Archiv für 10.2009

Muss man ein Einser-Abiturient sein, um ein besserer Arzt zu werden?

15.10.2009

Also, ich habe diese These noch nie so ganz nachvollziehen können, aber ich bin ja auch ein blutiger Laie. Jetzt habe ich mit meiner skeptischen Einstellung Unterstützung gefunden. Wundersamer Weise sind sich der Ärztepräsident und die Bundesgesundheitsministerin einmal richtiggehend einig. Nicht nur der Notendurchschnitt sollte beim Auswahlverfahren für das Medizin-Studium berücksichtigt werden sondern auch das soziale Engagement des Bewerbers. Ein freiwilliges soziales Jahr in einem Krankenhaus oder – das sage ich jetzt – in einem Augustinum wären ein gutes Zeichen dafür, dass dieser Mensch sich auch später um Menschen kümmern wird.
Ich bin allerdings auch der Meinung, dass jeder sich das Studium aussuchen kann und sollte, das für ihn nicht nur die größtmögliche Zufriedenheit sondern auch gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Erfolg verspricht. Über viele Jahrzehnte genossen Ärzte nicht nur das größte Ansehen, sie standen auch finanziell sehr gut da. Letzteres hat sich – jedenfalls nach Ansicht vieler Ärzte – seit einiger Zeit erheblich geändert. Deshalb gehen viele junge Ärzte ins Ausland oder in die Industrie. Bei uns in Deutschland entwickelt sich langsam ein Ärztemangel.
Was die Honorare betrifft, so hat sich nach der letzten Honorarreform einiges zum Besseren gewendet. Das ist auch von den Ärzten selbst zu hören. In Hamburg stiegen die Einnahmen um 14%. Das möchten wir Pensionäre und Rentner auch mal haben, oder?

Ich sollte vielleicht mal früher schlafen gehen…

13.10.2009

Heute Morgen bin ich aus dem Bett gefallen. Nein, nicht im übertragenen Sinne sondern buchstäblich. Ob ich noch halb schlief oder halb wach war – auf jeden Fall war ich irgendwie so sehr an den Rand meines Bettes gerutscht, dass ich plötzlich auf dem Fußboden lag. Die frei auf meinem Nachttisch liegende Glasplatte war ein wenig verrutscht, ein kleiner Teller hatte sich selbständig gemacht, aber sonst war nichts passiert. Außer, dass ich jetzt beschloss, mich nicht wieder ins Bett zu begeben sondern nun auch gleich auf zu bleiben.
Die Uhr zeigte fast halb neun. Das ist für mich mehr oder weniger normal. Ein Blick aus dem Fenster belohnte mich mit einem überwältigenden Anblick: Die von der Sonne beschienenen Bäume im gegenüberliegenden Park kündigten farbenfroh den Herbst an – es musste ein toller Tag werden. Vielleicht hätte ich sogleich ungewaschen und ungebügelt nach draußen stürzen sollen, aber wie so oft bei solch schönem Wetter habe ich das nicht getan. Und wie so oft, wenn ich dann aus dem Bad komme und mir mein Frühstück mache, begann der Himmel sich fast unmerklich zu beziehen. So habe ich dann erstmal in Ruhe gefrühstückt. Danach war es dann schließlich ganz zu Ende mit dem Sonnenschein. Also wieder eine Gelegenheit verpasst, aber eine gute Ausrede, erst einmal zur Zeitung zu greifen. Allerdings: Hat man die endlich durchgelesen, kann man sich schon langsam auf das Mittagessen vorbereiten. So ist der Lauf der Welt für einen Bewohner des Augustinums.
Deshalb denke ich immer öfter daran, früher schlafen zu gehen. Das heißt: Eigentlich gehe ich immer früh schlafen. So gegen ½ 1 oder 1. Noch früher geht doch kaum. Oder ich müsste schon am Tag vorher ins Bett gehen. Ob das eine Lösung ist?

