Archiv für 06.2009

Ein “gemeiner” Kaufhaus-Automat wollte an mein Vermögen…

10.06.2009

Sie kennen diese “Bonuskarten”, die Ihnen bei jedem Einkauf  jede Menge „Happy Digits“ oder  “Payback-Punkte” versprechen? Es gibt sie von vielen Unternehmen, von Kaufhäusern, Drogerieketten usw., usw. Ich habe etliche in meinem Portemonnaie, eine davon, von einem großen Kaufhaus, war mir immer die liebste, weil ich da meinen Bonus jederzeit in bares Geld bzw. einen entsprechenden Gutschein umwandeln konnte. Jetzt bekam ich kürzlich einen Brief, in dem mir mitgeteilt wurde, man würde diese Karte auslaufen lassen, aber natürlich könnte ich mir bis zum „Soundsovielten“ mein Guthaben, sprich meinen Bonus, auszahlen lassen.
Mir war klar, dass es damit nicht weit her sein würde, denn ich hatte kürzlich erst „kassiert“. Vorgestern war ich nun in dem bewussten Kaufhaus und machte einen Abstecher zum Kundendienst. Dort stand, wie ich wusste, der für die Auszahlung zuständige Automat. Ich steckte meine Karte in den dafür vorgesehenen Schlitz und die Anzeige wies ein Guthaben von 0,52 € aus. Ich drückte auf „Gutschein“ und der Automat beglückte mich mit folgendem Text „Ihr Guthaben beträgt nur 0,52 €. Wollen Sie wirklich den Gutschein haben?“ Ich war selten so sprachlos. Dieser Mistkerl, dieser Gauner, dieser Saupreiß dieser! Will mich doch glatt um meinen wohlverdienten Bonus bringen. Was bildete der sich ein? Gott sei dank blieb es mir überlassen, die Frage mit „ja“ oder “nein” zu beantworten. Natürlich drückte ich “ja”, was denn wohl sonst! Den Gutschein über 0,52 € - das war früher eine ganze Mark – löste ich am Süßwaren-Stand geegen Diät-Pralinen ein. Man gönnt sich ja sonst nichts! Natürlich musste ich kräftig zuzahlen. Aber das machte mir nichts aus, wenigstens hatte ich nichts verschenkt. An niemanden! So!
Hinterher habe ich mir überlegt. Vielleicht war der Automat gar nicht der Bösewicht? Wahrscheinlich war der nur so programmiert, und es  steckte eine ausgeklügelte Strategie dahinter. Bestimmt die Mafia. Oder noch schlimmer: Die Manager! Man hört ja jetzt so viel von geldgierigen Managern. die einzig und allein auf das Kassieren von Bonussen aus sind. Ganz klar: Die wollten sich an meinem Vermögen bereichern. Typisch Manager. Aber denen habe ich was gehustet. Wenn man überlegt, dass das Kaufhaus Millionen Kunden hat, und wenn jeder Kunde so dumm ist…ich mag mir das gar nicht ausdenken!

Sind Radfahrer tatsächlich bessere Menschen?

