Wenn die Stadtverwaltung sich Sand in die Augen streut…
30.01.2010Sie sollte lieber Salz nehmen, das tut wenigstens richtig weh. In den Augen, meine ich. In diesem Winter dürfte es eigentlich „deutschlandweit“ genügend Schnee und Eis gegeben haben, um auch die lahmste Stadtverwaltung endlich auf Trab zu bringen.
Das Streuen von Salz ist in den meisten Städten generell verboten. So auch in Hamburg, weil es angeblich den Pflanzen und Tieren schadet. Das „Nichtstreuen“ von Salz – trotz Eisglätte oder Eisregen – schadet hingegen in erster Linie nur den Menschen. Und auf die kommt es offenbar nicht so sehr an. Ich war heute, am Samstag, in der Stadt unterwegs. Zu Fuß in einer größeren Fußgängerzone und zwar gegen 11 Uhr 30. Einige der Ladenbesitzer hatten ihre Pflicht schon getan, andere fingen gerade damit an. Die Deutsche Post mit einer Straßenfront von mehr als 100 m hatte noch keinen Finger gerührt. Und die Stadtverwaltung interessierte sich offenbar für den großen Rest der Fußgängerzone auch nicht. Unter dem Neuschnee gab es Stellen mit blankem Eis. Stellen, die schon einige Wochen alt sind, wie ich definitiv weiß. Zweimal stand ich dicht davor, mich auf den Hosenboden zu setzen und dabei unter Umständen sogar einen Oberschenkelhalsbruch zu riskieren.
Nichts gegen den Schutz von Pflanzen und Tieren. Aber übertreiben wir nicht manchmal den Schutz von „Minderheiten“ jeglicher Art und vergessen unsere Verpflichtungen, die wir gegenüber dem Gemeinwohl haben? Und gab es in früheren Zeiten nicht auch Pflanzen und Tiere und sogar noch strengere und längere Winter als diesen?