Archiv für 09.2009

Weißblau und „saugut“: Unser Oktoberfest unter der Kuppel

30.09.2009

Gestern war es so weit: Wir haben uns dem großen Vorbild angepasst und den Oktober im September gefeiert. Mit allem was dazu gehört. Zwar hatten wir kein Zelt, aber unsere Kuppel in ca. 50 m Höhe unterm „Himmelszelt“ wie unser Stiftsdirektor launig bemerkte, war bestimmt genauso gut und unserem Alter eher angemessen.
Begrüßt wurden wir wie erwähnt von unserem Stiftsdirektor und einer fröhlichen Damenriege aus der Verwaltung. Fast alle hatten sich ausstaffiert mit Original-Dirndln, nur nicht so offenherzig wie man es aus München kennt. Wollte man uns vielleicht nicht zuviel zumuten? Oder hat die Hamburgerin als solche weniger „Holz vor der Hütten“? Nun, das müssen wir hier nicht klären, und es tat auch dem Spaß, den wir alle miteinander hatten, keinen Abbruch. Vor allem hatten die Damen alles getan, um unsere Kuppel so echt wie möglich auszustatten. Neben weißblauen Girlanden schufen weißblaue Tischdecken und Servietten das richtige Ambiente.
Kulinarisch fehlte es natürlich auch an nichts. Das bayrische Bier gab es als Maß, obligatorisch mit einem Liter – allerdings waren es nur wenige, die sich daran versuchten – aber man konnte ja auch 2 mal oder mehrmals einen halben Liter trinken. Sogar Krüge mit einem Drittel Liter Fassungsvermögen gab es. So kam jeder auf seine Kosten. Natürlich durften auch die typischen bayrischen Schmankerln nicht fehlen: Weißwürscht, Schweinsbraten, Brezn, Obazda, Radi, Bayrische Creme und vieles, vieles mehr.
Als ich nach ca. 4 Stunden ging, war der Abend für einige noch lange nicht zu Ende. Aber ich werde hier natürlich niemanden verraten. Wie käme ich denn dazu…

Heute, am 27. 09., heißt es “Mit dem Fahrstuhl zum Schafott”

27.09.2009

Entschuldigung, das ist natürlich nur ein Filmtitel. (War ein wunderbarer Film der 50er Jahre und das Regiedebüt von Louis Malle mit einer tollen Jeanne Moreau.) Ich hätte natürlich sagen müssen: „Mit dem Fahrstuhl zur Urne”, um präzise zu sein. Das klingt zwar auch ziemlich makaber, aber wenn ich Ihnen sage, dass wir sogar als Kleinstes der augustinischen Häuser in unserem Clubraum unser eigenes Wahllokal haben, wissen Sie natürlich, dass die Wahlurne gemeint ist. Es ist der Wahlbezirk 214 / 05. Rund 800 Bürger sind aufgerufen, hier zu wählen. Und wir stehen im Zentrum, denn niemand ist so nah dran wie wir. Wie gesagt, wir brauchen zum Wählen eben nur in den Fahrstuhl zu steigen. Was ich heute schon vor dem Frühstück getan habe.
Wie viele Bewohnerinnen und Bewohner es mir gleich getan haben? Das weiß ich natürlich nicht. Im Vorfeld der Wahl haben wir viel und häufig diskutiert, so viel ist sicher. Aber was daraus geworden ist? Wer weiß es? Wohl nur die Beteiligten selbst.

