitet. Gesprochen wird darüber allerdings so gut wie nie. Kürzlich jedoch sprach mich ein Mitbewohner an und äußerte heftige Kritik an der Stiftsleitung. Er meinte, jetzt würde man es wohl schon nicht mehr für nötig halten, der Bewohnerschaft mitzuteilen, dass jemand gestorben sei.
Ich muss zur Erklärung sagen: Wenn ein Bewohner gestorben ist, findet bei uns jeder am nächsten Tag eine Todesnachricht mit Namen, Todestag und - nicht immer, wenn auch meistens - dem Alter des Betreffenden in seinem Wohnungsbriefkasten. Da ich wusste, dass der Mitbewohner, der sich so bitter beklagte und sogar meinte wir hätten doch wohl als Bewohner-Gemeinschaft einen Anspruch darauf, von den Todesfällen zu erfahren, sich sehr leicht einmal kritisch äußert, ging ich der Sache auf den Grund. Ich erfuhr daraufhin von der Leiterin unserer Bewohner-Betreuung, dass in diesem speziellen Fall der Ehemann, der auch im Hause wohnt, eine Bekanntgabe nicht wünschte. Solch ein Fall sei selten, aber käme - auch auf Wunsch von anderen Hinterbliebenen - schon mal vor, und dass Haus müsste das, allein schon aus Datenschutzgründen, respektieren. Ich habe dann den kritischen Mitbewohner informiert und dabei gedacht, er hätte ja auch mal selber fragen können. Aber die kritischen Mitbewohner machen oft nur dann den Mund auf, wenn sie unter sich sind. Ich finde das schade und denke, dass es ein Mangel an Zivilcourage ist. Aber vielleicht hat derjenige ja schon mal schlechte Erfahrungen gemacht.
Natürlich berührt es einen, wenn ein direkter Wohnungsnachbar verstirbt oder auch jemand mit dem man vielleicht viele Jahre lang mittags bei Tisch gesessen hat, plötzlich nicht mehr da ist. Da muss auch nicht immer gleich das Schlimmste passiert sein. Manch einer, dem es gesundheitlich schlecht geht, zieht sich nach und nach vom gemeinsamen Mittagstisch zurück und isst lieber in seinem Appartement. Da im Augustinum pflegbedürftige Bewohner in ihrem Appartement gepflegt und umsorgt werden, dort also auch ihre Mahlzeiten einnehmen, ändert sich so viel gar nicht. Außer, dass die gewohnten Gesprächspartner fehlen. Es gibt aber auch etliche Bewohner, die im Rollstuhl sitzen und sich von den Pflegekräften in unser Kuppelrestaurant bringen lassen. So können sie weiter an den Gesprächen teilnehmen und sehen etwas von der Welt.
Natürlich ist ein Todesfall für kurze Zeit Gesprächsstoff und Anlass zum Innehalten. Doch nur selten lässt jemand tiefer in sich hinein blicken. Selbst wenn man lange mit einem Mitbewohner oder einer Mitbewohnerin zusammen gesessen hat. Schon bald finden sich neue Gesprächs- und Tischpartner. Das Leben geht weiter. Das ist auch eine Gewissheit, die uns verbindet.