Archiv für 11.2008

Immer diese Entscheidungen…

27.11.2008

Ich habe bestimmt schon öfter darüber geschrieben, dass wir jeden Tag die Wahl haben zwischen 3 Menüs, wobei wir das Gemüse und die Beilagen auch noch austauschen können. Insoweit müsste also alles bestens sein. Was mache ich jedoch, wenn Menü Nr. 1 eines meiner Lieblingsgerichte ist, aber Menü Nr. 2 ebenfalls? Muss ich dann mit dem Kopf entscheiden, welches von den beiden mein allerliebstes Lieblingsgericht ist? Oder sollte ich meinen Magen befragen, mir gewissermaßen eine kompetente Entscheidungshilfe holen? Schwierig, schwierig. Heute war wieder so ein Fall. Vielleicht könnte ich mir ja von jedem eine halbe Portion geben lassen? Na, ja, ich fürchte, das würde bei unserem Service-Personal zu recht auf wenig Verständnis stoßen. Ganz abgesehen von der Mehrarbeit, die ich ernsthaft  niemandem zumuten kann. Man denke nur, wenn das alle Bewohner erwarten würden!
Wenn es im Fernsehen zwei Sendungen gibt, die ich beide unbedingt sehen möchte, habe ich die Möglichkeit, eine der Sendungen aufzuzeichnen und mir später anzusehen. Ich meine, ich wüsste einen Weg, wie man das bei den Menüs ganz ähnlich machen könnte. Ahnen Sie was? Nein, ich will das hier gar nicht ausbreiten. Schließlich möchte ich nicht schuld sein, wenn bei uns das allgemeine Chaos ausbricht.
Jetzt wollen Sie aber endlich wissen, um welche beiden Gerichte es für mich ging? O.K. Sollen Sie haben. Also: Menü Nr. 1 waren Birnen, Bohnen und Speck, bei uns der “Renner” schlechthin. Menü Nr. 2 lockte mit gekochter Rinderzunge in Madeirasoße. Das wäre beides nichts für Sie? Da haben Sie aber Glück gehabt! Ich habe mich für die Zunge entschieden, obwohl…

Als Blogger kann ich mich manchmal nur wundern…

25.11.2008

Ich habe gern Kommentare, aber nicht solche, wie sie gestern und heute in wahren Massen auf meinen Blog eingeprasselt sind. Der eine oder andere von Ihnen hat es möglicherweise bemerkt: Es gab „ungebetene Gäste“ im Blog. Ein „größerer“ Schweinehund – ich nenne den einfach mal so – schickte immer wieder, offenbar aus lauter Jux und Dollerei Spam-Kommentare an allen Hindernissen vorbei in meinen Blog. Zu erkennen vor allem an den Kommentar-Hinweisen in der Spalte rechts außen. Ärgerlich vor allem für mich, aber nicht gefährlich für Sie. Es kam früher schon mal vor, dass jemand der Blog-Gemeinde einen Schabernack spielen wollte. Ich habe dem immer schnellstens einen Riegel vorgeschoben und den unerwünschten „Gast“ aus dem Blog geworfen. In diesem Falle jedoch konnte ich beim besten Willen nicht dagegen ankommen. Ich habe daraufhin die Firma benachrichtigt, die den Blog technisch betreut, und jetzt ist offensichtlich der Schaden behoben. Bei dem ganzen Hin und Her sind jedoch auch etliche der “echten” Kommentare auf der Strecke geblieben. Das tut mir ausgesprochen leid, aber wie heißt es doch so schön: “Wo gehobelt wird, da fallen Späne.”

Wehrhaft und mutig. Aber so gut geht es nicht immer aus!

