Archiv für 01.2009

Google-Mania – Lektion Nr. 3

31.01.2009

Ich habe Sie letztes Mal angeregt, Friedrich der Große als Google Suchbegriff einzugeben. Wenn Sie das schon gemacht haben oder jetzt machen, müsste die Liste mit lauter Verweisen auf Friedrich den Großen auf Ihrem Monitor erscheinen. Ganz oben sehen Sie vermutlich einige „Anzeigen“ (am Ende der Liste ebenfalls oder auch in der Spalte rechts außen) und anschließend folgt der Hinweis auf

„Web Suchergebnisse bereitgestellt durch Google     1-10 von ca. 204.000“

Wie ich Ihnen bereits in der letzten Lektion prophezeite, kommt der erste Verweis tatsächlich von Wikipedia. Bevor wir uns allerdings diesen Text näher anschauen, will ich Ihnen ein Geständnis machen: Ich hatte gesagt, dass ich einen Vortrag über Friedrich den Großen halten wolle. Das stimmt jedoch nur zur Hälfte. Ich habe nämlich nicht vor, zum 97. Mal die Propagandafigur, d.h. den genialen Feldherrn und Begründer des preußischen Staates, der sich laut Joseph Goebbels auszeichnete durch „Charakterstärke und Durchhaltewillen“, zu verherrlichen. Mein eigentliches Thema heißt vielmehr Friedrich der Große und die Frauen. Da die Damen auch bei uns, wie in den meisten augustinischen Häusern mehr als 70% der Bewohner stellen, hoffe ich auf ein besonders starkes Interesse. Ich meine, über die vielen Schlachten, die Friedrich geschlagen hat, braucht man wirklich nichts mehr zu erzählen. Auch nicht über seine sonstigen Meriten, die er sich unzweifelhaft für Preußen erworben hat.
Wenn Sie jetzt den sehr langen, sehr ausführlichen und zweifellos auch interessanten allgemeinen Text über Friedrich den Großen lesen, werden Sie nur wenigen Frauen „begegnen“. Auch falls Sie ihn Wort für Wort durchgehen sollten. Das habe ich geahnt, aber ich wollte es eben genau wissen. Achten Sie deshalb bitte auf die blau gedruckten Namen und Begriffe. Die können Sie direkt anklicken und erfahren dann mehr über Persönlichkeiten, Ereignisse usw.
Neben Friedrichs Mutter Sophie Dorothea, seiner Gemahlin Elisabeth Christine und seiner Lieblingsschwester Wilhelmine treten allerdings nur noch zwei weitere Frauen „blau“ in Erscheinung: Die so genannte „Große Landgräfin“ Henriette von Pfalz-Zweibrücken und die russische Zarin Katharina die Große. Beide entsprachen Friedrichs hohem Anspruchsniveau, und er zollte ihnen deshalb Respekt. Mehr über diese beiden Damen finden Sie, wenn Sie die Namen anklicken, auf den jeweiligen Seiten. Sie werden mir wohl zustimmen, wenn ich trotzdem von einer insgesamt mageren Ausbeute spreche. Deshalb die Frage: Kann man von Google nicht etwas mehr erwarten? Doch, man kann!
Was man genau kann, erfahren Sie in Lektion Nr. 4, heute in 8 Tagen.

Macht Einsamkeit dement oder Demenz einsam?

28.01.2009

Ich fürchte, es besteht kaum ein Zweifel, dass Demenz einsam macht. Vor allem, wenn die Demenz auf der Alzheimer-Krankheit beruht. Selbst für die nächsten Verwandten ist es schwierig, mit Alzheimer-Patienten dauerhaft zu leben und umzugehen. Um wie viel schwieriger mag es dann für Unbeteiligte sein?
Welche Faktoren das Risiko für Alzheimer erhöhen, ist immer noch weitgehend unklar. Sicher aber ist, dass generell schon die erhöhte  Lebenserwartung ein Grund für das vermehrte Auftreten von Alzheimer ist. Meine persönliche Meinung: Es ist sehr die Frage, ob wir auf unsere immer weiter steigende Lebenserwartung wirklich stolz sein sollten. Denn damit nehmen auch die Risikofaktoren zu. Die einen sehen eine Verbindung zu Diabetes und Übergewicht, andere machen Depressionen verantwortlich, wieder andere vermuten in mangelnden sozialen Kontakten – sprich Einsamkeit – eine mögliche Ursache. Wer sich nur selten mit anderen unterhält und im Alter kaum noch neue Herausforderungen annimmt, insbesondere Anforderungen geistiger Art, soll ebenfalls anfällig sein.
Mit Hilfe geistiger Herausforderungen – dazu gehören zum Beispiel auch Gedächtnisübungen – können die Nervenverbindungen im Gehirn gefestigt werden. Dies ist unter anderem ein Grund, weshalb ein Schach-Seminar bei uns im Hause gefördert und kostenlos angeboten wird. Auch für die sozialen Kontakte im Hause wird einiges getan. Mit viel Phantasie stellt unsere Hausdame immer wieder neue „Gesprächsrunden“ zusammen. Zum Nachmittags-Tee oder auch zum Dämmerschoppen. Das heißt: In einem Augustinum ist die Zahl der „Kontakt-Chancen“ aller Wahrscheinlichkeit nach größer, als vorher „Zuhause“.
Damit es keine Missverständnisse gibt: Nicht jeder Fall von Demenz ist ein Alzheimer Fall. Auch verschiedene andere Krankheiten kommen als denkbare Ursachen in Frage. Eine genaue Diagnose ist offenbar schwierig und langwierig. Wir alle sollten hoffen, dass dieser Kelch möglichst lange an uns vorüber geht.

