Schönes Wetter heute und so nette Leute…

Geschrieben am 26.01.2012 von Uwe Neumann

Man sagt Hamburg ja “beständigen” Regen oder zumindest schlechtes Wetter nach. Welch ein Quatsch. Wer regelmäßig den Wetterbericht im Fernsehen sieht wird nicht umhin kommen, mir Recht zu geben. Ein früheres Kollegen-Ehepaar, das Anfang der 80er Jahre aus München kam und wohl das Schlimmste erwartet hatte, gab seinerzeit zu “Protokoll”, dass sich beide Städte in punkto Regen nichts nehmen würden. Es ist eben alles relativ.
Ich stelle immer wieder fest, dass wir als Anwohner direkt am “Elbstrom” bevorzugt sind. Wenigstens, was die Außentemperatur betrifft. Das Wasser ist zu bestimmten Jahreszeiten wärmer als die Luft und strahlt diese Wärme teilweise ab. Was uns dann tatsächlich mit ein paar Grad mehr zugute kommt.
Viele Jahre lang habe ich die Temperatur mit einem einfachen und billigen Außenthermometer gemessen. Leider konnte ich es nicht am Fensterrahmen festschrauben. Der Rahmen meines Erker-Fensters - es ist das einzige, wenn auch große Fenster meines Appartements - besteht nämlich nicht aus Holz sondern aus Metall. Ergo blieb mir nur ein ganz einfaches Plastik-Thermometer zum Ankleben an die Fensterscheibe. Nachdem binnen kurzer Zeit das zweite Thermometer vom “Winde verweht” wurde habe ich es aufgegeben.
Jetzt ziehe ich meinen Computer zu Rate. Der gibt mir präzise die aktuelle Hamburger Außentemperatur an, außerdem ob es in Kürze regnen wird oder nicht. Bleibt der Wind, der vor allem so manche Bewohnerin davon abhält, sich nach draußen zu begeben. Ich muss zugeben: Er weht manchmal ein wenig heftig. Für mich ist es eine frische Brise, die mich mal ein bisschen durchpustet. Aber so etwas ist eben nicht jedermanns Sache.
Ich habe für den Wind sogar einen gewissen “Gradmesser”. Meinem Fenster gegenüber befinden sich sehr schöne Ein- und Mehrfamilien-Häuser aus Wilhelminischer Zeit. Sie alle haben ziemlich große Vorgärten, in denen Fahnenstangen aufgestellt sind. Daran findet sich die deutsche Flagge - zu Zeiten von Welt- oder Europameisterschaften im Fußball - ferner die Flagge von Schleswig-Holstein oder direkt mir gegenüber die dänische Flagge und darüber noch ein deutscher Wimpel.
Je nachdem, wie stark die Flaggen im Winde flattern, kann ich nicht nur die allgemeine Windrichtung sondern auch die Stärke des Windes ermessen. Na, ja, sagen wir: So ungefähr.
Wenn das Wetter mitspielt, begegnet man sich draußen, grüßt sich freundlich, bleibt zu einem kleinen Klönschnack stehen oder findet sogar jemanden, der einem beim Spaziergang oder beim Gang zum Bus Gesellschaft leistet.
Natürlich kann man auch auf einer der Bänke vorm Haus sitzen oder in einem der Strandkörbe, vorausgesetzt sie stehen nach dem Winter bereits wieder in unserem Augustinum Park.

Ganz aktuell: Es ist 10 Uhr. Mein Computer zeigt für Hamburg eine “volle” Sonne und - 2°, die Faggen wehen relativ kräftig in Richtung Nordsee, also haben wir vermutlich einen ziemlich kühlen Ostwind und damit habe ich, wenn ich gleich zum Bus gehe, Rückenwind. Besser als “Gegenwind”, meinen Sie nicht auch?

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