Ich denke, ich habe schon des Öfteren von unserer Bus-Haltestelle erzählt. Es ist die Endhaltestelle des Busses 112. Ganz modern mit 3 Seiten Glas, einem Glasdach und einer Sitzgelegenheit für 3 Personen. Im Winter hinten ziemlich kalt, wenn Sie verstehen, was ich meine. Meistens gehe ich so rechtzeitig aus dem Haus, dass ich ca. 5 Minuten vor Abfahrt des Busses da bin. Dann kriege ich auch meistens einen Sitzplatz.
Von diesem Sitzplatz aus hat man einen guten Blick auf die Straße sowie einige Parkplätze am gegenüber liegenden Straßenrand. Weil diese Plätze meistens besetzt sind, sind man von dem darauf folgenden Fußweg so gut wie nichts.
Gestern waren die Parkplätze alle besetzt. Direkt in meinem Blickfeld stand ein VW Transporter. Auf der mir zugewandten Seitenfläche stand in großen Lettern
„Belle & Wuff“
Hundebetreuung ganztags, halbtags und nachts.
Hinter dem Auto kam eine junge Frau hervor, so zwischen 20 und 30, mit hohen Stiefeln, entsprechenden Hosen und ein Jeansjacke. Genau so, wie man sich eine Hundebetreuerin vorstellt. An der Leine führte sie einen kleinen Hund unbestimmter Rasse. Sie machte die breite Schiebetür des Transporters auf, befreite den Hund von seiner Leine und scheuchte ihn in den Wagen. Dann ging sie zurück und verschwand wieder – für mich unsichtbar – hinter dem Auto.
Sie werden es mir nicht glauben: Dreimal kam und ging die junge Dame und brachte jeweils 2 Hunde zum Vorschein, bei denen sich die gleiche Prozedur wiederholte wie bei dem ersten Hund. Der – wie kleine Hunde so sind – versuchte beim ersten Mal zu protestieren und bellte laut. Worauf die junge Frau ihn offensichtlich ernsthaft zurecht wies. Die anderen Hunde waren bei weitem größer, richtig große Hunde, die gar nicht daran dachten, irgendwelche Sperenzchen zu machen.
Nachdem also 7 Hunde gut untergebracht waren, stieg die junge Dame in den Wagen und zählte noch einmal durch. Ich konnte deutlich sehen, wie sie mit dem Zeigefinger auf jeden einzelnen Hund zeigte und dabei jeden Hund registrierte. Dann verließ sie den Wagen, machte die Schiebetür zu, ging um den Wagen herum und fuhr los.
Ich habe schon oft erlebt, wie sich Herrchen oder Frauchen manchmal „abarbeiten“ mussten, um ihren Liebling im Kofferraum unterzubringen. Aber so etwas wie hier war für mich einmalig: Sieben Hunde – und sicherlich nicht die eigenen – reagierten lammfromm. Nicht einmal, als sie sich allein hinter dem Auto befanden, ist einer von ihnen ausgebüxt. Wenn das nicht an Zauberei grenzt weiß ich’s nicht.
Nachtrag: Ich habe “Belle & Wuff” im Internet gefunden. Die Besitzerin ist 22 Jahre alt. Jeden Vormittag und Nachmittag führt sie die Hunde aus, spielt und tobt mit ihnen - unter anderem auch am Elbstrand. Dabei werden sie offensichtlich auch einer gewissen Dressur unterzogen. Sie werden von zu Hause abgeholt und nachdem sie 2 Stunden ihren Auslauf und ihren Spaß gehabt haben, nach Haus zurück gebracht. Während der Fahrt sind die Hunde mit Gurten befestigt, was ich allerdings nicht mitbekommen habe, aber gern glaube.