Seit gestern stehen wir “im Regen” - fragt sich jetzt wie lange…

Geschrieben am 17.05.2012 von Uwe Neumann

Bei uns in Hamburg ist fast jede Bus-Haltestelle mit einer “Wartehalle” ausgestattet. Vorgefertigte Wartehallen mit Dach, Windschutz und einer integrierten Bank für bis zu 3 Personen gehören zur Kategorie “Stadtmöblierung” und werden meines Wissens den Städten von den verschiedensten Firmen mehr oder weniger kostenfrei angeboten. Dafür dürfen diese Firmen die “Stadtmöbel” mit Werbung versehen und dafür natürlich Geld kassieren. Es ist also wie man heute so schön sagt für beide Seiten eine Win-win-Situation.
Kürzlich hat die Stadt die Verträge neu ausgeschrieben. Gewinner war die Firma, die auch bisher die Wartehallen aufgestellt hatte. Offenbar sind aber einige Verbesserungen vereinbart worden. Jedenfalls sieht man überall in der Stadt neue Wartehallen. Jetzt ist es auch bei uns so weit. Es kündigte sich schon vor einigen Wochen an. Da war unsere Wartehalle plötzlich mit den bekannten weiß-roten Gittern abgesperrt, hinter diesen Gittern hatte sich allerdings wenig getan. Es waren lediglich drei Steinplatten aus dem “Fußboden” entfernt worden und dadurch an diesen Stellen der blanke Sandboden zu sehen. Die Absperrung war vermutlich nur eine versicherungstechnisch erforderliche Warnung, dass man sich nicht die Haxen brechen sollte.
Mutige Fahrgäste haben daraufhin umgehend die Absperr-Elemente entfernt und hinter der Wartehalle abgelegt. Ansonsten passierte wie gesagt einige Wochen lang gar nichts.
Seit gestern ist nun alles anders. Die Wartehalle ist weg. Verschwunden. Kommentarlos abgebaut. Damit auch der Fahrplan-Aushang und alles was dazu gehört. Jetzt müssen wir sehen, wie wir damit zurecht kommen. Glücklicherweise ist unsere Haltestelle eine Endhaltestelle. Man kann sich also auf die Abfahrtzeiten verlassen. Und die hat jeder von uns mehr oder weniger intus. Der Bus fährt immer “3 nach Voll” und dann alle Viertelstunde. Für die Abendstunden und besondere Ausnahmen kann man bei uns am Empfang nachfragen.
Es gibt nun zwei Probleme: Das eine ist die Tatsache, dass wir uns nicht mehr hinsetzen können sondern die Zeit des Wartens stehend verbringen müssen. (Die nächste Parkbank ist ca. 20 m entfernt und wäre eventuell eine Alternative. Dann muss man allerdings höllisch aufpassen, wann der Bus sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite in Bewegung setzt.) Das zweite Problem ist, dass wir kein Dach mehr über dem Kopf haben. Es sollte sich also jeder überlegen, wie er zur Haltestelle kommt, ohne sich dort lange aufhalten zu müssen.
Als erstes werde ich also ganz genau meine effektive “Laufzeit” festhalten. Von unserem Empfang bis zur Haltestelle. Dann muss ich einkalkulieren, wie lange ich möglicherweise mit dem Fahrstuhl unterwegs bin. Das ist nicht so leicht zu sagen. Immerhin wohne ich im 7. Stock. Da können also unterwegs eine Menge Leute ein- oder aussteigen. Besonders beim Aussteigen während der Mittagszeit gibt es die eine oder andere Abschiedszeremonie oder ein begonnenes Gespräch muss noch schnell beendet werden. Da stehen die anderen Fahrgäste dann schon mal wie auf “Kohlen”, wenn die Zeit knapp ist. Außerdem lassen unsere Aufzüge sich ziemlich viel Zeit, ehe sie sich wieder in Bewegung setzen. Das ist im Prinzip gut, denn wir sind ja auch nicht mehr die Schnellsten. Da kommt also eines zum anderen.
Sie sehen: Das Leben ist gar nicht so einfach. Selbst in einem Augustinum nicht.

