Google-Mania: Thema Gesundheit (2)
07.03.2009In meinem letzten Google-Mania-Beitrag hatte ich Ihnen erzählt, dass mein Arzt „freiwillig“ zugegeben hat, sich hin und wieder im Internet zu informieren. „Informieren“ ist genau das Stichwort: Ärgern Sie sich auch darüber, wenn ein Arzt eine lateinische Diagnose stellt, und Sie nicht wissen, was er denn genau meint? Natürlich kann man nachfragen, aber wer gibt schon gern seine Unkenntnis zu und traut sich? Außerdem: Ob man hinterher sehr viel klüger ist? Ich weiß nicht…
Ich habe mir angewöhnt, gut aufzupassen, was der Arzt sagt und mich hinterher in aller Ruhe und Ausführlichkeit im Internet zu informieren. So geschehen auch vor einiger Zeit, als ich mit sehr unangenehmen Schmerzen im Handgelenk zu ihm gegangen war, und er mir sagte, es könne sich möglicherweise um ein Karpaltunnelsyndrom handeln. Na, ja, ich kenne den Elbtunnel, der ja ganz in unserer Nähe unter der Elbe hindurch führt, aber Karpaltunnel? Aus dem Internet erfuhr ich dann, dass es sich um eine tunnelartige Röhre in der Nachbarschaft des Handgelenkes handelt. Durch eine Einengung oder mechanische Belastung wird der „nervus medianus“ geschädigt, was zu einer schmerzhaften Entzündung führen und eventuell eine Operation erforderlich machen kann. Ursache für das Karpaltunnelsyndrom könnte unter anderem ein bestehender Diabetes sein.
Letztere Aussage erinnerte mich an das „metabolische Syndrom“, das mir bisher noch jeder Arzt um die Ohren gehauen hat, wenn ich über irgendwelche Beschwerden klagte und dabei erwähnte, dass ich seit langem Diabetiker bin. Selbst mein Zahnarzt machte da keine Ausnahme, als ich ihn wegen meines Zahnfleischblutens befragte. Wie, Sie sind erstaunt? Sie kennen dieses Syndrom noch nicht? Dann sind Sie ein glücklicher Mensch.
Laut Google und Wikipedia ist das „metabolische Syndrom“ – häufig auch als die „gefährlichen Vier“ bezeichnet, nämlich Bluthochdruck, erhöhte Blutfette (Cholesterin und Triglyceride), erhöhter Blutzucker (Diabetes) und Übergewicht - der entscheidende Risikofaktor für koronare Herzkrankheiten. Den Begriff also kenne ich seit einigen Jahrzehnten, aber erst vor kurzem kam ich auf die Idee, mich wirklich schlau zu machen. Jetzt weiß ich Bescheid – auch wenn mir das im Einzelnen alles nicht neu ist. Trotzdem: Allein die Tatsache, dass man weiß, wovon der Arzt überhaupt spricht, finde ich irgendwie beruhigend. Sie können ja mal bei Google nachschauen: Stichwort “Metabolisches Syndrom”.
Wegen des Karpaltunnelsyndroms schickte mich mein Arzt übrigens zum Neurologen. Eine Handschiene, die ich nachts tragen musste, sorgte ziemlich schnell für Abhilfe. Operation nicht nötig.
Also: Wenn Sie sich nicht trauen, Ihren Arzt nach der Übersetzung seiner Diagnose zu fragen, dann fragen Sie einfach bei Google nach.
Google-Mania gibt es wieder heute in 8 Tagen.