Es soll jetzt bitteschön alles so bleiben, wie es ist

24.09.2009

Jahrelang hatte man sich alles so schön vorgestellt. Man wollte zusammen alt werden, Haus und Garten endlich so richtig genießen. Oder die Wohnung, die man mit soviel Liebe eingerichtet hatte. Und dann passierte das Unglück: Der geliebte Partner starb plötzlich und unerwartet. Die Kinder halfen, so gut sie konnten. Trotzdem war nichts mehr so wie vorher.
Nach vielen Gesprächen und Besichtigungen stand es schließlich fest: Der Platz der Mutter und Oma würde in Zukunft im Augustinum sein. Ein schönes 2 ½ Zimmer- Appartement wartete auf sie. Glücklicherweise würde es mit den „Finanzen“ keine Probleme geben. Der Umzug war anstrengend, aber er ging auch vorüber. Viele Erinnerungsstücke und Möbel konnte sie mitnehmen. Die neuen Nachbarn? Schon auf den ersten Blick sehr nett. Man würde sich sicherlich verstehen. Auch die Mitarbeiter oder „Betreuer“ machten einen guten Eindruck. Hilfsbereit, ohne aufdringlich zu sein. So könnte es bleiben. Trotzdem dauerte es doch einige Monate, bis sie sich richtig eingelebt hatte und sagen konnte: „Es ist schön. Jetzt aber soll bitte alles so bleiben, wie es ist.“
Aber wo gibt es das heute noch, dass alles so bleibt, wie es ist? Plötzlich hat der kleine Laden im Erdgeschoss ausgerechnet am Dienstag Nachmittag geschlossen. Oder es wird – aus welchen Gründen auch immer – die Reinigungskraft ausgetauscht, an die man sich gerade gewöhnt hatte. Oder im Restaurant gibt es neue Stühle. Die sind zwar unbestreitbar schöner und bequemer als die alten - das waren sogenannte “Stapelstühle” - , aber etwas schwerer zu bewegen. Dann wiederum gibt es neue Bestecke, die sehen richtig gut aus, fast wie echtes Silber, aber auch an die muss man sich erst  gewöhnen. Weil sie vorne schmaler sind, kann man den Mund nicht mehr so voll nehmen – für manche mag das sogar ein Vorteil sein – aber sie sind auch ein wenig schwerer. Mit dem neuen Besteck rücken wir, was unsere Tischdekoration betrifft, eine Klasse rauf. Jetzt haben wir nämlich auch, wie es sich gehört, kleinere Messer und Gabeln für die Vorspeisen. Unser Service muss von nun an aufpassen, wenn er die Tische eindeckt. Was ich nicht gleich verstanden habe, sind die neuen  XXL-Dessertlöffel, die vor allem kritisiert werden. Aber ich habe so einen Verdacht. In sehr guten Restaurants bekommt man ja sein Dessert nicht in kleinen Schüsselchen, wie bei uns, sondern auf  Tellern, die mindestens so groß sind wie die Essteller. Da braucht man natürlich auch entsprechend proportionierte Dessertlöffel, nicht wahr? Bei einer Frage nach Dessertlöffeln in einem Fachgeschäft bestätigte mir eine Fachfrau, dass Dessertlöffel eine Zwischenstufe seien – sehr viel größer als normale Kaffeelöffel, aber um einiges kleiner als Esslöffel. So, jetzt wissen wir es ganz genau. Und können nur noch fragen: Warum nicht weiterhin die Kaffeelöffeln zu den kleinen Schüsseln und die Dessertlöffel aufsparen für den Fall, dass man uns mal den Nachtisch auf den großen Tellern serviert?
Aber: Sind das wirklich Dinge, die man sich zu Herzen nehmen müsste? Ich glaube eher, das Schlimme ist nicht, dass etwas neu und anders ist. Es ist vielmehr die Tatsache, dass man nicht mehr selbst bestimmen kann, welches Tafelsilber auf den Tisch kommt. Oder wie sehen Sie das?

Nass, trocken oder gar nicht?

