Archiv für 05.2009

Ein Blick aus unserem Fenster ersetzt noch nicht das Wirtschafts-Barometer…

05.05.2009

Manch einer aus unserem Freundes- und Bekanntenkreis denkt offenbar, wir könnten aufgrund der Schiffsbewegungen auf der Elbe sagen, wie es gerade um die deutsche Konjunktur bestellt ist. Eine Mitbewohnerin, deren Appartement nach Süden liegt, mit dem vollen Blick auf die Elbe und die Kaianlagen gegenüber,  erzählte mir kürzlich, dass sie nahezu jeden Tag von den verschiedensten Leuten angerufen würde. Alle wollten sie wissen, ob und wie sehr denn der Schiffsverkehr nachgelassen hätte. Bei 10.000 Schiffen, die jährlich den Hamburger Hafen anlaufen, ist das natürlich schwer zu beurteilen. Man vergisst dabei auch, dass sogar für unsereinen das „Schiffegucken“ auf die Dauer langweilig werden kann. Mein Gott, man hat ja auch noch anderes zu tun. Mal schwimmen gehen, Englisch oder Französisch lernen, Schach spielen,  zu Mittag essen, Mittagsschlaf halten, einen Vortrag hören oder ein Konzert genießen - ich kann gar nicht alles aufzählen. Auch muss man schon die richtige Zeit erwischen, um eine verlässliche Aussage machen zu können. Denn zumindest die dicken Pötte laufen nur bei Hochwasser ein oder aus. Bei Niedrigwasser oder Ebbe reicht für viele die Wassertiefe nicht. Und die seit vielen Jahren diskutierte Elbvertiefung ist noch lange nicht in trockenen Tüchern.  Jetzt wird es wahrscheinlich noch länger dauern, bis man zu “Potte” kommt, wie wir Hamburger sagen.
Ein anderer Punkt: Noch weit wichtiger als die Zahl der Schiffe ist die Anzahl der Container, die sie an Bord haben. Jedoch zumindest da kann ich sagen, dass vor der Krise die aufeinander gestapelten Container manches Mal dem Kapitän total die “direkte”  Sicht nahmen. Hatte ich jedenfalls den Eindruck. Dass ist heute seltener der Fall. Leute, die sich auskennen, könnten auch daran, wie tief ein Schiff im Wasser liegt, ungefähr ermessen, ob es voll beladen ist oder nicht. Aber was ist mit den Schiffen, die mitten in der Nacht ein- oder auslaufen?  Der Hafen schläft nie. Früher, da war das anders, da ruhte nachts und am Wochenende jeglicher Betrieb. Aber heute? Heute wird im Hafen an 363 Tagen und Nächten gearbeitet. Nur am 1. Weihnachtsfeiertag und am 1. Mai ist frei. Auch in schlechten Zeiten kann man sich eine Änderung nicht erlauben.  Aber wir, wir können immer noch selbst bestimmen, wann und wie oft wir uns ans Fenster setzen. Krise hin, Krise her.

Google-Mania – Mord und Totschlag

02.05.2009

In meinem letzten Beitrag „Google-Mania“ ging es um Bildung und Belletristik. Heute will ich den Nachweis erbringen, dass bekannte Krimi-Autoren von heute durchaus auch in dieses Genre gehören. Nehmen Sie nur Namen wie Martha Grimes, Elisabeth George, Henning Mankell und Donna Leon. Sie alle standen schon mehrfach auf der SPIEGEL-Bestsellerliste für  Belletristik.
Eine Gemeinsamkeit der Genannten ist, dass ihre Bücher “Serien-Charakter” haben, das heißt, es gibt eine mehr oder weniger “durchgängige” Rahmenhandlung und eine kontinuierliche Entwicklung im Leben des “Helden”. Martha Grimes lässt ihren Inspector Richard Jury in nicht weniger als 21 Büchern auftreten, Elisabeth George’s Inspector Thomas Lynley ist 16 mal die Hauptperson, und Kurt Wallander bringt es bei Henning Mankell bisher auf immerhin 10 Auftritte. Wer die genannten Autoren  bei Google aufruft - oder auch jeden anderen seiner Wahl - erhält eine ausführliche Würdigung ihrer Persönlichkeit und ihres Werdeganges, sowie  aufschlussreiche Charakterisierungen der handelnden Hauptpersonen. Meistens erfahren Sie auch etwas über die chronologische Reihenfolge der Bücher innerhalb der Serie. Bei Kauf oder Ausleihe kann das durchaus hilfreich sein. Ausführliche Buchbesprechungen finden sie in verschiedenen Beiträgen, daneben Kritiken von Lesern. Wer sich also ein Bild machen will, kann mit einem einzigen Google-Klick voll und ganz auf seine Kosten kommen.
Bei Donna Leon, die ja gerade in Deutschland sehr beliebt ist, spielen nicht nur die Romane sondern auch deren TV-Verfilmung mit deutschen und österreichischen Hauptdarstellern eine bedeutende Rolle. So finden Sie bei Google Wikipedia gleich zwei Beiträge. Der eine behandelt das Leben der Autorin und bringt eine chronologische Aufzählung der Roman-Titel; der andere geht ausschließlich auf die Filme ein. Obgleich ich darauf hinweisen möchte, dass sich die Drehbuch-Autoren nicht immer an die Reihenfolge der Bücher halten. Manchmal entspricht auch die Auflösung des Plots nicht der Romanvorlage. Da könnte ein Vergleich sowohl interessant, als zuweilen auch enttäuschend sein.
Bleiben wir gleich bei den Krimiserien im Fernsehen. Während früher der „Alte“ oder „Derrick“ meistens nur mit einem Partner oder Assistenten die Zuschauer begeisterte  und im Alleingang die Fälle löste, ist es neuerdings vor allem bei den amerikanischen  ein ganzes “Expertenteam”. Da hat man es als Zuschauer nicht immer leicht, sich zurecht zu finden. Umso hilfreicher ist auch hier Google. Wenn Sie den Namen der Serie eingeben – zum Beispiel meine Lieblingsserie Navy CIS oder CSI: NY oder Criminal Intent, um nur einige zu nennen – erfahren Sie wahrhaftig bis ins Detail alles über jedes Teammitglied und seine speziellen Eigenschaften und Kenntnisse. Ein Kenner der Szene hat mir mal verraten, dass jeder der Schauspieler seinen persönlichen Dialog-Schreiber hat, so dass die Authentizität der handelnden Personen immer gewahrt bleibt.
Ich wage zu behaupten: Wer immer Ihr Lieblings-Autor ist oder Ihre Lieblings-Sendung - auch aus deutschen Serien– Sie werden bei Google mehr finden, als Sie sich je vorstellen konnten.
Am nächsten Samstag werden Sie den letzten Beitrag aus meiner Google-Mania-„Serie“ lesen können. Ich habe mein Pulver verschossen und hoffe, dass ich Ihnen bis hierher einige Anregungen geben konnte. Kann sein, dass ich noch mal die eine oder andere Neuigkeit ausgrabe, die will ich Ihnen dann nicht vorenthalten, aber im Grunde genommen wissen Sie jetzt über Google und Internet alles, was ich weiß.