Archiv für 05.2010

Wie wir unserem Nachwuchs künftig das Zählen beibringen? Ganz einfach: Eine Milliarde, 2 Milliarden, 3 Milliarden …

31.05.2010

Und falls wir dann gefragt werden: „Ist Milliarde was zu essen?“ Dann können wir mit gutem Gewissen – noch! – sagen: „Nein, liebes Kind, aber mit einer Milliarde kannst du so viel essen, wie du willst.“
Ich fürchte, ich habe während meiner Kindheit – und für lange Zeit auch später noch – gar nicht gewusst, dass es neben Millionen auch Milliarden gibt. Und wenn ich so manches Mal in den Nachrichtensendungen etwas genauer hinhöre, stelle ich immer wieder fest, dass selbst die Nachrichten-Profis so ihre Schwierigkeiten damit haben, beides ordentlich einzuordnen. Entweder gucken die nicht immer richtig ins Manuskript, oder der Schreiber des Manuskripts hat nicht richtig recherchiert oder falsch gerechnet. Dabei liegen doch zwischen einer Million und einer Milliarde im Grunde nur drei Nullen. Und was ist schon eine Null? Nichts! Und drei mal “Nichts” bleibt auch “Nichts”. Vielleicht denken ja auch Nachrichtensprecher so?
Frage: Ob wir schon in irgendeinem Augustinum einen Milliardär haben? Wenn, ja - bitte melden. Den möchte ich mir mal aus der Nähe angucken. Vielleicht kann ich da noch was lernen. Zum Beispiel wie man bis Drei zählt.

Wiedergutmachung für eine Küche, der ich Unrecht getan habe…

26.05.2010

Ich hatte noch nie für Gemüse etwas übrig. Als ich Kind war, haben meine Eltern immer mit mir geschimpft, weil ich nicht genug Gemüse aß. „Gemüse ist doch sooo gesund“ sagten sie und malten schlimme Konsequenzen an die Wand, weil ich nach ihrer Meinung eben nicht genug davon aß. Und auch Obst verschmähte ich meist. „Was aus dir noch mal werden wird…“
Na, ja, was die Gesundheit betrifft, ist das auch wirklich nicht so toll. Muss ich ja gestehen. Deshalb gingen kürzlich mit mir die Gäule durch, und ich wetterte in meinem Beitrag vom 19. 05. kräftig gegen die „Unsitte“ jedes Gericht mit Gemüsestreifen zu verfeinern. Das fand unsere Küche gar nicht nett und hatte bereits vor, mir eine große Schüssel mit Gemüsestreifen zu servieren, um zu zeigen, dass da nicht nur Vitamine sondern auch „viel Geschmack“ drin steckt. Dieser Strafe entging ich nur durch Zufall, da ich an dem bewussten Tag mein Essen abbestellt hatte. Wie ich aus sicherer Quelle weiß.
Am 2. Pfingstfeiertag hatte ich jetzt das 2. Menü bestellt. Laut Karte war das „Aromatisches Wokgemüse mit Eiernudeln und Tofustreifen in Sesamöl“. Nun ist Tofu nicht direkt Gemüse, aber auch nicht meine Leibspeise. Ich fragte also bei der Bestellung, ob es vielleicht auch ohne Tofu ginge. „Selbstverständlich“ war die Antwort. Und dann bekam ich einen Riesenteller mit Eiernudeln und Wokgemüse, in erster Linie wunderbare Austernseitlinge. Das Ganze ausgezeichnet gewürzt und sehr, sehr schmackhaft. Ich wusste bisher schon, dass unsere Küche sehr flexibel ist, wenn es darum geht, einzelne Bestandteile eines Menüs oder auch eines Gerichtes gegen andere auszutauschen. Aber das war heute die Krönung. Danke liebe Köche im Augustinum Hamburg. Danke.

