Spätes Hobby: Schiffsmodelle bauen mit Hilfe aus dem Nähkästchen…
29.07.2010Gut ein Viertel unserer Bewohner im Augustinum Hamburg ist verheiratet. Da hat man natürlich viele Möglichkeiten, zusammen etwas zu unternehmen. Trotzdem haben auch Ehepartner ihre Hobbys, entweder ein gemeinsames oder unterschiedliche. Wie hier eine Ehefrau berichtet:
„Nach unserer Pensionierung haben wir uns natürlich – wie wohl alle Altersgenossen – Gedanken über unsere weitere Lebensgestaltung gemacht. Ich meldete mich gleich in meinem Frauenclub für die Malerei-Abteilung an, wurde aber bald so oft zum Teekochen verdonnert (weil ich den angeblich so gut zubereitete!), dass ich ins Grübeln kam und zur Bridge-Gruppe wechselte – erfolgreich.
Mein Mann dagegen arbeitete im Stillen. Er ging in den Hobbymarkt und kaufte Holzleisten und eine Laubsäge etc., und ich ertappte ihn dabei, wie er aus meinem Nähkorb Stecknadeln und Pailletten (von meiner schicken Abendbluse) stibitzte. Beim Rouladen-Zubereiten bemerkte ich, dass zudem die kürzlich gekauften Zahnstocher verschwunden waren – und er im Keller. Des Rätsels Lösung war, dass er nach Vorbildern aus „Weyers Flotten Taschenbuch“ Schiffe nachbaute und das so exzellent, dass ihm alte Freunde dringend rieten, diese einmal auszustellen.
Jetzt wohnen wir noch nicht ganz 1 Jahr im Augustinum Hamburg. Natürlich brauchte es ein bisschen Zeit, um sich einzugewöhnen. Aber Langeweile haben wir noch nicht empfunden. Die Schiffs-Objekte meines Mannes schlummern aus Platzgründen zu einem größeren Teil noch in Kartons. Aber eine Ausstellung im Augustinum ist bereits geplant und in die Wege geleitet. Im Herbst wird es so weit sein. Da freuen wir uns beide drauf und sind jetzt schon neugierig auf die Resonanz.“
Das war der Bericht, der mir übergeben wurde. Natürlich war ich sofort sehr gespannt, mal so ein Schiffsmodell in Natura zu sehen und verabredete mich mit dem Ehepaar. Vor allem – muss ich ehrlich gestehen – interessierte mich sehr, wozu denn die Pailletten von der schicken Abendbluse gut sein sollten. Jetzt weiß ich es: Sie dienen als Radar-Dome bei den Schiffen. Die Stecknadeln sind zu Masten geworden. Eine ganz schöne „Fummel-Arbeit“, denke ich mir, obwohl manche Schiffe – zum Beispiel etliche Flugzeugträger – eine Länge von annähernd 20 cm haben. Ich habe übrigens nicht nur ein Modell gesehen, sondern es war eine ganze Flotte aufgebaut – die schon genannten Flugzeugträger mit Flugzeugen auf dem Deck, Schlachtschiffe, Kreuzer und viele kleinere Kriegsschiffe. Hinzu kamen noch etliche Handelsschiffe, die mit ihrer mehrfarbigen Bemalung aus der Masse der Kriegsschiffe heraus stachen.
Die Ausstellung ist übrigens bereits terminiert und zwar für den 10. August in unserem Theater-Foyer. Um 17 Uhr wird der “Schiffsmodellbauer” seine Erläuterungen dazu geben. Ich werde bestimmt dabei sein.