Nicht wenige Menschen haben zwei rechte oder zwei linke Augen - politisch gesehen

Geschrieben am 09.02.2012 von Uwe Neumann

Das wurde mir mal wieder klar, als ich in letzter Zeit die Diskussion über die Neonazi-Morde verfolgen konnte. Natürlich werden die “öffentlich” mehr oder weniger verurteilt. Was mich wahnsinnig irritiert hat, war und ist die Stellung des Verfassungsschutzes in den verschiedenen Ländern aber auch im Bund. Die Presse wirft den Behörden - auch die Polizei wird da genannt - Schlamperei vor. Anders sei es nicht erklärbar, dass man die Mörder über 10 Jahre aus den Augen verloren habe, obwohl sie immer noch weiter mordeten.
Ich denke, auch die Mitarbeiter im Verfassungsschutz sind Menschen mit all ihren Fehlern und Eigenarten. Aber gerade bei den Schützern der Verfassung gibt es ein eindeutiges “Feindbild”. Dieses Feindbild waren über viele Jahrzehnte die Staaten des “Ostblocks” und ihre Spione und dabei gleichzeitig auch die linke Szene in der Bundesrepublik. Zum überwiegenden Teil ist Letzteres offensichtlich auch heute noch so. Die Tatsache, dass der Verfassungsschutz ungeniert Bundestags-Abgeordnete der LINKEN observiert sollte zu denken geben. Immerhin hat der Bundestag jetzt beschlossen, einen Untersuchungsausschuss einzurichten, der die Mordserie der Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund und die damit verbundenen Versäumnisse der Ermittlungsbehörden unter die Lupe nehmen soll.
Wer immer wieder einseitig seine “linken” Augen schärft, der wird wahrscheinlich - absichtlich oder unabsichtlich - auf den “rechten” Augen blind. Das ist möglicherweise sogar menschlich verständlich. Trotzdem sollten wir es niemandem so ohne weiteres durchgehen lassen. Ich bin daher sehr gespannt, was der Untersuchungsausschuss am Ende zu Tage fördern wird. Und wie dann die Konsequenzen aussehen werden. Vorausgesetzt, es gibt welche.

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