Archiv für 01.2008

Überkommt es Sie auch manchmal?

30.01.2008

Heute morgen hatte ich plötzlich eine kreative Phase. Es war gegen ½ 8. Ich lag im Bett und döste vor mich hin. Schließlich war es noch dunkel draußen. Und dann sprang sie mich an: die Idee für einen neuen „Blog“-Beitrag. Gleich danach lag auch die Überschrift fix und fertig formuliert in meinem Kopfe vor. Schnell „springe“ ich aus dem Bett, „sprinte“ zum Schreibtisch, schreibe die Formulierung nieder. Und lege mich wieder hin. Wie gesagt, es war ja noch dunkel draußen.  

Es war teuflisch. Mindestens 3 – 4 mal bin ich noch aufgesprungen und habe etwas nieder geschrieben. Ganz schön anstrengend kann ich Ihnen sagen. Aber auch nachahmenswert. Auf diese Weise lassen sich nämlich die verschiedensten Probleme lösen. Zumindest im Ansatz. Voraussetzung: Ihr Kopf muss im Moment der „Eingebung“ frei von allem Ballast sein. Gleiches passiert mir noch häufiger unter der Dusche, mit dem Unterschied, dass ich da nicht mal eben zum Schreibtisch flitzen kann. Zu dumm!   

Wenn Sie eine Idee haben, wie man unter der Dusche Notizen machen kann, ohne sich dabei umzubringen, dann schreiben Sie es bitte hier. Ich werde Ihnen ewig dankbar sein.

“Was wollen Sie? Sie sind 80…”

29.01.2008

Kürzlich wurde ich von einer Mitbewohnerin angesprochen. Sie meinte, sie müsste ihrem Herzen einfach mal Luft machen. Und dann sprudelte es aus ihr heraus…..aber hören Sie selbst, was die Dame so sagte: „Ich war in letzter Zeit bei einigen Ärzten. Eigentlich nur zu den üblichen Routine-Untersuchungen. Dass ich dabei auch von dem einen oder anderen kleinen Wehwehchen gesprochen habe ist sicher verständlich. Weniger verständlich war für mich die Reaktion der Ärzte. Wissen Sie, was die gesagt haben?“ Ich hob fragend meine Augenbrauen. „Die haben gesagt: Was wollen Sie? Sie sind 80!“  Unter uns gesagt: Die Dame konnte sich gar nicht mehr beruhigen, so hatte sie sich in Rage geredet.

Schließlich kam heraus, was sie so geärgert hatte. Es war die magische Zahl 80. Sie meinte auch, als sie noch 79 war, hätte kein Arzt darüber auch nur ein Wort verloren. Aber 80, das wäre wohl für viele Menschen – auch Ärzte? – irgendwie der „Wendepunkt“. Dabei sähe sie das gar nicht ein. Sie hätte in ihrem Leben so viele kleine und größere Schicksalsschläge hinnehmen müssen, mit Krankheiten, Pflege von nahen Angehörigen, Todesfällen und anderem. Und jetzt, wo es ihr relativ gut ginge, sie im Augustinum sorglos das Leben genießen könnte und Lust hätte, noch so manches zu unternehmen, sollte sie demütig und bescheiden sein? Nur, weil sie 80 geworden war? Nein, nicht mit ihr!
 Ich konnte ihr nur das ehrliche Kompliment machen, dass ich sie für 75 gehalten hätte. Ja, meinte sie, das hätten ihr die Ärzte schließlich auch gesagt, aber erst nachdem sie ihr genüsslich ihre 80 Jahre aufs Butterbrot geschmiert hatten. Was sollte ich dazu noch sagen? Insgeheim aber dachte ich bei mir, dass eben nicht jeder Arzt auch ein guter Psychologe ist.  
 

Wie war das noch mit ….. Schach?

24.01.2008

Seit gut einem Jahr gibt es bei uns einmal in der Woche ein Schachseminar. Das Seminar ist kostenlos, weil die Stiftsdirektion meint „Schachspielen ist für ältere Menschen ein gutes Gedächtnistraining und hält fit im Kopf”. Meine letzte Partie muss garantiert mehr als 50 Jahre zurückliegen. Genau heute vor drei Wochen habe ich mich aufgerafft, zumindest einmal zuzuschauen. Leider war nur ein einziges Paar am Werke. Da lag es nahe, dass der Seminarleiter – normalerweise Jugendtrainer im Hamburger Schachklub von 1830 und außerdem Schachjournalist – nach dem Strohhalm griff und mich zu einer Partie einlud. Das hatte ich nun davon. 

