Archiv für 06.2008

“Verschönt” das lästige Zähneputzen…

27.06.2008

Hat Ihnen das Zähneputzen schon mal Freude bereitet? Also, mir auch nicht, jedenfalls nicht direkt. Das änderte sich, als ich ins Augustinum gezogen war und auf meinen Streifzügen durch die Geschäfte – ich war auf der Suche nach schönen Dingen, mit denen ich ein bisschen mehr Glanz in meine Hütte bringen konnte – auf einen Becher von Villeroy & Boch stieß. Es war ein Becher aus milchig-weißem Glas, mit einem doppelten Silberrand, dazu hellblaue Pflanzengirlanden und goldene Sterne und Punkte. Letztere schienen mit lockerer Hand „hingetupft“, wenn ich das so sagen darf, und wirkten irgendwie künstlerisch „spontan“.
Der Becher war Teil einer Serie und sicherlich dazu gedacht, eine Glasvitrine zu zieren. Bei mir landete er auf der Konsole über meinem Waschbecken und führt seitdem ein glänzendes Leben als mein geliebter Zahnputzbecher. Ein teurer Zahnputzbecher, nebenbei bemerkt. Denn er hat, wenn ich mich recht erinnere, zwischen 40 und 50 DM gekostet.
Natürlich bleibt sein Dasein nicht allein auf das Zähneputzen beschränkt. Auch zum Einnehmen von Tabletten ist er hervorragend geeignet. Ebenso kommt er zum Einsatz, wenn ich das Gefühl habe, ich hätte meine Flüssigkeitszufuhr vielleicht ein wenig vernachlässigt. Dann halte ich ihn einfach unter den Wasserhahn und fülle ihn mit dem köstlichen Nass. Nein, ich will niemanden veräppeln. Unser Leitungswasser gehört zum Besten, was Hamburg zu bieten hat. Das geben uns die Hamburger Wasserwerke schriftlich. Und aus solch einem Becher schmeckt das Wasser natürlich noch viel besser.

Haben Sie Enkelinnen oder Enkel, Nichten, Neffen?

25.06.2008

Meistens im Aufzug, wo sie die 13 Stockwerke unseres Hauses rauf und runter fahren, begegne ich den jungen Damen und auch Herren, die meine Enkel sein könnten. Wenn ich denn welche hätte. Sie tragen die Kleidung unserer „Pflege“, lächeln jeden freundlich an, der mit ihnen fährt, oft begleiten sie jemanden im Rollstuhl oder sind sonst irgendwie hilfreich. Ich denke, ich behaupte nicht zu viel, wenn ich sage: Sie sind die Augensterne in unserem Alltag. Das liegt vor allem an ihrer Jugend. Denn: Die, die ich meine, sind unsere „Philas“ und „Philus“. (Nicht zu verwechseln mit dem „Filou“ aus dem Lexikon.)
Philas und Philus dürfen zwischen 16 und 26 Jahre alt sein und leisten nach den Bestimmungen des Jugendfreiwilligendienstegesetzes – das heißt wirklich so – ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ab. Meistens in der Pflege, aber auch in der Technik oder im Garten. Ganz nach ihren Vorlieben und dem Angebot seitens der augustinischen Häuser. Das FSJ dient der Orientierung und Persönlichkeitsbildung, es fördert den Kompetenzerwerb auf verschiedenen Gebieten, macht die Jugendlichen mit der Arbeitswelt vertraut und vermittelt „Einzelgängern“ die Arbeit im Team. Alle, die auf einen Studienplatz warten oder eine „bevorzugte“ Lehrstelle, die noch nicht frei ist, haben hier die Möglichkeit, die Zeit zu überbrücken. Zwar müssen sich die jungen Leute normalerweise für ein Jahr festlegen, aber bei gewichtigen Gründen kann man auch nach den 2 Monaten Probezeit „aussteigen“. Wer mehr als 6 Monate „Dienst“ getan hat, hat Anspruch auf eine gewisse Anrechnung beim Numerus Clausus. 12 Monate FSJ können den Zivildienst ersetzen. Der Vorteil: Kindergeld gibt’s – anders als beim Zivildienst – trotzdem.
Reden wir über Geld und „geldwerte“ Leistungen: Philas und Philus erhalten ein monatliches Taschengeld von 195 € sowie Unterkunft und Verpflegung. Außerdem werden sie vom Arbeitgeber sozialversichert. Der Urlaub beträgt 26 Tage. Das FSJ wird als Vorpraktikum für viele soziale Ausbildungen und Studiengänge anerkannt. Und noch ein „Highlight“: Es werden insgesamt 25 Tage kostenlose Fortbildungs-Seminare angeboten, an denen man mit den anderen Philas und Philus teilnehmen kann.
Der langen Rede kurzer Sinn: Wenn Sie aus Ihrem Familien- oder Freundeskreis jemanden kennen, für den das FSJ vielleicht sogar eine Problemlösung darstellen könnte, geben Sie ihr oder ihm die folgende Adresse:
Philadelphischer Ring e.V. , Stiftsbogen 74, 81375 München. Telefon 089 / 7098-522, -523, -524. Der Philalelphische Ring ist eine Gründung des Augustinums.
Für Internet-Surfer lohnt sich ein Blick auf: www.freiwilligessozialesjahr.de