Die Post, die Post, die Deutsche Post…

26.01.2009

Ich hatte 2 CDs an meine Tochter nach Berlin zu schicken. Einen geeigneten Umschlag – ziemlich groß und dick gefüttert – fand ich ziemlich schnell. Die CDs passten gut hinter einander dort hinein. Trotzdem dachte ich mir: „Geh zur Post und lass die das machen. Die wissen Bescheid mit Porto und allem.“ Gedacht, getan. Die Postbeamtin – oder war es eine Angestellte ? – versuchte zunächst, den Umschlag durch eine Vorrichtung zu schieben, in der man die „Dicke“ misst. Wegen dem Preis! War nicht ganz einfach, aber er ging durch. Immerhin. Also tat sie die entsprechende Briefmarke drauf und - das war’s dann. Bezahlen musste ich natürlich auch noch.
Heute war der Umschlag wieder da. In meinem Briefkasten. Auf dem Umschlag ein ziemlich großer gelber Aufkleber mit einem deutlich sichtbaren Aufdruck: „Das zulässige Entgelt, Preisgewichtsstufe, Maß wurde nicht eingehalten. Nachzahlung 75 cts.“ Dazu folgte eine Erklärung, dass das bereits entwertete Porto weiterhin angerechnet würde. Dazu brauchte ich nur den gelben Aufkleber an der Perforation abzureißen. So oder so ähnlich ließ sich das “Verteilerzentrum”  jedenfalls aus. Dass ich trotzdem ziemlich sauer war, versteht sich wohl von selbst. Hatte ich nicht alles richtig gemacht? Nicht meine Postnutzer-Pflicht ehrlich erfüllt? Maß die Post vielleicht mit zweierlei Maß? Einmal im Postamt und dann noch mal im Verteilerzentrum?
Ich stiefelte also noch mal zum Postamt. (Kein Problem, ich soll ja viel laufen.) Dann dem diensthabenden Postbeamten den Umschlag vor die Nase gehalten und ihm gesagt, dass eine Kollegin von ihm eigenhändig die Marke aufgeklebt habe. Und sie hätte auch den Umschlag durch die Vorrichtung… na, Sie wissen schon…
Natürlich wiederholte der Postbeamte diesen Vorgang noch einmal  sehr sorgfältig. Erfolg: Der Umschlag ging nicht durch! Der gute Mann konnte noch soviel schieben - der Umschlag ging nicht durch. Ich durfte mich davon selbst überzeugen. Immerhin schimpfte man mich nicht einen Lügner. Das wäre bei mir auch schlecht angekommen, sag ich Ihnen. Dann tastete der gute Mann den Umschlag rundherum ab, wahrscheinlich, weil ich sagte „da sind zwei CDs drin.“ Schließlich stellte er fest: Wenn er den Umschlag ein bisschen schüttelte, lagen die CDs wieder hinter einander. So wie ich sie anfänglich hinein getan hatte. Und dann gingen sie auch  glatt durch die Mess-Vorrichtung. Was kann ich dafür, dass die dummen Dinger es sich auf dem Wege zum Verteilerzentrum anders überlegt hatten und plötzlich übereinander statt hinter einander lagen? Das kostete mich jetzt zusätzliche 75 cts.
Eigentlich müsste ich mich bei Herrn Zumwinkel beschweren: „Ich will mein Geld wieder haben.“ Ich weiß: Der ist nicht mehr zuständig. Aber kennen Sie den Namen von dem “Neuen”?

Google-Mania – Lektion Nr. 2

24.01.2009

Letztes Mal sagte ich Ihnen, dass es bei Google zu Friedrich dem Großen nicht weniger als ca. 200.000 Verweise gibt. (Diese Zahl schwankt, denn es kommen immer wieder neue Verweise hinzu und alte werden „aussortiert“).

Hier dazu gleich ein ganz wichtiger, grundsätzlicher Tipp:
Wenn Sie im Internet surfen, sollten Sie immer danach schauen, ob ein Artikel mit einem Datum gekennzeichnet ist. Ganz besonders wichtig ist das für den Fall, dass Sie etwas Aktuelles suchen. Sie werden staunen, wie viele Artikel, die Sie möglicherweise für brandneu halten, in Wahrheit schon einige Jahre alt sind. Es ist leider eine “Krankheit” im Netz, dass auch längst  überholte Artikel oder Firmen, die es schon lange nicht mehr gibt, online immer noch ein herrliches Dasein haben.

