Archiv für 04.2010

Statistiken sind aller Laster Anfang

10.04.2010

Ich habe schon einige Male leise angedeutet, dass ich ein wenig enttäuscht bin, ob der relativ geringen Zahl an Kommentaren. Zwar kenne ich nicht viele andere Blogs, aber so einige doch. Und da gibt es zum Teil eine weit höhere Resonanz. Allerdings möchte ich solche Kommentare, wie sie dort häufig vorzufinden sind, nicht unbedingt haben. Vielleicht konnten Sie das bei anderen Blogs ja auch schon mal des öfteren beobachten: Banal, nichtssagend, oft beleidigend und noch Schlimmeres. Ein seriöser Blog ist “Silver Surfer”, den Sie in der linken Spalte unter “Links” anklicken können. Aber ich warne Sie: Bringen Sie viel Zeit mit.
Da ich als „Administrator“ des Blogs von der für die „Technik“ verantwortlichen Firma mit etlichen Statistiken zu meinem Blog gefüttert werde, habe ich mich einmal schlau gemacht. Am 01. 03. 2010 konnte ich den folgenden Hinweis lesen:
„Akismet hat Ihre Seite vor 16.469 Spamkommentaren bewahrt.“ Donnerwetter! Zwar besteht mein Blog jetzt bereits seit mehr als zweieinhalb Jahren, aber 16.469 Spamkommentare erschien mir doch ganz schön viel. Soll ich mir jetzt den Kopf darüber zerbrechen, ob da wirklich nur “Spam” ins Gras beißen musste oder vielleicht auch mancher “wertvolle” Kommentar? Bei Statistiken weiß man nie…
Achtung: Jetzt habe ich einen Monat lang die Spamzahlen weiter beobachtet. Und ich kann Ihnen sagen: Für den 31. 03. werden 17.055 Spams angezeigt. Das sind 586 mehr als vor einem Monat. Wir gut, dass ich mich mit denen nicht herum schlagen musste. Und wenn Sie mal einen Kommentar geschrieben haben, der vom “System” nicht aufgezeichnet wurde, versuchen Sie es doch bitte einfach noch mal.

Niemand ist ohne Fehl und Tadel…

10.04.2010

…auch ich nicht. Und offensichtlich auch der Strauß nicht, über den ich mich in meinem letzten Beitrag so nett geäußert habe. Von wegen „zart und saftig“! Zäh sei er gewesen, sogar ziemlich zäh. So äußerten sich heute – unabhängig von einander – eine Mitbewohnerin und ein Mitbewohner. Also muss ich mich denn hier zu einer „Richtigstellung“ bequemen. Vielleicht hatte ich ja das beste Stück vom ganzen Strauß oder einen ganz anderen Strauß. Alles ist möglich! Die Menschen sind ja auch nicht alle gleich, wieso sollten es dann die Strauße sein?
Ich habe aber auch schon mal erlebt, dass am Nachbartisch Schwerstarbeit bei der Verarbeitung eines Schweineschnitzels betrieben wurde, während mein Messer mir die helle Freude bescherte, und das Schnitzel der reine Genuss war.
Vielleicht sollte ich mich das nächste Mal, wenn ich über ein Essen berichte, zunächst ein wenig umhören und Stimmen „einfangen“, ehe ich mich so dezidiert äußere, wie ich es in meinem letzten Beitrag getan habe. Sonst verliere ich noch all’ meine Reputation.

Nach unserem gestrigen Mittagessen hat der Strauß keinen Grund, seinen Kopf in den Sand zu stecken

10.04.2010

Meist gibt es bei uns mittags zwei Fleischgerichte zur Auswahl, manchmal aber auch nur eines und dazu als Alternative Fisch. So war es auch gestern. Das Fleischgericht war auf den ersten Blick vielleicht nicht jedermanns Sache: Es gab nämlich „Gulasch vom Strauß“. Ich weiß nicht, wie viele Strauße es in Deutschland gibt. Anscheinend werden sie nicht gezählt wie Rinder und Schweine und fließen in keine Statistik ein. Aber es müssen eine ganze Menge sein, denn es gibt einige Hundert Straußen-Züchtereien in unserem Lande.
Wie ich darauf komme, dass unser Strauß ein Produkt aus „deutschen Landen“ war? Nun, er schmeckte so gar nicht „wild“. Das Fleisch war wunderbar zart und saftig, absolut mager, ohne das kleinste bisschen Fett. Da habe ich schon ganz anderes Gulasch gegessen. Angeblich ist es fast cholesterinfrei, also auch noch richtig gesund.
Eierlegen kann der Strauß natürlich auch. Ein einziges Ei – so habe ich es im Internet gefunden – wiegt 1,5 Kilo. Kaum vorstellbar. Was man da für eine Menge Rührei machen könnte. Nicht auszudenken. Als „gekochtes“ Ei kann ich es mir allerdings weniger gut vorstellen. Na, ja, ich will das nicht weiter ausführen.
Übrigens: Der bekannte Spruch, dass der Strauß seinen Kopf in den Sand steckt – um sich zu verstecken? – soll wohl so nicht stimmen. Wie dem auch sei: Ich lasse auf den Strauß nichts kommen. Vielleicht haben wir ja bald mal ein schönes Straußen-Steak auf dem Mittagstisch, wer weiß?