05.06.2009

Manchmal hat es den Anschein, als wären sie überzeugt davon. Mit der Partei der Grünen fing es vor einigen Jahrzehnten an: Radfahren wurde – für viele, nicht für alle – zur Weltanschauung. Wer mit dem Rad fuhr statt mit dem Auto, durfte sich in der Gewissheit sonnen, ein guter Mensch zu sein, und etwas für die Umwelt zu tun. Man war so „gut“, dass man über manche Verkehrsregeln getrost hinweg sehen konnte. Die waren nur für die Autofahrer und andere Blödiane. Fußgänger zählten sowieso nicht. Mit denen fuhr man „Schlitten“ – auf den Fußwegen.
Inzwischen ist klar, dass gerade Radfahrer an vielen Unfällen beteiligt sind. Und wenn auch nicht immer, so doch in vielen Fällen auch schuld haben. Gerade heute habe ich beobachtet, wie eine Mutter mit drei Kindern gegen alle Regeln verstieß. Vorneweg fuhr der Kleinste – ich schätze so 4 – 5 Jahre, dann kam ein etwas älterer und dann noch ein älterer Junge. Alle trugen sie „Helm“, was ja im Prinzip zu loben ist. Am Ende schließlich fuhr die Mutter. Es war sozusagen eine Entenmutter mit ihr folgenden Jungen, nur umgekehrt. Als ich sie bemerkte, fuhren sie in einer Fußgängerzone. Ob sie das durften oder nicht, mag ich nicht beurteilen. Aber jetzt kommt’s: Die Mutter gab von hinten ihre Anweisungen und die ganze Korona, der Kleinste wie gesagt vorneweg, schwenkten auf den Radfahrweg ein. Leider fuhren sie gegen die Fahrtrichtung. Die Hamburger Polizei achtet zur Zeit sehr auf solche Verstöße. Es könnte also teuer werden. Aber viel schlimmer ist meiner Meinung nach die Gefahr eines Zusammenstoßes mit entgegenkommenden Radfahrern und abbiegenden Autos, die korrekt in der richtigen Richtung fahren. Mir ist es kürzlich als Fußgänger passiert, dass ich aus dem Bus stieg, in die richtige Richtung guckte, nämlich in die, aus der die Radfahrer zu erwarten waren und mich ein „Falschfahrer“ fast „erwischt“ hätte. Er konnte gerade noch ausweichen und mir ein Schimpfwort an den Kopf werfen. Ich warf  es natürlich zurück, aber da war er schon auf und davon. Nebenbei gesagt: Es war kein junger Rowdy sondern ein gestandener Mann von ca. 50 Jahren. Soviel konnte ich noch sehen.  Also: Auch Alter schützt vor Torheit nicht.
Ganz neu ist in verschiedenen Städten der Versuch, Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger fröhlich durcheinander wuseln zu lassen - sozusagen nebeneinander, hintereinander, füreinander. Dafür gibt es auch einen Namen, den ich leider vergessen habe. Er wird sicher irgendwann wieder in meinem Gehirn auftauchen. Nun, so ein Versuch funktioniert sicher nur in vorher bestimmten “Zonen”. Natürlich müssen alle extrem aufeinander Rücksicht nehmen. Vielleicht klappt es ja, und man lernt noch etwas dabei. Wer weiß?

Noch nie war ich so an Politik interessiert wie heute

02.06.2009

Jetzt sagen Sie mal: Ist das eine Alterserscheinung oder was? Aufregend war das politische Geschehen doch schon immer. Ich erinnere nur an den Bau der Mauer, die Kuba-Krise, die Zeit der RAF, den Fall der Mauer und vieles mehr. Natürlich hat man das wahrgenommen, aber ich denke, das alles wurde überlagert vom täglichen Stress im Beruf, von den Kindern, die mehr als nur ein bisschen Aufmerksamkeit brauchten und natürlich auch von dem Wunsch, einfach mal abzuschalten.
Heute habe ich alle Zeit der Welt – es sei denn, ich schreibe gerade einen Beitrag für meinen Blog – mich über das Tagesgeschehen zu informieren und über alles, was so in der Welt passiert. In unserem „Lesezimmer“ finde ich die wichtigsten Tages- und Wochenzeitungen, das Fernsehen bietet eine große Senderauswahl, darunter ganz spezielle Nachrichten-Sender. Ich finde es auch immer wieder interessant, die Nachrichten in den verschiedenen Sendern zu vergleichen, obwohl – so viel weiß ich – die Fakten sowieso von den gleichen Nachrichten-Agenturen kommen wie zum Beispiel dpa, UPI, AFP und einigen anderen. Nur die Aufbereitung in den Redaktionen der Sender ist unterschiedlich, und wer welche Prioritäten setzt. Und das ist manchmal schon einigermaßen erhellend. Finde ich.
Wenn - wie jetzt - Krise und Bundestagswahl zusammen treffen, ist “Politik” natürlich besonders interessant. Vor allem, wie sie mit den Milliarden umgeht. Manchmal hat man den Eindruck, das wäre alles nur “Kleingeld”, womit die Politiker so um sich schmeissen. Richtig oder falsch? Das ist die Frage. Unsere Enkel und Urenkel werden es später mal wissen.