Zum guten Ende war alles halb so schlimm…

11.10.2009

Letzten Donnerstag und Freitag sollte die Finsternis über uns hereinbrechen, wie ich in meinem vorigen Beitrag schrieb. Nun, am Donnerstag merkte ich überhaupt nichts, außer, dass mein Internet nicht so wollte wie ich. Ich kam unter anderem nicht an meine Emails ran. Das war nun nicht vorhergesagt worden. Ich muss gestehen, ich fühlte mich nackt und bloß.
Der Freitag kam, an dem wir bis 22 Uhr und länger ohne Strom sein sollten. Ab 14:30 harrten wir alle der Dinge, die da kommen sollten. Eine Mitbewohnerin, mit der ich kurz vor dem Mittagessen vom Bus nach Hause ging, erzählte mir, dass sie ihr „Dampfradio“ entmottet hätte. Ich muss sie wohl ein wenig verständnislos angeguckt haben, den sie fügte hinzu: „Ein uraltes tragbares Radio mit Batteriebetrieb.“ Tatsächlich, so etwas hatte es ja auch mal gegeben. Dabei fiel mir ein, dass die jungen Leute heute allesamt ihre MP3-Player haben. Sie wissen: Diese Dinger von denen man meistens nur die Ohrstöpsel sieht, die aber Hunderte von Musikstücken speichern können. Vielleicht wäre das auch mal eine Idee für uns Ältere. Ich hatte mir für die dunklen Stunden aus der öffentlichen Bücherhalle ein Buch mit Großdruckbuchstaben mitgebracht und war gespannt, ob man das auch nur mit Kerzenschein lesen konnte.
Es dauerte bis ca. 18 Uhr, ehe ich die Probe aufs Exempel machen konnte. Andere Leute hätten sich wohl vorher alles, was sie eventuell brauchen würden, zurecht gelegt. Nicht so Uwe Neumann. Ich musste also zunächst mal nach den Kerzen gucken. OK, ich fand schließlich 3 Stück von unterschiedlicher Höhe und Dicke. Dann aber ging die Suche nach den Streichhölzern los. Ich hatte gedacht, ich hätte haufenweise davon. (Nach einem Feuerzeug habe ich gar nicht erst gesucht, da ich seit einigen Jahren Nichtraucher bin.) Es dauerte eine Weile bis ich ein kleines Streichholzbriefchen aus meinem letzten Spanienurlaub fand. Sie kennen diese Streichhölzer wahrscheinlich: Man muss den Daumen auf das „Zündköpfchen“ halten, und dann das Streichholz mit kräftigem Druck über die Reibfläche ziehen, nicht ohne im richtigen Moment den Daumen weg zu ziehen. Im richtigen Moment heißt nicht zu früh und nicht zu spät. Nachdem ich mit etlichen Streichhölzern Schiffbruch erlitten hatte – waren sie zu alt oder ich zu dumm? – klappte es schließlich doch noch.
Ich hatte es mir gerade mit meinem Buch und meiner Kerze bequem gemacht und zu lesen angefangen – das ging recht gut, denn das Tageslicht war auch noch nicht ganz weg – da war der ganze Spuk auch schon vorüber und das elektrische Licht wieder da. Also: „Viel Lärm um nichts?“ Ich finde nicht. Denn bei Reparaturen kann man nie wissen, wie lange sie benötigen. Und das Wichtigste war ja, dass jeder wusste: Die Fahlstühle gehen eventuell für ziemlich lange Zeit nicht.
Am Samstag brauchte man dann noch bis zum späten Nachmittag, um unseren Internet-Anschluss wieder einzurichten. Da konnte ich mich endlich an nicht weniger als 27 Emails „erfreuen“, die sich angesammelt hatten. Leider waren nur 3 davon „brauchbar“. Aber das kennen Sie wahrscheinlich auch.