Was soll ich sagen? Das Schachspielen verlernt man offenbar genauso wenig wie das Rad fahren. Natürlich habe ich das Spiel verloren, aber nicht den Test. Ich bekam gleich noch Anschauungsunterricht, wie ich einen Kontrahenten im Endkampf nur mit dem König und einer Dame oder zwei Türmen mattsetzen kann. Das wollte ich eine Woche später an einem geeigneten „Opfer“ ausprobieren.  Gedacht, getan. Es war eine Mitbewohnerin. Am Anfang sah es so aus, als wollte sie mich glatt vom Brett „fegen“, falls der Ausdruck gestattet ist. Meine Figuren wurden weniger und weniger. Zur Mitte der Partie aber wendete sich das Blatt. Schließlich hatte ich mehr und bessere Figuren als sie. Das „Ende“ war abzusehen. Leider bekam ich keine Gelegenheit, mich im „Mattsetzen“ zu bewähren. Die Partnerin gab schlicht und ergreifend auf.  

Heute war also das dritte Mal. Wieder eine Bewohnerin. Es war ein harter Kampf. Und plötzlich hatte ich die Dame Matt gesetzt. Ganz unter uns gesagt: Ich wusste gar nicht, wie mir geschah. Natürlich musste ich Revanche geben. Mit dem Erfolg, dass ich nun plötzlich Schachmatt war. Und zwar ebenfalls ziemlich überraschend. Das machte mir aber gar nichts aus. Ich finde, das Verlieren kann genau so aufregend sein wie das Gewinnen. Wichtig ist, dass man seine kleinen grauen Zellen mal wieder zum Arbeiten bringt und in Gang hält. Dafür ist Schachspielen mit Sicherheit ein gutes Rezept. Und Spaß macht es auch.  

Falsch “etikettiert”.

23.01.2008

Stellen Sie sich vor, Sie kaufen ein Glas Vierfruchtmarmelade. Beim Aufmachen merken Sie: Es ist Erdbeermarmelade. Allerdings mit einem guten Schuss Whisky drin. Vielleicht sind Sie sogar angenehm überrascht, vielleicht aber auch nicht. So erging es uns, als wir vor ein paar Tagen ein Konzert hatten, das angekündigt war mit „Klassik, Jazz, Folklore und vieles mehr.“  Unter uns gesagt: Ich habe lange gezögert, ob ich hin gehen sollte. Wenn Musiker „alles“ können und alles machen, bin ich immer ein wenig misstrauisch. Ich dachte sogar an „Alten-Tingeltangel“. So nennen wir das, wenn ein Einzel-Künstler oder ein Ensemble von allem etwas bietet und sich darauf verlässt, dass etwas davon den lieben Alten schon irgendwie gefallen wird. Aber da kennen die unsere Ansprüche schlecht. Vielleicht dachte der eine oder andere aus der Bewohnerschaft ähnlich wie ich und ist lieber Zuhause geblieben. Und hat damit zweifellos etwas versäumt. Denn das Ensemble – Klavier, Geige, Cello, Percussion – war echt beeindruckend, spielte mit Freude, Leidenschaft und Können. Und wie war das nun mit der Erdbeermarmelade und dem guten Schuss „Whisky“? Nun: Rund 80% der gespielten Stücke waren „Irish“. Irische Folklore, von hauptsächlich irischstämmigen Künstlern hinreißend dargeboten. Hamburg liebt irische Musik. Wäre das Konzert entsprechend angekündigt worden, wäre die Besucher-Resonanz mit ziemlicher Sicherheit noch weitaus größer gewesen. So hatten wir 37 Besucher, was rund 25% der Bewohner entspricht. Gewiss nicht schlecht, aber auch nicht so gut wie erwartet.

Unsere Kulturreferentin, die von der veränderten „Programmausrichtung“ auch erst sozusagen in „letzter Minute“ erfuhr, hat die Ensemble-Mitglieder später darauf angesprochen. Die Erklärung war so simpel wie einleuchtend. Wegen des kurzfristigen Ausfalls eines Musikers hatte man den Schwerpunkt auf den irischen Teil des Programms verlagern müssen. Für meinen Geschmack „Gott sei dank“. Aber andere können anders darüber gedacht haben. Wer weiß?

Große, geheimnisvolle Augen blickten mich an…

21.01.2008

Es geschah beim Surfen quer durch die Internetseiten des Augustinums. Plötzlich war sie da. Wir sahen uns an – sie mich, ich sie. Ich hatte schon das eine oder andere über sie gelesen. Dass sie für Weisheit stehe, ein Glücksbringer sei und einiges mehr. Und nun – na, ja. Neugierig? Dann klicken Sie doch mal drauf: www.augustinum-wohnstifte.de . Ich schätze, es wird Ihr Schade nicht sein: Da gibt’s was gratis.