23.09.2009

Sie ahnen es: Hier geht es ums Rasieren. Trotzdem dürfen natürlich auch die Damen diesen Beitrag lesen. Nichts ist bedeutender im Leben eines Jungen, wie der Moment, in dem er im Spiegel den ersten Flaum entdeckt, denn dann ist er ein Mann und steht erstmalig vor der Frage: Nass, trocken oder gar nicht? Ich erinnere mich noch gut, dass es zu meiner Zeit gerade die ersten elektrischen Rasierer in Deutschland aufkamen. (In den USA gab es sie schon vor dem 2. Weltkrieg.) Mein Vater, der ein Faible für alles Technische hatte, schenkte mir ein solches Prachtstück. Ich muss sagen: Ich empfand es als eine ziemlich staubige Angelegenheit.
Zwar weiß ich heute nicht mehr, wann das genau war, aber ich bin wohl relativ schnell zur Nassrasur übergegangen. Und nie wieder davon losgekommen. Von da an musste ich mich nicht nur um immer wieder neue Nassrasierer kümmern und immer wieder neue und bessere Klingen, auch die Frage nach der besten Rasierseife und vor allem des Rasierpinsels war zu klären. Irgendwann brachte ich mir aus einem Urlaub in südlichen Gefilden einen Pinsel mit, der mich begeisterte. Die Haare waren aus herrlich weichem Dachshaar, wie ich es so noch nicht erlebt hatte, und es war eine Freude, mich damit einzuseifen. Außerdem muss ich gestehen: Dieser Pinsel schien auch um etliches preiswerter zu sein, als die „Konkurrenz“ in deutschen Landen. Auf jeden Fall hieß es für mich von da an, meine neuen Pinsel in Spanien zu kaufen.
Mein jetziger Pinsel, der mir seit annähernd 10 Jahren treue Dienste leistet, stammt allerdings aus Portugal. Ich machte einen Kurzurlaub in Porto, und da ich auch im Urlaub nichts lieber tue, als shoppen zu gehen und gerade vor dem Schaufenster einer „Perfumeria“ stand, ging ich hinein und wollte mich mal nach den Rasierpinseln umsehen. Bisher kannte ich es nur, dass Rasierpinsel – neben anderem Rasiergerät – in einer verschließbaren Glasvitrine zu finden sind. Schließlich kostet ein ordentlicher Dachshaarpinsel mit ansprechender “Ausstattung” mal leicht zwischen 100 und 200 Euro. Dort war jedoch von Rasierpinseln weit und breit nichts zu sehen. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als einer Verkäuferin in allen Sprachen, die ich kenne meine Wünsche klar zu machen. Als das nichts half, versuchte ich es mit den Händen. Mit dem Erfolg, dass sie schließlich eine Schublade aufzog, und da lagen sie nun, die edlen Stücke. Ich suchte mir einen sehr schönen Pinsel aus und wollte nun aber wissen, wie man denn einen Rasierpinsel in Portugal nennt. Sie nannte ein Wort, und ich glaubte, nicht richtig gehört zu haben. Deshalb bat ich sie, dieses Wort aufzuschreiben. Und da stand nun tatsächlich „Pincel“. Jetzt wissen Sie, wie einfach das Portugiesische ist. Hätte ich das geahnt, ich hätte mir viel Arbeit erspart.
Weshalb ich das hier kundtue? Mein schöner portugiesischer „Pincel“ hat in letzter Zeit das eine oder andere Haar verloren. Wenn das passiert, ist es – anders als bei Menschen – angezeigt, ihn auszusortieren und zu ersetzen. Es wird also langsam Zeit für ein neues Exemplar. Da bei mir Auslands-Reisen nicht mehr opportun sind, muss ich wohl meinen Einkauf hier in Hamburg tätigen. Schade eigentlich.

Pleiten, Pech und Pannen - was tun?

23.09.2009

Das habe ich mich vor einiger Zeit gefragt, als beim Aufruf meines Blogs die Nachricht kam “Server nicht erreichbar”. Natürlich rief  ich sofort die Firma an, die all die technischen Dinge regelt, von denen ich nun wirklich keine Ahnung habe. (Ich hoffe, Sie haben Verständnis dafür.) Der Fehler wurde dann auch relativ schnell behoben. Ich denke, die meisten von Ihnen haben gar nichts davon bemerkt. Jetzt ist ein noch peinlicherer Fehler aufgetreten: Im Blog erschienen zwar die Schlagzeilen der von mir geschriebenen Beiträge, aber leider die Beiträge selbst nicht. Ich konnte das nicht bemerken, da bei mir auf dem Bildschirm alles richtig erschienen ist. Das liegt sicherlich daran, dass ich der “Administrator” des Blogs bin. Als mich schließlich zwei Besucher auf den Fehler aufmerksam machten, habe ich selbstverständlich sofort eingegriffen und jetzt dürfte alles wieder in Ordnung sein. Es tut mir leid, und ich bitte alle, die sich die “Nase gestoßen” haben um Entschuldigung.
Natürlich kann ich nicht ausschließen, dass so etwas wieder passiert. Dann bitte nicht die Geduld verlieren - es kann nicht lange dauern bis die Dinge wieder ins Lot kommen. Ich werde jedenfalls  weiter schreiben, solange ich hier im Augustinum wohne und meine kleinen grauen Zellen noch einigermaßen funktionieren.