“Süß-säuerliches” von der Fensterbank

23.06.2008

Unter südlicher Sonne ist er nicht zu übersehen: der Feigenkaktus (Opuntia ficus-indica). Er wächst strauch- oder baumartig und kann bis zu 6 m hoch werden. Im Urlaub habe ich mich regelrecht in diese Kakteen verliebt, vor allem, da sie mit Blüten von annähernd 10 cm Durchmesser in meiner Lieblingsfarbe – Gelb – aufwarteten. Beeindruckend auch die Früchte, die Kaktusfeigen.
Ich habe es nun mal mit dem Exotischen. Von meiner „Orchideen-Sammlung“ konnte ich Ihnen schon einmal etwa vorschwärmen. Auch eine Bananenstaude hat sich in meinem Wintergarten mehrere Jahre lang tapfer geschlagen. Als es vor ungefähr 1 Jahr mit ihr zu Ende ging, musste ich mich nach etwas neuem umsehen. Ich fand – Sie ahnen es schon – einen Feigenkaktus. Er war natürlich weit entfernt von 6 m Höhe, maß gerade mal 15 cm. Aber er trug insgesamt 6 rötlich-braune Früchte von bis zu 4 cm Länge und 3 cm Durchmesser. „Die kann man sogar essen“ sagte die nette Verkäuferin im Blumenladen. Das wusste ich, obwohl ich noch nie eine probiert hatte.
Jetzt, nach ungefähr 1 Jahr, waren die Früchte – bis auf eine – plötzlich nicht mehr voll und prall, sondern schrumpelten und ließen „ließen sich hängen“. Das sah nun gar nicht mehr schön aus, so dass ich zur Schere griff und sie abschnitt. Eine dieser Früchte habe ich aufgeschnitten und fand darin tatsächlich ein rötliches Fruchtmark, das ich vorsichtig probierte. Ich habe ja Mut. Es schmeckte süßsäuerlich. Leider hatte ich die anderen Früchte schon entsorgt, aber mir bleibt ja immer noch die eine, die weiterhin - voll im Saft stehend - den „Baum“ ziert.

