Archiv für 09.2007

Mir will doch partout der Name nicht einfallen!

11.09.2007

Ganz egal, ob das nun der Name eines Mitbewohners ist oder der einer Filmschauspielerin, die ich in meiner Jugend mal sehr verehrt habe oder auch der eines mir besonders unsympathischen Politikers. (Ich könnte hier Namen nennen, tue es aber nicht.) Ist das nun eine Alterserscheinung oder ganz normal? Wenn ich mit jüngeren Leuten über diese „Problematik des alternden Menschen“ rede, wird mir des öfteren gesagt: „Ach, das geht mir auch so.“ Mag ja alles sein, aber was habe ich davon? Folglich habe ich überlegt: Wieso ausgerechnet Namen? Und Sie werden staunen, auf welche Lösung ich gekommen bin. Ich weiß, dass mir des öfteren auch andere Begriffe fehlen. Aber für diese Begriffe gibt es in aller Regel Ersatz-Begriffe, wenn Sie’s lateinisch haben wollen: „Synonyme“. Meine Erfahrung ist: Man muss, wenn mal was fehlt, nur eine kleine Kunstpause machen und dann mit Nachdruck und bedeutungsschwer das Ersatzwort bringen, dann merkt keiner was. Aber für Namen von Personen gibt es nun mal keinen Ersatz. Ich kann doch nicht statt „Helmut Schmidt“ als Ersatznamen „Helmut Kohl“ sagen. Wo kämen wir denn da hin? Man würde mir doch glatt eine Demenz andichten. Wie denken Sie über dieses Problem? Meinen Sie, dass meine Erklärung richtig sein könnte? Oder haben Sie eventuell Erfahrung mit einem Kursus „Gedächtnis-Training“ im Augustinum? Oder stehen Sie mehr auf den vielgepriesenen Lecithin-Produkten? Ich wäre Ihnen für jede Art Auskunft ausgesprochen dankbar. Ihr U. N.   

Gebrauchsanweisung für einen Flirt mit dem Blog

10.09.2007

„Neumanns Welt“ besteht jetzt seit ungefähr einem Monat als „Blog“. Des öfteren werde ich angesprochen und gefragt: „Was ist eigentlich ein Blog?“ Vermutlich habe ich die Bekanntheit dieses Begriffs in „unseren Kreisen“ ein wenig überschätzt, deshalb will ich die Begriffsbestimmung sowie nähere Erläuterungen zum Umgang mit dem Blog gern nachholen.  

Der Begriff Blog kommt aus dem Englischen „Weblog“ und ließe sich wohl am besten übersetzen mit „Logbuch oder auch Tagebuch im Internet“ („Web“ heißt bekanntlich Netz. „Worldwide Web“, abgekürzt „www“, ist die Abkürzung für weltweites Netz oder Internet). Und da wir heute im Zeitalter der Abkürzungen leben, wurde auch Weblog verkürzt zu „Blog“. Es gibt Blogs von Unternehmen (bei Siemens hatte der Vorstandsvorsitzende Klaus Kleinfeld einen eigenen Blog), Blogs von Organisationen aus Forschung und Lehre, von Medien, von freien Journalisten und eben auch einen von Uwe Neumann, der von seinem Leben im Augustinum berichtet und seine Gedanken zum Thema Älterwerden darlegt.

