Archiv für 02.2009

Google-Mania: Thema Gesundheit (1)

28.02.2009

Wir haben alle so unsere kleinen oder größeren Wehwehchen. Von den ganz großen gar nicht zu reden. Bei denen kann Google auch nicht viel helfen. Aber wenn Sie mal wissen wollen, was man gegen Hornhaut unter den Füßen tun kann oder beispielsweise gegen hartnäckige Verstopfung – unter Fachleuten auch „Obstipation“ genannt – dann werden Sie durch einen Blick auf Google bestimmt nicht dümmer.
Ich hatte letztes Mal vorgeschlagen, dass Sie den Begriff Hornhaut eingeben und sehen, was da kommt. Bei mir kam zunächst einmal Werbung und dann – wie fast schon zu erwarten war – als erster Eintrag „Hornhaut – Wikipedia.“ Ich klickte das an und las….
Hornhaut steht für:
* Hornschicht, Stratum corneum, die oberste Schicht der Epidermis, der Haut

* Hyperkeratose, verdickte Haut, zum Beispiel als Folge von mechanischer Beanspruchung

* Hornschwiele, eine Vernarbung der Haut

* Cornea, die Hornhaut des Auges

Und dann folgte noch der Hinweis: Diese Seite ist eine Begriffsklärung zur Unterscheidung mehrerer mit demselben Wort bezeichneter Begriffe.

Jetzt können Sie diese  Begriffe alle anklicken. Bis auf den letzten natürlich. Sie können es aber auch gleich - wie Sie es schon gelernt haben - mit einer Eingrenzung oder Präzisierung versuchen und geben ein: Hornhaut +Fußsohle. Das müsste zum Erfolg führen.
Mein Erfolg war, dass ich in den folgenden Eintragungen etwas von einer Peeling Creme las, was mich einigermaßen in Erstaunen versetzte. Kannte ich doch bis dahin den Begriff „Peeling“ nur aus der Damen-Kosmetik und zwar im Sinne von „Gesichts-Peeling“. Aber warum sollte nicht, was dem Gesicht teuer ist, den Füßen billig sein?
Kommen wir also zum nächsten Begriff, den ich eingangs angeführt habe: Verstopfung oder Obstipation. Angeblich sollen mehr als 30% der Bundesbürger darunter leiden, Frauen noch mehr als Männer. Wieder haben wir also zwei Synonyme, unter denen wir wählen können. Fangen wir mal mit dem guten deutschen Wort „Verstopfung“ an. Es erscheinen Verweise in rauer Menge, oft zusätzlich mit dem Zweitbegriff „Obstipation“. An 8. Stelle – ich hab’s genau nachgezählt – kommt ziemlich spät auch der “sprichwörtliche” Wikipedia-Beitrag. Geben wir jedoch von vornherein den Fachbegriff „Obstipation“ ein, steht der Wikipedia-Beitrag wie gewohnt an 1. Stelle. Wie zu erwarten war, konnte ich aus diesem Beitrag so einiges lernen.
Als ich einige Zeit später meinem Arzt etwas verschämt dieses „Fremdgehen“ gestand, zeigte er mir sein gütigstes Lächeln und meinte sinngemäß: „Auch wir Ärzte kennen und nutzen Google.“ Ich konnte ihm nach meiner Google-Lektüre immerhin einige ganz gezielte Fragen stellen, die er mir auch prompt zu meiner Zufriedenheit beantwortete.
Weiter geht’s mit Google-Mania heute in 8 Tagen. Noch einmal zum Thema Gesundheit.

In der Familie pflegen lassen oder nicht doch besser im Heim?