113 Stufen bis zum „Gehtnichtmehr“…

10.04.2010

Das Hamburger Augustinum liegt einerseits direkt an der Elbe und auf der anderen Seite fast genauso direkt am Geestrücken, der sich kilometerlang am nördlichen Elbufer hinzieht. Wer diese Anhöhe „ersteigt“ landet am Ende auf der weithin berühmten Elbchaussee mit ihren Villen und hochherrschaftlichen Häusern, ihren Parks und grandiosen Ausblicken. Ich wollte heute allerdings keinen Ausflug unternehmen, sondern nur meinem Zahnarzt, der auf dieser Pracht-Straße seine Praxis hat, einen Besuch abstatten.
Nun heißt es ja „viele Wege führen nach Rom“. Das gilt auch für die Praxis meines Zahnarztes. Der bequemste Weg von uns aus ist der mit dem Bus. Die reine Fahrzeit beträgt keine 10 Minuten, aber ich muss 1 x umsteigen, was den Zeitaufwand – wenn man Pech hat – beträchtlich erhöhen kann. Um einiges anstrengender ist der Weg den „Berg“ hinauf. Man kann auf einer langen, in Kurven verlaufenden Steigung leichten und mittleren Schweregrades sein Ziel erreichen oder auch ganz direkt - Bergsteiger würden wohl sagen “auf der Direttissima” -, indem man in ziemlich gerader Linie viele, viele Stufen erklimmt. Letzteres habe ich heute getan und dabei einzeln die Stufen gezählt. Ich kam auf genau 113 Stufen, die nur von wenigen fast ebenerdigen Teilstrecken unterbrochen wurden. Wie oft ich stehen geblieben bin und mich ausgeruht habe, soll mein Geheimnis bleiben, aber es waren schon etliche Male. Und als ich schließlich die 113 Stufen hinter mir und die Elbchaussee vor mir hatte, ging wirklich nichts mehr.
Da mein Zahnarzt glücklicherweise bei mir nie etwas findet, werde ich die Kletterpartie vermutlich erst in einem Jahr wiederholen müssen. Es sei denn, mich packt der sportliche Ehrgeiz. Aber die Gefahr halte ich für relativ gering. Ich bin doch kein Bergsteiger!

Sich freuen wie ein Stint

10.04.2010

Schon mal gehört? Ist als Redewendung wohl nur in Norddeutschland üblich. So nachzulesen im „DUDEN Redewendungen und sprichwörtliche Redensarten“. Demzufolge steht die Bezeichnung „Stint“ für einen jungen Menschen, der sich eben noch unbekümmert und ausgelassen freuen kann.
Wir konnten uns im Augustinum Hamburg in der vorigen Woche auch freuen, da waren wird nämlich zu einem „Stint-Fest“ eingeladen. Keine Sorge: Wir sind keine Kannibalen. Der „Stint“ ist nämlich auch ein Fisch, den man essen kann. Es gibt Bewohnerinnen und Bewohner, die sich wie die Stinte auf die kurze Stint-Saison freuen. Die beginnt Ende Februar und dauert bis Ende März. In dieser Zeit sammeln sich die Stinte in den Küstengewässern der Nordsee und begeben sich gemeinsam zum Laichen in die Unterläufe der Flüsse, in unserem Falle also der Elbe. Dort werden sie in einem sogenannten „Heringspaternoster“ gefangen.
Die Zubereitung der Stinte ist denkbar einfach: In Roggenmehl gewendet und anschließend ausgebacken. Wir hatten – zum Glück – sehr kleine Stinte, die ohne Kopf ca. 5 – 8 cm lang waren. Da sie weder entgrätet noch ausgenommen werden, ist das genau die Größe, die zartbesaitete Gemüter noch „im Ganzen“ essen mögen. Ein „Happs“ und sie sind weg. Ich will die armen Stinte nicht schlecht machen, die können sich ja nicht wehren, aber erstens ist an ihnen nicht viel dran und zweitens schmecken sie nach nichts. Es ist mehr ein Gefühl, als ein Geschmack.
Ich stehe da mehr auf Tintenfisch-Ringen. Die werden auch schwimmend ausgebacken, haben aber weder Haut, noch Gräten, noch Kopf oder Schwanz, und das „taktile“ Gefühl ist auch besser als beim Verzehren der Stinte. Man kann viel länger darauf rumkauen.
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