Archiv für 07.2009

Wie lange wird es dauern, bis wir „Schlitzaugen“ haben?

09.07.2009

Ich habe schon des öfteren über die Leistungen unserer Küche im Augustinum Hamburg geschrieben. So weit ich mich erinnern kann meistens positiv. Da muss ich auch heute keine Ausnahme machen. Was mir in letzter Zeit aufgefallen ist: Unsere Köche gönnen sich und uns immer öfter Anleihen in der asiatischen Küche. Ein paar Beispiele gefällig? Bitte sehr: „Ente mit Honig und Chili glasiert auf Asia-Gemüse und gebratenen Mienudeln.“ Ein Genuss. Oder: „Gekochtes Rindfleisch in Kokosnussmilch und Ingwer mit Zuckerschoten, Basmatireis und Zitronengrassoße.“ Habe ich leider nicht gegessen, weil es noch etwas anderes gab, auf das ich mich schon lange gespitzt hatte. Oder: “Glasnudelsalat mit gebratenen Tofuwürfeln und viel Sojasoße”. Eigentlich finde ich Tofu immer recht fade, aber gebraten - echt lecker. Und dann schon vor einiger Zeit: „Tempura-Gemüse“ . Einfacher geht’s eigentlich gar nicht: Mehl, Ei und Eiswasser – das scheint mir der Trick zu sein – verrühren und gut würzen. Dann verschiedenes Gemüse in diesem Teig wälzen und goldbraun frittieren. Ich habe selten Gemüse gegessen, dass so schmackhaft war. Weder zu weich noch zu hart. Einfach perfekt.
Und wie ist das nun mit den Schlitzaugen? Jeder weiß, dass das, was wir essen, Einfluss hat auf unsere Gesundheit und auch auf unseren Körperbau. Seit wir genug Fleisch zu essen haben, werden wir von Generation zu Generation größer, und die Herzinfarkte nehmen zu; die mediterrane Küche mit viel Gemüse schützt dagegen vorm Herzinfarkt. Und die asiatische Küche? Logisch, die führt mit der Zeit zu Schlitzaugen. Oder?

Fünf Millionen Tonnen Hühnerfedern warten auf Sie!

07.07.2009

Sie wollen wissen, was ausgerechnet Sie damit anfangen sollen? Nun, eine wachsende Bevölkerung braucht immer mehr Kleidung und die Ressourcen – Wolle, Baumwolle, Seide – werden knapp. Statistisch gesehen benötigt jeder Mensch rund 9 Kilogramm Fasern jährlich. Landwirtschaftliche Anbauflächen lassen sich nicht beliebig erweitern und sollten dringend dem Anbau von Nahrungsmitteln vorbehalten bleiben. Von den 5 Millionen Tonnen Hühnerfedern landen dagegen die meisten auf Mülldeponien. Die Frage ist: Kann man nicht etwas Besseres damit anfangen?
Am Institut für Wollforschung an der Uni Aachen laufen jetzt Versuche, die in den Hühnerfedern enthaltenen Proteine zu Fasern neu zu verknüpfen. Mit Kunstfasern vermischt ließen sich neue interessante Materialien schaffen. Die Festigkeit der Federfasern ist jener von Wolle ähnlich. Also warum nicht in Zukunft „echte“ Wollkleider und Kammgarn-Anzüge aus Hühnerfedern? Schließlich ist Schafwolle das Kleid vom Schaf und Hühnerfedern sind das Kleid von Hühnern. Kleid bleibt Kleid. Oder?
Schlussfrage: Ob wir dann am Ende auch gackern und unsere Frühstückseier selber legen? Unser Koch hätte gegen diese preiswerte Alternative sicher nichts einzuwenden - Hauptsache, die Eier werden hart gekocht.