24.11.2008

Nach meinem letzten Beitrag über den richtigen Umgang mit Ihren Daten sprach mich eine Mitbewohnerin an. Sie erzählte mir von einem schlimmen Erlebnis, das ihre etwa gleichaltrige Freundin – danach müsste die Freundin schätzungsweise Anfang bis Mitte 80 sein – kürzlich gehabt hat. Besagte Freundin lebt allein im 3. Stock eines Mehrfamilienhauses ohne Fahrstuhl. Das Treppensteigen fällt ihr zunehmend schwerer, deshalb beschränken sich ihre Einkäufe auf 1 x in der Woche. Bevor sie zum Supermarkt und zum Bäcker geht, holt sie sich erst noch Geld aus dem Bankautomaten der Hamburger Sparkasse. Immer nur eine kleine Summe, denn sie möchte nicht zu viel Geld im Hause haben.
Das letzte Mal passierte ihr Folgendes: Sie hatte ihren Einkauf bereits erledigt und war dabei, die Haustür aufzuschließen. Eiligen Schrittes kam ein junger Mann hinter ihr her und “stemmte” sich hilfreich gegen die Tür. Anscheinend schien er zu wissen, dass die Tür sehr schwer aufging. Sie hatte sich schon häufig darüber beim Vermieter beklagt. Der junge Mann kam ihr bekannt vor, vielleicht war es ein neuer Mitbewohner? Kaum waren sie beide im Treppenhaus, versuchte er plötzlich, in ihre Einkaufstasche zu greifen und ihr Portemonnaie herauszuholen. Sie, nicht faul, schrie laut um Hilfe, hob ihren Stock und schlug kräftig auf ihn ein. Mit der Folge, dass der Dieb umgehend den Versuch abbrach und das Weite suchte. So weit die Story vom Dieb, der ordentlich was auf die Nase bekam.
Meine Mitbewohnerin meinte, dass ihrer Freundin später noch einfiel, wieso ihr der junge Mann so bekannt vorgekommen war. Sie war sicher, ihn sowohl in der Sparkasse, als auch im Supermarkt gesehen zu haben. Was er aber wohl nicht mitbekommen hatte, war die Tatsache, dass nach ihren Einkäufen höchstens noch 10 Euro im Portemonnaie waren.
Ich bedankte mich spontan bei meiner Mitbewohnerin für die gute Anregung zu einem weiteren Blogtext. Daran hatte sie noch gar nicht gedacht, fand das aber richtig aufregend. Ich tue jetzt noch ein Übriges, indem ich Ihnen berichte, wie wir im Augustinum Hamburg solche unliebsamen „Spionage-Aktionen“ im Kassenraum einer Bank vermeiden helfen. Bei uns kann man sich nämlich, wenn man Geld braucht und Besitzer einer normalen ec-Karte ist – und wer ist das heutzutage nicht? – bis zu 200 Euro am Empfang auszahlen lassen. Alle Tage wieder, so lange der Vorrat reicht. Leider wird dieser “Service” nicht von allen Bewohnern wahrgenommen. Warum nicht, ist mir ehrlich gestanden schleierhaft. Haben die Leute vielleicht Angst, dass jemand nachrechnen könnte, was sie im Monat ausgeben? Das fände ich schon komisch.

Wir haben mit unseren Piraten kurzen Prozess gemacht: Kopf ab!

21.11.2008

„Wir“ – damit meine ich die Bürger der Hansestadt Hamburg, wo wir in unserem Augustinum zu Hause sind. Es ist zwar schon eine ganze Weile her  –  genauer gesagt war es im Jahre 1401 – aber Kopf ab ist Kopf ab. Da gibt es nichts dran zu deuteln und zu reparieren schon gar nicht. Damals versammelten sich die Piraten mit ihren Schiffen nicht weit weg am Horn von Afrika, sondern direkt vor unserer Haustür, an der Elbmündung. Sie störten unseren Seehandel mit Holland und England ganz empfindlich und brachten den Hamburger „Pfeffersäcken“ erhebliche Verluste bei. Ihr Anführer war Klaus Störtebeker (nach anderen Quellen hieß er Johan, darüber streiten die Gelehrten noch heute.) Am 22. April 1401 wurde Klaus oder Johan Störtebeker von einer hamburgischen Flotte unter Simon von Utrecht bei Helgoland gestellt und nach erbittertem Kampf gefangen genommen. Auf dem Flaggschiff der Hamburger, der „Bunten Kuh“, brachte man ihn nach Hamburg, um ihm dort den Prozess zu machen  Das Urteil für ihn und seine Spießgesellen: Tod durch Enthaupten.
Der Legende nach soll Störtebeker vom Bürgermeister der Hansestadt Kersten Miles das Versprechen erhalten haben, dass all jene Männer überleben durften, an denen er nach seiner Enthauptung noch vorbei zu gehen vermochte. An elf Männern schritt der Geköpfte vorbei, bevor ihm der Henker, dem das wohl zu viel wurde, ein Bein stellte. Kopflos kann man nur schwer das Gleichgewicht halten, und am Ende kam der Pirat danach nicht mehr auf die Füße.
Der Bürgermeister brach übrigens sein gegebenes Versprechen, was ich nicht in Ordnung finde. Aber so etwas passiert ja selbst heute immer wieder.

