Ein Hochzeitsfeuerwerk vor unserer Haustür
28.07.2009Den Anstoß gab ein Aushang der Stiftsdirektion in unseren Aufzügen. Da hieß es, dass nebenan im Museumshafen auf einem der Schiffe eine Hochzeitsfeier stattfinden würde. Geplant sei dazu am 25. Juli um ca. 22 Uhr 30 ein kleines Feuerwerk. Nun war das sicherlich nicht als Einladung zum Mitmachen gedacht, sondern eher ein warnender Hinweis für alle, die dann vielleicht schon schlafen würden und nun möglichst nicht vor Schreck aus dem Bett fallen sollten
Ich dachte mir, dass das vielleicht berichtenswert sein könnte und machte mich so gegen 22 Uhr auf den Weg, um nur ja nichts zu verpassen. Als ich aus dem Haus trat, war im Museumshafen nichts zu sehen und zu hören. Die Schiffe lagen still und dunkel da. Da ich nun schon mal draußen war, ging ich zum Fähranleger, der dem Hafen vorgelagert ist. Jetzt wollte ich es doch genau wissen. Das dort liegende Restaurant-Schiff war natürlich erleuchtet, aber das ist es immer – auch um diese Zeit. Mir fiel auf, dass vor dem Schiff, wo bei gutem Wetter auch serviert wird, ungewöhnlich viele eher jüngere Menschen saßen und standen, meist mit Gläsern in der Hand.
Am anderen Ende des Anlegers steht ein Jugendstil-Pavillon, der von der „Hafenverwaltung“ für alles Mögliche genutzt wird. Auch dort schien viel junges „Volk“ zu sein. Man konnte sehen, dass er überfüllt war. Also: Eine Gesellschaft war das auf jeden Fall, aber eine Hochzeitsgesellschaft? Ehrlich gestanden: Ich hätte natürlich jemanden fragen können, aber das erschien mir doch ein wenig zu penetrant neugierig. Also guckte ich mir nur noch ein wenig die nähere Umgebung an, ob da nicht doch irgendwo die üblichen Vorbereitungen für ein Feuerwerk zu sehen waren. Waren sie aber leider nicht.
Ziemlich enttäuscht machte ich mich auf den Rückweg, sprach noch mit unserem Nachtportier, der meinte, es wäre ja noch nicht ganz 22 Uhr 30, und fuhr mit dem Fahrstuhl nach oben. Kaum hatte ich meine Schuhe ausgezogen, da fing es draußen an zu knallen. Sollte ich, oder sollte ich nicht? Als ich noch überlegte, hörte das Knallen auch schon wieder auf. Sehen konnte ich leider nichts, denn mein Fenster geht genau in die falsche Richtung. Nach einer Weile knallte es noch mal, aber dieses Mal noch kürzer. Nun hatte ich die Nase voll.
Am Tag darauf fragte ich einen Bewohner mit „vollem Hafenblick“, was denn nun gewesen sei. Der sagte mir, dass pünktlich um 22 Uhr 30 auf der Elbe eine Schute erschienen wäre, mit einem Sicherheitsabstand von etlichen Metern zum Anleger, und auf diesem Schiff war dann das Feuerwerk vonstatten gegangen. Tja, da konnte ich nicht meckern. Und nach einigem Überlegen war mir auch klar, dass es so gut wie unmöglich gewesen wäre, von den Behörden eine Erlaubnis zum „Feuerwerken“ auf dem Anleger zu bekommen. So aber habe ich wieder etwas dazu gelernt.