Wie man mit Brötchen aus Hannover das Sommerloch stopft
Geschrieben am 16.08.2010 von Uwe NeumannIch stamme aus Hannover. Bisher habe ich immer gedacht, das Besondere an Hannover wäre, dass man dort das beste Deutsch spricht. Jetzt sieht es plötzlich so aus, als würden möglicherweise auch die begehrtesten Brötchen aus Hannover kommen. Brötchen für den Herrn Bundespräsidenten im Schloss Bellevue in Berlin. Sozusagen „staatstragende“ Brötchen. Nun hat der Herr Bundespräsident seinen letzten Arbeitsplatz in besagter Stadt Hannover gehabt. Ist das Ganze also ein „Beziehungs-Deal“?
Irgendein selbstredend ungenannter Informant muss die Brötchen-Story einem Journalisten verraten haben. Der wiederum hatte wohl nichts Besseres zu tun, als sich mit Genuss dieser Story zu widmen und damit das Sommerloch zu füllen. Mehrmals im Monat soll sich also der Bundespräsident Backwaren aus Hannover liefern lassen, vor allem Brötchen. Aber auch einige seiner Vorgänger haben sich offenbar schon in Hannover bedient, ebenso einige Berliner Spitzenhotels. Wird kolportiert. Was Wunder, dass so etwas der Berliner Bäckerinnung und den Berliner Bäckern im Einzelnen überhaupt nicht schmeckt. Sie sind aufrichtig empört.
Ich habe mir schon überlegt, ob ich vielleicht mal nach einigen Jahrzehnten, in denen ich auch besuchsweise nicht mehr dort gewesen bin, meiner Heimatstadt einen Besuch abstatten sollte. Um meine Geschmacksnerven mal wieder auf Hannover einzustimmen. Ehrlich gesagt habe ich schon gute und weniger gute Brötchen gegessen, aber ob die guten tatsächlich aus Hannover stammten? Ich weiß es wirklich nicht.
Der Name des Bäckers ist inzwischen allgemein bekannt. Es wäre also schon bisher nicht allzu schwierig gewesen, mich an der Quelle mit den Präsidenten-Brötchen zu bedienen. Seitdem ich vor einigen Tagen den Hamburgteil meiner Zeitung gelesen habe, weiß ich, dass es bald noch einfacher wird. Ich muss nämlich gar nicht mehr den hannoverschen Bäcker besuchen, er besucht mich. Besser gesagt: Er wird in Hamburg-Eppendorf – übrigens beste Wohngegend – demnächst eine Filiale eröffnen. Gebacken werden die Brötchen allerdings weiterhin in Hannover und dann 150 km mit dem Lieferwagen nach Hamburg gebracht. Weshalb soll es uns schlechter gehen als dem Herrn Bundespräsidenten?
Was ich noch sagen wollte: Ich kenne einige Bewohner aus Ostberlin, die schütteln sich schon, wenn sie von den West-Brötchen nur hören. Für sie gibt es nur einen wahren Brötchen-Genuss, und das sind die guten alten Ost-Brötchen. Auch Ostdeutsche, die schon vor vielen Jahren „rüber gemacht“ haben, sollen der gleichen Ansicht sein. Ich hoffe, es gibt jetzt keinen Brötchen-Krieg. Unsere Brötchen im Augustinum Hamburg schmecken mir auf jeden Fall gut.
18.08.2010 um 04:13
Wenn wir bloss gute Broetchen hier in U.S. kaufen koenten! Da sind gute Baekerein hier und da, aber wie die guten in Deutschland….nein! Ich suche hier herum aber kann nichts aenliches finden. Ihr habt glueck richtiges, raelles, frisches Brot zu kaufen taeglig!