Schon mal was von den „DINKS“ gehört?
28.11.2009Nein, sie stehen nicht auf der Roten Liste, sind nicht vom Aussterben bedroht. Im Gegenteil, es werden eher immer mehr der seltsamen Geschöpfe. Und das, obwohl sie sich mit dem Nachwuchs meistens vornehm zurückhalten oder aber wenigstens sehr viel Zeit lassen. Nicht wenige verzichten sogar bewusst ganz auf das Kinderkriegen. Der Grund: Wenn es dann doch mal passieren sollte, sind sie plötzlich keine DINKS mehr. Und das ist für viele von ihnen ein ziemlicher Schock, zumindest aber eine ganz gehörige Umstellung in ihrer Lebensweise.
DINKS treten selten in Rudeln auf. Aber häufigsten sieht man sie paarweise, viele bleiben ein Leben lang zusammen. Im Aussehen können sie sehr unterschiedlich sein. Man könnte sogar sagen, dass man sie nicht so ohne weiteres als DINKS erkennen kann. In der Gesamt-Population gelten sie als eine Minderheit. Trotzdem ist diese Spezies enorm wichtig für unser Wirtschaftsleben. Ursprünglich kommen die DINKS aus den USA. Genau genommen sind sie nicht mehr als eine „Abkürzung“. Eine Abkürzung, die für „Double Income No Kids“ steht, was auf Deutsch heißt „Doppeltes Einkommen keine Kinder“ oder ganz prosaisch „kinderlose Doppelverdiener“.
Natürlich sind DINKS Menschen – Sie, liebe Leserin, lieber Leser, haben es vielleicht von Anfang an geahnt oder auch gewusst. Es sind (Ehe)Paare, meist um die Dreißig, die beide berufstätig sind, vorläufig oder auch endgültig keine Kinder wollen oder bekommen können und sich lieber ganz auf ihre Karriere konzentrieren. DINKS gehören meist der oberen Mittelschicht an. Dank ihres doppelten, meist recht hohen Einkommens werden sie von der Wirtschaft stark umworben und sind als Käufer außerordentlich beliebt. Sie besitzen meist zwei Autos, haben ein Haus oder eine schöne Wohnung, machen mehrmals im Jahr Kurzurlaub und geben ihr Geld auch sonst großzügig aus. Der Staat überlegt angeblich bereits, wie er von den DINKS profitieren kann. Dass sie relativ viel in die Rentenkassen einzahlen, ist schön und gut, nützt jedoch vor allem ihnen selbst. Aber da die Kinder fehlen, ist das “System DINKS” unterm Strich ein Verlust für die gesamte Volkswirtschaft. Deshalb mehren sich heute die Bemühungen, die DINKS stärker an der Finanzierung des Sozialsystems zu beteiligen. Wie man das schaffen will, ohne andere Bevölkerungsgruppen zu diskrimieren oder zu benachteiligen, ist mir allerdings schleierhaft. Ich bin gespannt.