25.02.2009

Zu diesem Thema ist im Laufe der letzten Jahre  schon unendlich viel gesagt und geschrieben worden. Pro und contra. Ich denke, fast immer lagen die Aussagen „pro Familie“ vorn. Bei Umfragen war es ähnlich, wobei es doch manchmal Unterschiede gab, je nach der genauen Fragestellung.
Jetzt liegt eine neue repräsentative Umfrage der renommierten GfK-Marktforschung vor. Danach erklärten knapp 59% der über 60-Jährigen, sie würden in ein Seniorenheim ziehen, um die eigenen Kinder nicht mit der Pflege zu belasten. Nur rund 41% der Befragten hegten die Hoffnung, als möglicher Pflegefall im Haus oder der Wohnung der Angehörigen leben zu können.
Die Frage ist: Sollte man es vor einer Entscheidung überhaupt dazu kommen lassen, dass man ein Pflegefall wird? Oft oder sogar meistens ist es ja mehr oder weniger abzusehen, wann ungefähr der Fall eintreten könnte. Deshalb sollte man rechtzeitig in der Familie darüber sprechen, auch wenn das vielleicht ein wenig unangenehm sein sollte. Dabei wird sich dann vermutlich auch herausstellen, ob die Familie notfalls einen finanziellen Zuschuss leisten kann. Ich sehe hier im Augustinum, dass das gar nicht so selten geschieht. Beide Seiten kommen dabei zu ihrem Recht. Die Familie kann sicher sein, das Beste für Vater oder Mutter oder auch beide getan zu haben, indem sie für eine kompetente und liebevolle Pflege sorgt. Die Eltern selbst aber wissen, dass die Familie in einer Zeit, wo so mancher beruflich bis an seine Grenzen gefordert ist, von einer großen Sorge entlastet wird. Und dann kann man sich ja immer noch von Zeit zu Zeit besuchen. Auch das sehe ich hier immer wieder. Die “Welt” ist doch besser, als manche Leute immer wieder behaupten.

Wie aus einem Greis ein Baby wird…

23.02.2009

Gott sei Dank gibt’s das nur im Kino.  Obwohl: Wer möchte nicht noch einmal jung sein? Aber sooo jung nun wohl auch wieder nicht. Der Film „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ – basierend auf einer Erzählung des amerikanischen Schriftsteller F. Scott Fitzgerald – ist trotzdem oder gerade deshalb ein Kunstwerk und steht  zu recht ganz oben in den Kino-Charts. Wenn man den Kritikern glauben darf, ist es die größte Kino-Romanze seit „Titanic“. Und ein Oscar-Favorit. Ich bin kein Kinogänger, was ich manchmal bedaure. So auch in diesem Falle. Aber ich habe einiges über diesen Film gelesen. Sie können das auch. Meine Empfehlung: Geben Sie einfach nur den Titel des Filmes bei Google ein.
Kurz gesagt geht es geht um einen Mann, dargestellt von Brad Pitt, der als Greis zur Welt kommt und immer jünger wird. Natürlich spielt auch eine Frau mit – sonst wäre es keine Romanze. Als Benjamin und Daisy einander zum ersten Mal begegnen, ist er ein verhutzeltes Männchen, sie noch ein Kind. Er ist kaum größer als sie. (Mit welchen kinotechnischen Tricks man das geschafft hat, wird vielleicht auch noch mal „aufgedeckt“ werden.) Sie sieht ihn an, als entdecke sie hinter dem Gesicht voller Falten einen kindlichen Spielgefährten. Auf einmal scheint der enorme Altersunterschied zwischen den beiden wie weggewischt. Es entwickelt sich eine Geschichte vom Altern, von Liebe und Tod, von einem alten „Mann“, der immer jünger wird und einem jungen Mädchen, das ihn dabei altersmäßig erst einholt und dann überholt. In der Mitte dieses Vorganges sind sie beide etwa 30 Jahre alt. Doch die Zeit schreitet weiter fort…
Mit 13 Nominierungen ging “Der seltsame Fall des Benjamin Button” in die gestrige Oscar-Verleihung. Da waren allerdings die tatsächlich errungenen 3 Oscars eine herbe Enttäuschung. Was den Film mit Sicherheit nicht schlechter macht.