 Sie, als „Besucher“ des Blogs, erleben damit eine neue Form der Kommunikation, Information und Diskussion. Sie können zu den verschiedensten Themen Ihre persönliche Meinung sagen und aus Ihren Erfahrungen einen Diskussions-Beitrag leisten, indem Sie unter dem jeweiligen, von mir geschriebenen Artikel, das „rot“ gedruckte Wort „Kommentar“ anklicken. Auch wenn da schon steht “5 Kommentare”. Sie können den ursprünglichen Beitrag kommentieren oder auch einen der Kommentare - ganz wie Sie wollen. Ihr Kommentar ist dann eben der sechste. Es erscheint sogleich ein Antwortfeld, in das Sie Ihren Namen schreiben und außerdem Ihre e-mail-Adresse. Diese Adresse ist nur für Sie sichtbar und für niemand Unbefugten. Für alle weiteren Kommentare, die Sie vielleicht noch einmal abgeben wollen, nimmt Ihr PC – schlau wie er ist – Ihnen die Arbeit des Adressenschreibens bereits ab, indem er automatisch Ihren Namen und Ihre e-mail-Adresse angibt. Sie brauchen also nur noch jeweils – Ihren Kommentar zu schreiben und abzuschicken.  Viel Spaß dabei.

Kaum zu glauben: Jedes Bild hing da, wo es hin gehörte…

06.09.2007

Heute traf ich eine Dame, die mir erzählte, dass sie in Kürze bei uns einziehen wird. Die Umzugsleute wären schon bestellt. Jetzt war ihre Sorge, wer ihre vielen Bilder aufhängen würde. Bei früheren Umzügen hätte das immer ihr Mann gemacht. Ich konnte sie beruhigen. Und zwar erzählte ich ihr, wie es mir ergangen war, als ich einzog. Man hatte mir gesagt, ein Haus-Handwerker würde das Bilderaufhängen für mich machen. So war es denn auch. Als er kam, zeigte ich ihm das Stück Wandfläche, das ich für die Bilder vorgesehen hatte. Es waren hauptsächlich kleinformatige Stiche, aber auch einige großformatige Graphiken. Mir war klar: Das alles musste mit viel Gefühl „austariert“ werden. Da klingelte das Telefon. Es war jemand, den ich unmöglich abwimmeln konnte. Also sprach ich mit meinem fernen Gesprächspartner, während mein lieber Handwerker sich das erste Bild schnappte, es an die Wand hielt und mich fragend ansah. Ich nickte, und schon hing das Bild. Es kam das nächste und das übernächste usw. Als ich mein Telefonat beendet hatte, hingen da insgesamt 7 Bilder unterschiedlicher Größe in einem absolut ausgewogenen Verhältnis. Ich muss ehrlich gestehen, ich hätte das nie im Leben so hingekriegt.  Später stellte sich heraus, dass diese Handwerkerhilfe zum „Einzugs-Service“ des Hauses gehörte und nicht einmal etwas kostete. Wie schön für mich. 

Man sollte sich nie für den Nabel der Welt halten

03.09.2007

Vor rund 20 Jahren – ich war da bereits über 50 – wurde ich beim Einkaufen des öfteren mit „junger Mann“ angesprochen. Das ging mir runter wie Öl. Zehn Jahre später war ich immer noch der „junge Mann“. Langsam kam mir das spanisch vor. Jetzt, mit über 70, glaube ich bald gar nichts mehr. Und das kam so…
Ich stand bei Karstadt etwas unschlüssig vor den elektrischen Zahnbürsten, als ich eine Verkäuferin zur anderen sagen hörte: „Frau Krause, hilf doch mal dem jungen Mann.“ (Für Nicht-Hamburger: „Du, Frau Soundso“ ist der ganz normale Umgangston zwischen Hamburger Verkäuferinnen.) Als ich „junger Mann“ hörte, fühlte ich mich natürlich sofort angesprochen. Leider musste ich feststellen, dass ich gar nicht gemeint war. Sondern ein anderer Mann, der meiner Meinung nach mindestens 50 Jahre älter aussah als ich. Junge, Junge, war das ein Schock. Können Sie sich das vorstellen, meine Herren
Und die Frage an die Damen, die dies möglicherweise lesen: Ist Ihnen  so etwas auch schon mal passiert? Ich meine, dass Sie von Verkäufern als „junge Frau“ angesprochen wurden? Das wäre dann doch wohl die wahre Gleichberechtigung.