Vielleicht werden Sie mich jetzt mitleidig belächeln…

Geschrieben am 14.05.2012 von Uwe Neumann

Vielleicht aber auch verständnisvoll bemitleiden. Die Geschichte beginnt mal wieder - tut mir leid - mit meinem neuen Telefon. Das hat, wie das heute wohl üblich ist, einen integrierten Anrufbeantworter. Das finden viele vermutlich vorteilhaft. Ich zunächst auch.
Zweifel kamen mir, als mir der “AB” mit einem weißen Blinklicht anzeigte, dass er ein Gespräch für mich aufgezeichnet hatte. Nachdem ich den Knopf zum Abhören des Gespräches gedrückt hatte passierte gar nichts. Außer, dass das vermaledeite Blinklicht fröhlich weiter blinkte. Was mich nach und nach dem Wahnsinn nahe brachte.
Meine Vermutung war, dass jemand nachdem er die Aufforderung zum Sprechen gehört hatte, von Panik ergriffen wurde und auflegte. Und zwar ohne etwas zu sagen. Leider hatte der Anrufbeantworter bereits reagiert. Als ich das Blinklicht ausschalten wollte und nicht wusste wie, las ich in der Gebrauchsanweisung,dass mein eigentlich so “einfaches” Telefon mir ein umfangreiches “Menü” zur Verfügung stellte, auf dem ich aber auch alles was vorkommt ein- und auch abstellen konnte. Daran versuchte ich mich, bis ich mich plötzlich - ich wusste nicht wie - im Spanisch-Modus befand. Das heißt: Alle Angaben im Display waren jetzt auf Spanisch. Ich kann ein bisschen Spanisch, holte aber trotzdem unseren “Filou”, einen jungen Mann, der bei uns ein freiwilliges soziales Jahr macht. Der surfte in Windeseile durch das Menü, drückte hier, drückte da und siehe da: Plötzlich war das Blinklicht weg und Uwe Neumann happy.
Jetzt könnte die Geschichte eigentlich zu Ende sein, wenn mir mein Telefon nicht nach einiger Zeit aus heiterem Himmel eine hübsche kleine Melodie vorgespielt hätte. Für hübsche kleine Melodien ist eigentlich meine Stereo-Anlage zuständig. Ich war völlig perplex und dachte schon, dass mir irgendjemand - auf welchem unerfindlichen technischen Wege auch immer - einen Streich spielen wollte. Ich nahm daher den Hörer ab und legte ihn gleich wieder auf. Das war ein Fehler, wie ich jetzt weiß. Diesen Fehler wiederholte ich im Laufe der nächsten Stunde noch ein paar Mal. Irgendwann merkte ich, dass auf meinem Display eine Mobilfunk-Nummer angezeigt wurde. Ich wollte mir schließlich diese Nummer merken und dem Bösewicht mal ordentlich die Meinung geigen. Unsere Empfangsdame riet mir davon ab, denn man wüsste nie, auf welch verschlungenen Wegen mein Anruf wer weiß wohin weiter geleitet würde. Das könnte teuer werden.
Beim nächsten Mal zeigte mein Display die Nummer einer Mitbewohnerin an. Erstmalig legte ich nicht einfach auf sondern meldete mich versuchsweise. Ich hörte die Stimme meiner Mitbewohnerin, die sich offensichtlich verwählt hatte und sich auch dafür entschuldigte.
So langsam schwante mir was: Offensichtlich hatte unser Filou beim Surfen durch das “Spanische” Menü unter anderem auch einen Klingelton erwischt und “aktiviert”. Ich wusste gar nicht, dass so etwas auch in einem “heutigen” Festnetz-Telefon vorhanden ist. Jetzt bin ich noch am Überlegen, ob ich alles so lasse oder zu meinem schrillen, aber auch sehr schön lauten “Geklingele” zurück kehre.
Haben Sie sich jetzt tot gelacht über mich Blödmann? Oh, das tut mir aber leid.