Um nun von vornherein eine Auswahl unter den wichtigsten Verweisen in einer Google-Liste zu treffen, arbeitet Google nach dem PageRank-Verfahren. „Page“ ist die Seite, „Rank“ steht in diesem Falle für „Rangfolge“. Je größer das allgemeine Interesse an einer Seite bzw. einem Verweis ist, desto weiter rückt dieser Verweis in der Rangfolge nach vorn. Das heißt: Wenn Sie sich die ersten 10 oder auch 20 Verweise näher anschauen, dürften Sie mit Sicherheit einen oder mehrere „Treffer“ landen. Ist nichts dabei, was Sie gebrauchen können, dann gibt es entweder nichts Gescheites oder Sie haben einen Fehler gemacht. Was für Fehler passieren können, werden Sie nach und nach bei Google-Mania erfahren.
In der Regel treffen Sie unter den ersten Verweisen einer Google-Liste auf den Namen „Wikipedia“. Meistens steht dieser Verweis sogar an erster Stelle. Wikipedia [ˌvɪkiˈpeːdia] ist ein Projekt zur Erstellung einer internationalen Online-Enzyklopädie. Der Begriff setzt sich zusammen aus „Wiki“ (hawaiisch für „schnell“) und „Encyclopedia“ (englisch für Enzyklopädie). Das Hauptmerkmal von Wikipedia: Alle Menschen können unmittelbar Artikel erstellen oder verändern. Bestand hat, was von der Gemeinschaft akzeptiert wird. Unabhängige Fachleute haben festgestellt, dass Wikipedia mit den bekanntesten Enzyklopädien, wie zum Beispiel der Brockhaus Enzyklopädie, durchaus mithalten kann. Betrieben wird Wikipedia von der Wikimedia Foundation (Stiftung), einer US-amerikanischen Non-Profit-Organisation.
So, und nun dürfen Sie sich endlich die Liste in Ruhe ansehen. In Lektion Nr. 3 werden wir uns dann weiter darüber unterhalten. Von heute an in 8 Tagen.

Männer! Erst hat man uns unsere Hosen geklaut und jetzt…

20.01.2009

Denken wir doch mal zurück: Noch vor 20 Jahren sah man selten mal eine ältere Dame in Hosen. Die jüngeren, na, ja, die hatten immer schon ein paar Jeans im Schrank, neben ihren Hot Pants und Miniröcken. Aber bei älteren Damen musste es schon sehr “kalt” kommen. Heute jedoch sieht man immer mehr Damen jeglichen Alters, die auch nach unseren Anzügen greifen. Mehr noch: Sie tragen Anzüge - Hosenanzüge - , die gut geschnitten sind. Zu gut möchte ich sagen. Damit machen sie oft eine bessere Figur als mancher gut bezahlte Manager.
Ich würde jedoch nur gar zu gerne wissen: Will frau uns damit zeigen, dass die Eroberung der Führungsetagen nicht mehr weit ist? Oder will die holde Weiblichkeit gar still und heimlich eine Revolution anzetteln, uns langsam aber sicher gänzlich unterdrücken? Und, meine Damen, kommen Sie mir bitte nicht damit, dass das mit den Hosen nur eine Frage der Bequemlichkeit sei. Sie werden mir bald recht geben müssen: So bequem sind Hosen auf die Dauer auch nicht und Hosenanzüge schon gar nicht. Vor allem bekommt man da keine frische Luft mehr von unten. Und seine hübschen Beine zeigen? Geht auch nicht mehr! Was ist es also dann, was Frauen nach den Hosen greifen lässt? Doch nur der Wunsch der Machtergreifung über alles, was männlich ist. (Entschuldigung: Ich vergaß, „die“ Hose ist ja weiblich. Auch das noch!)
Kürzlich habe ich in der Zeitung gelesen, bei der Hochbegabten-Förderung der Studienstiftung des Deutschen Volkes hätten die jungen Frauen die jungen Männer erstmals überflügelt. Zwar nur mit 51,3 zu 48,7%, aber vor 10 Jahren lagen die Frauen noch bei 37,4%. Auch bei den Abiturnoten, genauer gesagt beim Numerus Clausus, führen die weiblichen Abiturienten vor den männlichen im Durchschnitt mit einer ganzen Note. Um herauszufinden, woran das liegen könnte, hat man alles Mögliche untersucht: Die Größe der Gehirne, den Anteil von grauer und weißer Hirnsubstanz, den Furchungsgrad in den Stirn- und Scheitellappen und vieles, vieles mehr. Viel klüger ist man dadurch nicht geworden – ich meine die untersuchenden Wissenschaftler. Bei all der Sucherei hat man anscheinend nur eines entdeckt: Es gibt trotz alledem mehr extrem hochbegabte Männer – die Betonung liegt auf „extrem“ hochbegabt – aber dafür auch mehr schwachsinnige. Sie sehen: Es gleicht sich im Leben alles wieder aus.
Jetzt werden Sie sicher fragen: „Was hat das mit den Hosen zu tun?“ Das weiß ich ehrlich gestanden auch nicht. Aber Angela Merkel zum Beispiel trägt viel öfter Hosen und Hosenanzüge als Kleider oder Röcke. Und man sieht ja, was aus ihr geworden ist.