Immer diese Ausreden…

23.05.2010

Ich bin schon immer ein großer „Schaufenster-Gucker“ gewesen. Früher war es mir ein Bedürfnis, heute ist es wegen meiner „peripheren arteriellen Verschlusskrankheit“ oder auf deutsch „Schaufensterkrankheit“ sowohl Bedürfnis als auch Notwendigkeit.
Ich darf sagen: Kein Schaufenster war jemals vor mir sicher. Weder Damen- noch Herrenmode – in dieser Reihenfolge – noch Feinkost, Bücher, Schmuck, Möbel, Sanitär oder Sonstiges. Selbst bei Garten- und Angelgeräten mache ich Halt, obwohl ich nie einen Garten besessen oder nach einem Fisch geangelt habe. Im Ausland war es immer besonders schlimm. Aus Bologna brachte ich mal einen stinknormalen Korkenzieher mit, nur weil er gelb war und so gut in meine Küche passte. Ich habe ihn nie benutzt, da ich noch einen einen weitaus besseren besitze, wenn auch nicht in Gelb.
Mein Rasierpinsel stammt aus Porto – gute Qualität zu einem sensationellen Preis. Meinen Schwiegervater überraschte ich mal mit einer für deutsche Verhältnisse botanischen Rarität, nämlich einem Winter-Jasmin. Das ist eine Pflanze, die mitten im Winter herrlich gelb blüht und ganze Hauswände bedeckt. Ich kaufte sie in der Nähe von Oxford und balancierte sie im Flugzeug auf meinem Schoß. So konnte ich sie unfallfrei nach Hause bringen. Mein Schwiegervater hatte große Mühe, den regelrechten Urwald nach einigen Jahren wieder zu beseitigen.
Schaufestergucken verführt auch zum Einkaufen, wie wir eben gesehen haben. Und so manches Mal bleibt es leider nicht bei Kleinigkeiten. Gott sei Dank habe ich da einen Trick gefunden, sonst wäre ich längst ein armer Mann. Wenn ich mir etwas kaufe, was ich nicht unbedingt brauche, aber sehr gerne haben möchte, sage ich mir immer „das schenke ich mir selbst zum Geburtstag“ oder „das schenke ich mir selbst zu Weihnachten“. Da mein Geburtstag im Juli liegt, geht diese Rechnung hervorragend auf: Die Einkäufe im 1. Halbjahr gehen à conto Geburtstag, die im 2. Halbjahr à conto Weihnachten.
Jetzt wollen Sie wahrscheinlich wissen, ob ich immer bis zum Geburtstag oder bis Weihnachten warte, ehe ich die Geschenke auspacke und mich endgültig daran erfreue?
Sagen Sie: Für wie blöd halten Sie mich eigentlich?

Nichts geht über Gemüsestreifen…

19.05.2010

Manchmal stehen sie auf der Karte, aber meistens nicht. Trotzdem tauchen sie immer irgendwo auf – in der Suppe oder als Beilage zum Hauptgericht, oder als Beilage zur Beilage. Oft sind die Streifen keine Streifen mehr sondern in winzig kleine Abschnitte zerhackt. Der Vorteil ist – für mich, denn ich kann in diesem Falle nicht für andere sprechen – dass man sie dann kaum noch wahr nimmt, geschweige denn schmeckt. Die Frage bleibt: Warum kriegen wir diese Köstlichkeiten überhaupt? Weil Gemüse gesund ist? Wegen der Vitamine? Die bekommen wir in weit größeren Mengen durch die Salate vom Salatbuffet und durch die “echten” Gemüsebeilagen, die eigentlich bei den meisten Hauptgerichten selbstverständlich dazu gehören. Und wie gesagt: Schmecken tun die Gemüsestreifen - oder die Teile davon - eigentlich nach gar nichts.
Vor drei Tagen - ich aß meine Spargelbrühe mit Einlage (Eierstich) - schwammen auf der Brühe die von mir schon erwähnten “Zerhackten”. Darauf hinweisend verwickelte ich unseren Service-Leiter in ein freundliches Gespräch über Sinn und Unsinn der Gemüsestreifen, egal in welcher Form. Er meinte, das sei nichts weiter als “Garnitur”, nur wegen des Aussehens. Nun weiß auch ich: Das Auge isst mit und über Aussehen sollte man vielleicht nicht streiten. Also biss ich tapfer in die Gemüsestreifen-Stückchen und dachte mir mein Teil.

