Oldies von Oldies für Oldies
30.10.2008Jazzbreeze war wieder da. Das ist die Band, die uns bereits seit Jahren „begleitet“. „Breeze“ steht für Brise, und es war wirklich eine frische Brise, die durch unseren Augustinussaal wehte, den fleißige Hände in einen formidablen Jazzkeller verwandelt hatten. Und das im 11. Stock. Es gab etwa 10 Vierertische und dann noch einige Reihen „normaler“ Sitzplätze. Ich hatte das Gefühl, unser halbes Augustinum war da. Vielleicht lag dieser Andrang daran, dass die Band im letzten Jahr pausiert hatte, nachdem sie in den Vorjahren immer 2 x oder sogar noch öfter bei uns war. Man muss sich eben nur „rar“ machen.
Was soll ich sagen: Die Stimmung konnte prächtiger nicht sein. Der eine wippte mit den Füßen, der andere wackelte mit dem Kopf. (Wackeln hier im positiven Sinne.) Das machte der swingende, mitreißende Oldtime-Jazz mit Stücken vor allem aus den 20er und 30er Jahren, der bei uns in Deutschland ja erst in den frühen 50ern so richtig wahrgenommen wurde. Also in einer Zeit, die für viele unserer Bewohnerinnen und Bewohner auch ihre “beste” Zeit war. Das älteste gespielte Stück war ein Blues von Jelly Roll Morton aus dem Jahre 1917. Der Bandleader, Prof. Klaus Peter Dencker, konnte sich den Hinweis nicht verkneifen, dass dies auch das Geburtsjahr des Bassisten wäre. Der stand – im wahrsten Sinne des Wortes – gut 2 Stunden lang eisern seinen Mann. Und das mit 91 Jahren, wie von etlichen Zuschauern blitzschnell ausgerechnet wurde. Auch die anderen Mitglieder der sechsköpfigen Band konnten altersmäßig mit uns mehr oder weniger Schritt halten, aber sie spielten wie die Jungen, improvisierten gekonnt und brachten ihre Soli, dass es eine Freude war. Unsere einhellige Meinung: Nächstes Jahr unbedingt wieder!