Wie vorsichtig sind Sie mit Ihren Daten?

20.11.2008

Sie bestellen telefonisch einen Tisch in einem noblen Restaurant. Natürlich geben Sie Ihren Namen an. Anders geht’s nun mal nicht. In der Regel wird man Sie noch nach Ihrer Telefonnummer fragen. Sie fragen sich, warum? Na, ja, es könnte ja sein, dass man Sie aus irgendeinem Grunde zurückrufen muss. (Obwohl ich eigentlich keinen Grund wüsste.) Wahrscheinlicher ist, dass man feststellen will, ob es unter dieser Nummer jemanden Ihres Namens gibt. Und das Risiko? Ich wüsste nicht, was böse Buben mit diesem Wissen groß anfangen könnten.
Ganz anders sieht es allerdings aus, wenn Sie beispielsweise an einem Preisausschreiben oder Gewinnspiel teilnehmen, aber auch bei verschiedenen anderen Gelegenheiten, wo Sie nicht nur Ihren Namen sondern auch genaue Anschrift, Telefonnummer, Geburtsdatum und vor allem Ihre Kontonummer angeben müssen. Selbst das Letztere werden Sie gern tun, wenn Ihnen möglicherweise ein größerer Geldgewinn winkt, der dann natürlich schnellstens auf Ihrem Konto landen soll. Alles kein Problem, so lange es sich um eine seriöse Firma handelt, mit der Sie es zu tun haben. Leider jedoch gibt es auch mehr und mehr Betrüger, die diese Datenkenntnis eher dazu nutzen, Geld von fremden Konten runter zu holen, als etwas drauf zu tun.
Deshalb mein ganz dringender Rat: Schauen Sie mindestens alle 2 – 3 Wochen auf Ihre Kontoauszüge. Prüfen Sie nach, ob jemand unberechtigt Geld von Ihrem Konto abgebucht hat. Sie können diese Abbuchung ohne Probleme von Ihrer Bank rückgängig machen lassen. Meistens geht das  sogar telefonisch. In der Regel haben Sie 6 Wochen dafür Zeit. Es soll aber auch vorkommen, dass falsche „Datenschützer“ oder Mitarbeiter von „Verbraucherschutz-Zentralen“ bei Ihnen anrufen – natürlich gerade bei älteren Menschen, deren Anschrift, Telefon und Geburtsdaten sie in Erfahrung gebracht haben – und behaupten, sie könnten illegal abgebuchte Gelder zurückholen. Selbstverständlich will man für diese Dienstleistung im voraus erst mal Geld sehen. Glauben Sie mir: Keine Verbraucherzentrale bietet ungefragt per Telefon ihre Dienste an. So war es jedenfalls bei der Verbraucherzentrale zu hören.
Ich hoffe, ich habe Sie mit meinen Warnungen jetzt nicht „verrückt“ gemacht, aber besser 1 x zu viel gewarnt, als 1 x zu wenig. Dass das Thema gerade für uns Ältere relevant ist, beweist die Tatsache, dass wir hier im Haus vor kurzem den Vortrag eines Rechtsanwaltes hören konnten. Ich hatte leider keine Zeit. Wie ich mir habe sagen lassen, soll es jedoch reges Interesse seitens der Bewohner gegeben haben.