Der Chef bittet zum “Captains Dinner”
27.08.2008Der Chef, das ist unser Stiftsdirektor. Die Mitarbeiter nennen ihn so, wenn sie unter sich sind, und nicht wenige Bewohnerinnen und Bewohner haben das übernommen. Das nur zur Klarstellung, wer hier das Sagen hat. Insofern ist der Stiftsdirektor wirklich so etwas wie der Kapitän eines Schiffes. Und wer schon mal eine Kreuzfahrt mitgemacht hat, der weiß auch, dass es eine große Ehre ist, an den Kapitäns-Tisch eingeladen zu werden.
Uns Bewohnern widerfährt diese Ehre 1 x im Jahr und zwar immer in dem Monat, der auf den eigenen Geburtstag folgt. Vor kurzem nun war ich dran, zusammen mit 6 weiteren Geburtstagskindern. Ich konnte es nicht lassen und musste gleich darauf hinweisen, dass offenbar der Juli ein ausgesprochen geburtenschwacher Monat sei. Nähme man nämlich einen ungefähren Mittelwert, dann würde der bei 13 – 14 liegen. Selbstverständlich hatte ich auch gleich eine Erklärung zur Hand: Im November und Dezember haben die Menschen nun mal etwas anderes zu tun, etwa Plätzchen backen, Geschenke basteln, Weihnachtspost schreiben usw., usw.
Alles in allem haben wir uns fast drei Stunden lang sehr nett unterhalten, sehr gut gegessen und getrunken und uns vom Chef erzählen lassen, dass wohl die meisten anderen augustinischen Häuser es noch nicht zu einem Captains Dinner gebracht haben. Vielleicht fehlen denen ja einfach nur die Schiffe vor der Haustür? Wer weiß?