Google-Mania – Lektion Nr. 6

21.02.2009

Ich habe letztes Mal von Problemen gesprochen, die auftreten können. Ist Ihnen eigentlich aufgefallen, dass der erste Text, den Sie in der ersten Google-Liste über Friedrich den Großen zu Gesicht bekommen haben, den Titel Friedrich II. (Preußen) trug? Und nicht wie von Ihnen eingegeben Friedrich der Große! Sie können sich ja noch mal vergewissern. Und dann einen neuen Versuch bei Google starten. Gleich mit der Eingabe Friedrich II. (Preußen). Und siehe da: Es erscheint noch einmal genau dieselbe Seite. Google fährt – in diesem Falle – also offensichtlich zweigleisig. Nun sind Friedrich II. (Preußen) und Friedrich der Große sogenannte „Synonyme“, also verschiedene Bezeichnungen für ein und dieselbe Sache bzw. in diesem Falle dieselbe Person. Man könnte sogar sagen: „Friedrich II. (Preußen)“ ist eigentlich die historisch präzisere Formulierung, denn offiziell gibt es  keinen “großen” Friedrich.
Wikipedia hat also richtig reagiert und nimmt völlig zu recht in beiden Listen den 1. Platz ein. Wenn Sie einen zweiten Blick auf die neue Liste riskieren, werden Sie allerdings bemerken, dass nur wenige Verweise mit den Verweisen aus der ersten Liste identisch sind. Es könnte sich also lohnen, auch hier die ersten 10 Verweise näher unter die Lupe zu nehmen. Wer will kann die Suche noch auf die Spitze treiben, und einfach nur Friedrich II. bei Google eingeben – ohne den Zusatz „Preußen“. Dann erhalten Sie eine Liste, in der sich Friedrich II. von Preußen und Friedrich II. von Hohenstaufen – Kaiser des Heiligen römischen Reiches (HRR) –  fröhlich abwechseln. Habe ich Sie jetzt vollends verwirrt? Das wollte ich nicht, sondern Ihnen nur zeigen, wie viel von der Eingabe eines möglichst präzise formulierten Suchbegriffs abhängt.  Auch, wenn es zuweilen vorkommen mag, dass zwei unterschiedliche Begriffe genau das Gleiche besagen, also möglicherweise gleichermaßen präzise sein können.
Damit Sie gleich mal sehen, dass das nicht nur bei Friedrich dem Großen passiert, sondern auch bei Dingen aus unserem engeren Umfeld, geben Sie jetzt bitte mal bei Google den Begriff Gehwagen ein. Es erscheint eine Liste mit vielen Angeboten von Gehwagen und Rollatoren, ja sogar „Gehhilfen“. Eine nähere Erklärung, was ein Gehwagen ist, wie er funktioniert usw. fehlt. Nun ist Gehwagen der althergebrachte Begriff, die modernere Bezeichnung lautet „Rollator“. Also geben wir jetzt mal Rollator ein. Und siehe da: Als erstes erscheint ein Wikipedia-Text mit viel Wissenswertem über „Rollatoren“ und „Gehwagen“. Anschließend folgen auch hier weitere Seiten mit vielen, vielen Angeboten. Es hat sich also gelohnt, die Synonyme Rollator und Gehwagen in Konkurrenz zueinander einzugeben.
Mit Rollatoren und Gehwagen sind wir im Heute und Jetzt angekommen. Nächstes Mal bei Googlemania ist Google und das Thema Gesundheit dran. Dafür könnten Sie schon mal vorarbeiten. Geben Sie doch mal den Begriff Hornhaut ein und sehen Sie was passiert. Weiter geht’s wie immer heute in 8 Tagen.

Die Erfinderin des Minirocks ist 75 geworden.

18.02.2009

Als ich das kürzlich in der Zeitung las, war mein erster Gedanke: “Dann ist sie also reif fürs Augustinum”. Die Frage ist nur, ob mit oder ohne “Mini”. Erfunden hat Mary Quant den Minirock 1962. Im Alter von 28 Jahren, wenn ich mich nicht verrechnet habe. Drei Jahre später wurde sie für ihre Erfindung, die damals in Windeseile um die ganze Welt ging, von Elisabeth II. mit dem „Order of the British Empire“ ausgezeichnet. Natürlich trug die Erfinderin dieses “aufregendsten Kleidungsstückes” zur Ordens-Verleihung auch selbst. Sie soll darin sogar einen vollendeten Hofknicks zustande gebracht haben. Was kurze Zeit vorher noch absolut „Shocking“ gewesen wäre, fand so Zugang auch zu den besseren Kreisen. Sogar zu den allerbesten, könnte man sagen. Obwohl ich kaum glauben mag, dass auch die Queen mal Mini getragen hätte. Immerhin war ihre Schwester Margaret bekannt dafür, dass sie sich diese Extravaganz leistete.
Seitdem ich das alles weiß, denke ich natürlich: Welche von unseren Bewohnerinnen waren wohl damals so frei, diese Mode mitzumachen? Keine Sorge, meine Damen, diese Überlegung ist selbstverständlich rein hypothetisch. Ich gucke dabei auch niemandem auf die Beine, schließlich habe ich gerade in letzter Zeit wiederholt darauf hingewiesen, dass auch bei uns die meisten Damen Hosen tragen. Und das nicht nur zur Winterszeit.
Dabei habe ich gerade gelesen, dass in der Antike auch unter den Männern Miniröcke weit verbreitet waren. Zum Beispiel in Ägypten und Griechenland. Da könnten wir Männer doch endlich mal zeigen, dass auch wir hübsche Beine haben. Leider nur bis zu einem bestimmten Alter, versteht sich. Mehr will ich dazu nicht sagen.