“Großvater” hat gekleckert…

Geschrieben am 19.02.2012 von Uwe Neumann

Ich glaube, es ist eine Geschichte, die wir vor allem aus Märchen kennen. Da wird nicht selten der alte Großvater - es sind seltsamerweise immer die Großväter und nicht die Großmütter - beim Essen an den Katzentisch verbannt. Die erwachsenen Kinder mögen es nicht länger mit ansehen, wie der alte Großvater sich beim Essen ungeschickt anstellt und sich bekleckert. Dann sind es oft die Enkelkinder, die auf irgendeine Art und Weise den Finger in die Wunde legen und den geliebten Großvater aus der misslichen Lage “befreien”.
Bei uns sind die “Alten” allein und müssen für sich selber sorgen. Sie selbst sehen allenfalls an ihrer Kleidung oder an der Tischdecke, ob ihnen ein Malheur passiert ist. Vielleicht werden sie auch fürsorglich von ihren Tischnachbarn in freundlicher Art und Weise darauf aufmerksam gemacht. Wenn es allerdings häufiger vorkommt, kann es passieren, dass der Betreffende sich aus eigenem Antrieb zurück zieht und sich das Essen künftig in sein Appartement bringen lässt.
Ich war kürzlich ziemlich entsetzt, als ich den untrüglichen Beweis, dass es zum Nachtisch Schokoladen-Pudding gegeben hatte, auf meinem Hemd entdeckte. Ich hoffe, es war vorläufig ein einmaliger Ausrutscher - wo ich doch so gerne Schokoladen-Pudding esse.

6 Kommentare auf ““Großvater” hat gekleckert…”

  1. Gitta Rinne schreibt:

    Hallo, lieber U.N. -
    es ist doch seltsam, wie einem manche Märchen auch nach so vielen, vielen
    Jahren immer noch gegenwärtig sind: ist es nicht von den Gebrüdern Grimm?
    Ich habe das Bild vor Augen, wie der Großvater auf der Ofenbank eines grünen
    Kachelofens sitzt und seine Suppe mit einem Holzlöffel aus einer Holzschüssel
    essen muß! Es hat mich damals (ich konnte wohl gerade lesen) ungeheuer beschäftigt und erschüttert - und dieses Bild habe ich über all die Jahre (ich bin inzwischen 79 und kleckere auch) nicht vergessen.
    Beste Grüße an die Elbe - G.R.

  2. Uwe Neumann schreibt:

    Hallo, liebe Hilla Rinne:
    Wie tröstlich - wir sind fast gleichaltrig, haben die gleichen Erinnerungen und kleckern - zwar nicht gleichzeitig, aber immerhin. Gruß U. N.

  3. Sibylle G. schreibt:

    Lieber U.N.,
    Kleiner Tipp!
    Seit schon etwas länger gibt es auf Anfrage bei “Frau Frische Brise”
    (http://berlinerluftinhamburg.blogspot.com)
    Esslätzchen für Erwachsene, die man auch ganz fein unter dem Sakko verstecken kann!
    Liebe Grüße, Sibylle

  4. Uwe Neumann schreibt:

    Oh, nein, bitte nicht. Ich will auch immer artig sein. Außerdem trage ich nur ganz selten ein Sakko und eine Krawatte, die manches auffangen könnte, schon sowieso nicht. U. N.

  5. Spatzileinkannstdumirnocheinmalverzeihn schreibt:

    So fängt das an. Weiter ging es bei meinem Grossvater mit Senilität. Dann nahm er nach jedem Essen das Gebiss aus dem Mund und leckte es ab. Dies fand die Freundin meines Cousins so ekelig, dass sie sich von ihm trennte. Daraufhin zog mein Cousin weit weg, nach FFM. Und Onkel und Tante pflegten den Grossvater weiterhin, bis er starb, es war ja etwas mehr Platz in der Wohnung…

  6. Sibylle G. schreibt:

    Ja U.N.,
    mein Beitrag war ironisch gemeint - so schnell kann man mißverstanden werden!!!!!!

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