Warum man mit 79 eine wichtige Grenze erreicht…

20.06.2008

Mindestens einmal im Jahr mache ich mit einem ehemaligen Kollegen, Freund und zukünftigen Mitbewohner – der Gute ist mit seiner Frau seit vielen Jahren Vorvertragspartner – einen Stadtbummel. Am Anfang steht in der Regel ein deftiges Mittagessen in einer Kneipe ganz in der Nähe unserer früheren gemeinsamen Wirkungsstätte. Bei mir gibt’s regelmäßig Bratkartoffeln, schön mit Speck gebraten, und dazu drei Spiegeleier, weil die bei uns ja nicht zu haben sind. Worüber sich mein Freund immer köstlich amüsiert. Na, der wird sich noch wundern!
Eigentlich müssten die beiden ja dieses Jahr noch bei uns einziehen. Jedenfalls hatten sie bei Abschluss ihres Vorvertrages das Jahr 2008 als Wunschtermin angegeben. Aber nun erzählte er mir, seine Frau und er würden sich ja noch sooo fit fühlen und wollten noch warten. Er hätte auch gerade ein Gespräch mit unserer Vertragsreferentin gehabt. Ich fragte ihn: „Und was sagt die dazu?“ Er druckste ein wenig herum und meinte dann: „Sie hat mich ganz freundlich darauf aufmerksam gemacht, dass wir beide im nächsten Jahr 80 werden würden. Und dass ich an die PER denken sollte. Jetzt sag mal im Ernst: Ist diese PER denn wirklich von Vorteil? Was habe ich davon?“
Mir war natürlich sofort klar, worum es hier ging: Die PER oder Pflegekostenergänzungs-Regelung ist eine „Einrichtung“, die es meines Wissens nur im Augustinum gibt. Ich überlegte, wie ich meinem Freund das Wesen der PER – und ihre Vorteile – an einem exemplarischen Beispiel deutlich machen konnte. Und dann erzählte ich ihm von meinen Schwiegereltern, die erst nach langem Drängen von Seiten meiner Frau und mir, bereit waren, in ein Seniorenheim zu gehen. Als sie mit fast 90 Jahren dort einzogen (nicht ins Augustinum, sondern in ein anderes, vergleichbares Haus), zahlten sie für ein schönes 2-Zimmer-Appartement knapp 3.000 €, und für eine gewisse Zeit war alles bestens. Dann wurden beide fast gleichzeitig pflegebedürftig und von der Pflegekasse in Pflegestufe 2 eingestuft. Das bedeutete immerhin, dass plötzlich pro Person rund 2.400 € an Pflegekosten dazu kamen. Daran beteiligte sich die Pflegekasse mit etwas mehr als 900 € monatlich. Blieben für meine Schwiegereltern also immer noch 1.500 € sozusagen als „Eigenanteil“. Pro Person.
Mein lieber Freund und Kollege hatte bis dahin interessiert meinen „Ausführungen“ gelauscht. Jetzt versetzte ich ihm den „Gnadenstoß“, indem ich sagte: „Du kannst doch so gut rechnen. Wenn du das alles nachvollziehst, kommst du im Monat auf gut und gern 6.000 €, die von den beiden monatlich auf den Tisch des Hauses gelegt werden mussten. Und das, mein Lieber, überstieg ihre monatlichen Einnahmen um ein Beträchtliches. Gott sei dank hatten sie noch ein ganz hübsches finanzielles Polster, aber meine Schwiegermutter wollte partout hundert Jahre alt werden. Das hatte sie sich fest vorgenommen. Ehe du fragst: Sie verstarb kurz vor ihrem 96. Geburtstag, mein Schwiegervater folgte ihr kurz darauf.“
Ich sah, wie es im Kopfe meines Freundes „arbeitete“. Dann bemerkte er ganz cool: „Und was macht nun die PER?“ Ich sagte: „Die PER, mein Lieber, reduziert für dich den Eigenanteil auf maximal 400 €, wenn Du noch vor Beendigung deines 79. Lebensjahres ins Augustinum einziehst. Danach beträgt der Eigenanteil 500 €. Das ist kein Riesenunterschied, aber immerhin. Meine Schwiegereltern jedenfalls hätten in einem Augustinum rund 2.000 € sparen können. Monat für Monat.“
Mein Freund blickte auf seine Uhr. Unser Essen hatte weit länger gedauert, als beabsichtigt. Mein Freund meinte, er wolle sich noch mit seiner Frau treffen. Ich bat ihn, ihr einen schönen Gruß zu bestellen. Er schien mir etwas abwesend, als wir uns verabschiedeten.

Vegetarier leben länger. Aber wieso?

17.06.2008

Es gibt heutzutage nichts in unserem Leben, was nicht von Wissenschaftlern akribisch untersucht und uns anschließend in den Medien brühwarm mitgeteilt wird. Demzufolge leben Vegetarier länger, als der Fleisch konsumierende Teil der Gattung Mensch. Das ist jedenfalls das Ergebnis einer Langzeitstudie des Deutschen Krebsforschungszentrums. Man stellte fest: Die Sterbequote der Frauen war bei den Vegetariern um etwa 30%, bei den Männern sogar um 60% reduziert. Dabei schnitten die „moderaten“ Vegetarier, die gelegentlich auch mal Fisch oder Fleisch aßen, ähnlich gut ab wie die strengen Veganer, die grundsätzlich keinerlei tierische Produkte zu sich nahmen. Aus welchen Gründen auch immer. Am Verzicht auf den Fleischkonsum allein konnte die längere Lebenserwartung also nicht liegen.
Andererseits zeigen sich – laut anderen Untersuchungen – bei den strengen Vegetariern aber auch keine Mangelerscheinungen, wie es von den „Gegnern“ oft behauptet wird. Gibt es also vielleicht andere Gründe, dass Vegetarier länger leben? Manche Forscher meinen, es könnte der alles in allem gesündere Lebensstil sein, den die Vegetarier bevorzugen. Sie trinken weniger Alkohol, es finden sich kaum Raucher unter ihnen, und sie bewegen sich mehr an der frischen Luft. Fazit: Wenn Sie sich eines ähnlichen Lebensstils befleißigen, können Sie möglicherweise auch als Nicht-Vegetarier uralt werden. Probieren Sie es einfach mal aus.