Morgen und übermorgen bricht Finsternis über uns herein…

07.10.2009

Zur „Erhellung“ stellt unsere Stiftsdirektion jedem Bewohner eine nagelneue Taschenlampe zur Verfügung. In meiner Lieblingsfarbe Gelb. Die dürfen wir sogar behalten. Was ist passiert? Was wird passieren? Passiert ist, dass unser Notstromaggregat nach 15 Jahren dringend eine neue Steuerungseinheit benötigt. Was wird passieren? Morgen werden die Reparaturarbeiten vorbereitet, und es kann ab 14:30 bis in die Abendstunden hinein immer wieder zu kurzen Strom-Ausfällen kommen. Übermorgen wird es dann dramatischer. Von 14:30 bis 22:00, eventuell noch länger, gibt es überhaupt keinen Strom. Nicht für unsere Lampen, nicht für unsere Radios, nicht für unsere Fernseher oder Computer. Die Kochstellen bleiben kalt, der Kühlschrank eher nicht. Das Telefon – bis auf die Handys oder Mobiltelefone – sagt keinen Piep.
Am Schlimmsten aber: Wir können nicht mehr Fahrstuhl fahren. Obwohl das doch unser liebstes Vergnügen ist – bei 13. Stockwerken. Runter mag es ja auch noch zu Fuß gehen, aber rauf? Vielleicht 1, 2, 3 Etagen, danach wird es „olympisch“. Finde wahrscheinlich nicht nur ich. Notstromaggregate sind unverzichtbar in Krankenhäusern, Hotels und - wie man sieht - auch in Wohnstiften. Wenn sie nicht wären, und es gäbe eine Stromunterbrechung im öffentlichen Netz, müssten Operationen abgebrochen werden, Fahrstühle würden plötzlich stecken bleiben und vieles andere mehr.
Von der Stiftsdirektion haben wir eine ausführliche „Verhaltens-Anweisung” bekommen. Letztlich gibt es so einiges zu bedenken und zu beachten: Nicht mit Zündhölzern spielen, auf Kerzen immer schön aufpassen und einiges mehr. Selbstverständlich sind sämtliche Mitarbeiter bis zum Ende der Arbeiten im Haus und für uns da. Wer will, kann seinen Namen auf eine Liste setzen lassen und angeben, wie oft jemand nach dem Rechten gucken soll.
Sollten wir jetzt also besser für zwei Tage auswandern? Ich hielte das für übertrieben. Aber man kann sich natürlich mit Mitbewohnern verabreden, damit man nicht ganz allein bei Kerzenschein sitzt. Eine gute Flasche Wein hilft dabei sehr. In New York, beim großen Blackout, soll es ja hinterher einen wahren Babyboom gegeben haben. Aber die Gefahr halte ich bei uns für relativ gering. Sie nicht auch?

Weiter zu empfehlen: Eindrucksvolle Rundgänge durch die augustinischen Häuser und ihre Umgebung

04.10.2009

Wollten Sie immer schon mal eines der augustinischen Wohnstifte aus der Nähe besehen? Innen und außen und mit der näheren und weiteren Umgebung? Dann habe ich einen Tipp für Sie, den mir erst kürzlich ein Mitbewohner gegeben hat.
Gehen Sie doch mal auf www.augustinum.de/ und dann auf “Wohnstifte”. Da finden Sie zunächst mal einen Hinweis auf “Hausführungen im Augustinum”. Und zwar direkt vor Ort. Wenn Sie keine Lust haben, deswegen ins Auto, in die Bahn oder ins Flugzeug zu steigen, gibt es auch die Möglichkeit eines virtuellen “Hausrundganges” mittels einer Dia-Schau. Dazu klicken Sie auf “Standorte” und wählen dann den gewünschten Ort aus.
Fangen Sie doch einfach mal mit Hamburg an. Ich finde, der virtuelle Ausflug lohnt sich. Aber ich wohne ja auch dort und bin vielleicht befangen. Auch einige andere Häuser können Sie virtuell besuchen und einen Rundgang per Dia-Schau genießen, so Aumühle, Bad Neuenahr, Freiburg, Heidelberg, Kleinmachnow, Roth, und Überlingen. Weitere Häuser werden folgen. Das habe ich jedenfalls bei „informierten Kreisen“ in Erfahrung gebracht. Viel Vergnügen!