Die “wahren” Väter sind andere…
06.05.2008Am letzten Donnerstag war der 1. Mai. Und Himmelfahrt. Und Vatertag. Wenn Sie mich fragen: Alles zusammen eine höchst „unheilige“ Konstellation. Über die Ausschreitungen in Hamburg will ich hier gar nicht reden. Das ist über Fernsehen und Presse zur Genüge getan worden. Wir waren zudem weit vom Schuss und haben nichts davon mitbekommen. Unsere Gegend ist von Chaoten nicht gefragt. Dass, wie in diesem Jahr, 1. Mai und Himmelfahrt auf einen Tag fallen, kommt nur alle 152 Jahre vor. Habe ich gelesen. Also können wir das getrost vergessen. Aber Himmelfahrt und Vatertag an einem Tag, das kommt jedes Jahr wieder. Und das heißt, dass an diesem Tag Zehntausende von Vätern und solchen, die es einmal werden wollen, in kleinen und größeren Gruppen zu „feuchtfröhlichem“ Treiben ausschwärmen. Wobei es nicht immer nur beim „Schwärmen“ bleibt. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht: Ich jedenfalls empfinde es als ein Unding, dass Christi Himmelfahrt und Vatertag ausgerechnet am selben Tag gefeiert werden müssen. Wirklich „müssen“? Wenn Sie mal auf http://de.wikipedia.org/wiki/Vatertag gehen, finden Sie dort über die ganze Welt verteilt 24 Länder, die alle einen Vatertag haben. Und zwar an den unterschiedlichsten Tagen im Jahr. Einzig Deutschland feiert den Vatertag an Himmelfahrt.
Etliche Länder feiern am 3. Sonntag im Juni. So auch die USA. Dort ist der Vatertag sogar ein regelrechter nationaler Feiertag. In den meisten Ländern feiert man den Vatertag ähnlich dem Muttertag. Mit kleinen Geschenken für den Vater, im engsten Familienkreise oder bei gemeinsamen Ausflügen. Am besten gefällt mir Südkorea. Dort wird der Vatertag als „Children’s Day“ bezeichnet. Er ist als nationaler Feiertag frei, um speziell den Vätern die Möglichkeit zu geben, mit ihren Kindern im Park zu spielen und überhaupt möglichst viel Zeit mit ihnen zu verbringen.
Meine uneingeschränkte Bewunderung haben jene Väter, die sich geradezu rührend um ihre Kinder nach einer gescheiterten Ehe kümmern. Genauso wie die Ehescheidungen immer mehr zunehmen, trifft es auch die Kinder immer häufiger. Wie man in der Presse lesen kann. In letzter Zeit saß ich bei samstäglichen Fahrten mit unserem 112er Bus, der am Hamburger Hauptbahnhof vorbeikommt, mehrfach ganz offensichtlich Vätern gegenüber, die ihre Söhne zum Wochenende zu Besuch hatten. Ich merkte es vor allem daran, dass diese Söhne einen prallgefüllten Rucksack trugen, während die Väter „solo“ waren. Es war auch ganz anders, als wenn man sonst Vater und Sohn zusammen sieht: Man konnte es direkt spüren: Diese Zweisamkeit war etwas ganz Besonderes. Für beide. Ich finde, das sind die „wahren“ Väter. Väter, die statt einer einmaligen „Sause“ vieles auf sich nehmen, um ihren Kindern, so oft es nur möglich ist, ganz nahe zu sein.