Die Zauberin und die “7 Hündlein”…

14.05.2010

Ich denke, ich habe schon des Öfteren von unserer Bus-Haltestelle erzählt. Es ist die Endhaltestelle des Busses 112. Ganz modern mit 3 Seiten Glas, einem Glasdach und einer Sitzgelegenheit für 3 Personen. Im Winter hinten ziemlich kalt, wenn Sie verstehen, was ich meine. Meistens gehe ich so rechtzeitig aus dem Haus, dass ich ca. 5 Minuten vor Abfahrt des Busses da bin. Dann kriege ich auch meistens einen Sitzplatz.
Von diesem Sitzplatz aus hat man einen guten Blick auf die Straße sowie einige Parkplätze am gegenüber liegenden Straßenrand. Weil diese Plätze meistens besetzt sind, sind man von dem darauf folgenden Fußweg so gut wie nichts.
Gestern waren die Parkplätze alle besetzt. Direkt in meinem Blickfeld stand ein VW Transporter. Auf der mir zugewandten Seitenfläche stand in großen Lettern

„Belle & Wuff“
Hundebetreuung ganztags, halbtags und nachts.

Hinter dem Auto kam eine junge Frau hervor, so zwischen 20 und 30, mit hohen Stiefeln, entsprechenden Hosen und ein Jeansjacke. Genau so, wie man sich eine Hundebetreuerin vorstellt. An der Leine führte sie einen kleinen Hund unbestimmter Rasse. Sie machte die breite Schiebetür des Transporters auf, befreite den Hund von seiner Leine und scheuchte ihn in den Wagen. Dann ging sie zurück und verschwand wieder – für mich unsichtbar – hinter dem Auto.
Sie werden es mir nicht glauben: Dreimal kam und ging die junge Dame und brachte jeweils 2 Hunde zum Vorschein, bei denen sich die gleiche Prozedur wiederholte wie bei dem ersten Hund. Der – wie kleine Hunde so sind – versuchte beim ersten Mal zu protestieren und bellte laut. Worauf die junge Frau ihn offensichtlich ernsthaft zurecht wies. Die anderen Hunde waren bei weitem größer, richtig große Hunde, die gar nicht daran dachten, irgendwelche Sperenzchen zu machen.
Nachdem also 7 Hunde gut untergebracht waren, stieg die junge Dame in den Wagen und zählte noch einmal durch. Ich konnte deutlich sehen, wie sie mit dem Zeigefinger auf jeden einzelnen Hund zeigte und dabei jeden Hund registrierte. Dann verließ sie den Wagen, machte die Schiebetür zu, ging um den Wagen herum und fuhr los.
Ich habe schon oft erlebt, wie sich Herrchen oder Frauchen manchmal „abarbeiten“ mussten, um ihren Liebling im Kofferraum unterzubringen. Aber so etwas wie hier war für mich einmalig: Sieben Hunde – und sicherlich nicht die eigenen – reagierten lammfromm. Nicht einmal, als sie sich allein hinter dem Auto befanden, ist einer von ihnen ausgebüxt. Wenn das nicht an Zauberei grenzt weiß ich’s nicht.
Nachtrag: Ich habe “Belle & Wuff” im Internet gefunden. Die Besitzerin ist 22 Jahre alt. Jeden Vormittag und Nachmittag führt sie die Hunde aus, spielt und tobt mit ihnen - unter anderem auch am Elbstrand. Dabei werden sie offensichtlich auch einer gewissen Dressur unterzogen. Sie werden von zu Hause abgeholt und nachdem sie 2 Stunden ihren Auslauf und ihren Spaß gehabt haben, nach Haus zurück gebracht. Während der Fahrt sind die Hunde mit Gurten befestigt, was ich allerdings nicht mitbekommen habe, aber gern glaube.