Danke für „nichts“…
30.06.2010Waren Sie kürzlich auch freudig erregt, als Sie Post bekamen von der Deutschen Rentenversicherung Bund – früher bekannt unter der einfachen Bezeichnung „BfA“ – und dachten für einen Moment: „Es geschehen noch Zeichen und Wunder“? Eigentlich war ja schon lange in der Presse bekannt geworden, dass an eine Rentenerhöhung in diesem Jahr nicht zu denken war. Wenn man dann in dem genannten Schreiben erst einmal über das wunderschöne Wort „Rentenbestimmungsverordnung“ hinaus gekommen war, wurde allerdings bald klar: Es gibt tatsächlich nichts. Deswegen extra ein Brief? Das wird sich manch einer gefragt haben.
Nun, ich bekomme in normalen Zeiten zu einem bestimmten Zeitpunkt im Jahr eine Erhöhung meiner Firmen-Pension. Oder eben auch nicht. Dazu gibt es keine Nachricht, was ich ziemlich enttäuschend finde. Ich bin also nicht einmal einen Brief wert. Aber immerhin hat man die Portokosten gespart, die bei der Aussendung der Deutschen Rentenversicherung Bund etliche Millionen Euro betragen haben sollen.
„Danke für nichts“ oder „thanks for nothing“ titelte auch die englische Presse nach dem Ausscheiden ihrer Mannschaft bei der Fußball-WM in Südafrika gegen die Deutschen. Wurde vor dem Spiel noch martialisch zum Kampf gegen die „Hunnen“ aufgerufen, war man jetzt ziemlich kleinlaut, aber trotzdem fair und erkannte einen verdienten Sieg der Deutschen an. Von „Hunnen“ war nicht mehr die Rede. Wurde ja auch Zeit, denn die Hunnen sind schließlich seit mehr als eineinhalb Tausend Jahren aus Europa verschwunden. Damals stoppten Römer und Franken – also nach moderner Lesart „Spaghettis“ und „Froschfresser“ – in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern, d. h. mitten in Frankreich, im Jahre 451 das Vordringen der Hunnen ein für allemal. Die Hunnen sind seitdem praktisch nicht mehr existent. Vielleicht eliminiert man sie ja auch bald einmal aus dem Wortschatz unserer englischen Freunde. Wäre doch schön, oder?