PS. Das blöde Blinken kriege ich neuerdings weg, indem ich einfach den Stecker aus der Steckdose ziehe und wieder rein stecke. Das war nun tatsächlich mal “meine” Idee. Wie mein lieber Vater immer sagte: “Der Mensch kann noch so dumm sein, er muss sich nur zu helfen wissen.”

Ich kann nicht schwimmen. Was interessiert mich da der Hafengeburtstag in Hamburg?

Geschrieben am 11.05.2012 von Uwe Neumann

Im Moment findet gerade die Einlaufparade zum 823. Hamburger Hafengeburtstag statt. Und ich kann nichts davon sehen. Zum einen weist mein Fenster in die falsche Richtung und zum anderen sitze ich - wie sie vielleicht merken - gerade an meinem Computer und kann sowieso nichts sehen.
Aber natürlich höre ich die Schiffshörner. Dass ich nichts sehen kann, finde ich nicht so tragisch. Schließlich habe ich in den letzten 12 Jahren genug davon gehabt. Und es sind doch immer nur Schiffe. Natürlich nicht immer dieselben, aber manche - vor allem die großen Windjammer - kennt man eben doch schon. Also, warum das Geschrei, wenn tatsächlich mal etwas Neues dabei ist?
Bei uns schwimmen sie ja auch immer nur vorbei. Ja, wenn mal eins untergehen würde - was Gott verhüten möge - das wär’ natürlich was anderes. Ich könnte aber doch nichts dran ändern und jemanden retten, denn ich habe nie Schwimmen gelernt. (Ein Loch im Trommelfell seit frühester Kindheit.)
Richtig lustig ist es sowieso nur an den Landungsbrücken, wo dann alles zusammenkommt. All die Schiffe und in den nächsten drei Tagen ein paar Millionen Zuschauer.
Ich glaube, da kann man vor all den Zuschauern keine Schiffe mehr sehen. Also nehmen Sie es mir nicht übel: Darauf kann ich wie gesagt auch gern verzichten.

Und wieder einmal bin ich reingefallen…

Geschrieben am 10.05.2012 von Uwe Neumann

Vor nicht allzu langer Zeirt war ich auf dem Hamburger Dom. Für Nichthamburger: Der Hamburger Dom ist nicht etwa die höchste Kirche Hamburgs sondern das 4 x im Jahr stattfindende Hamburger Oktoberfest oder, um nicht zu übertreiben: Der Hamburger Dom ist eigentlich ein großer Jahrmarkt, aber in Hamburg immerhin eine Institution.
Ich gehe da 1 x im Jahr hin, um mich mal wieder an einer Schweins-Haxe zu laben. Aber es ist leider immer dasselbe: Die Haxen werden jedes Mal kleiner und die Kruste, auf die es mir eigentlich ankommt, immer weniger. Diesmal war die Sache mit zwei Happen erledigt. Ich weiß auch nicht, wie die Schweine das so hinkriegen. Vielleicht könnte ein Student oder eine Studentin der Agrarwirtschaft einmal eine Doktorarbeit darüber schreiben und damit zum Dr. Agr. (agronomiae) promovieren.
Ein Gutes gibt es natürlich: Früher waren die Haxen von viel fettem Fleisch umgeben, heute ist das Fleisch mager, aber die Portion Kruste ist eben auch “mager”. Nur das Weizenbier war gut wie immer. Ein halber Liter, obwohl es für mich auch 0,3 getan hätten. Als ich ging, wollte ich vorsichtshalber schnell noch mal die Toilette aufsuchen. Da fiel mir als erstes ein Schild ins Auge auf dem ganz groß “3 Euro” stand. Ehrlich gestanden: Das fand ich ziemlich happig - dafür, dass ich nur ein einziges Weizenbier getrunken hatte.
Die Klofrau beruhigte mich dann jedoch und meinte, das wäre die Flatrate für die, die mehr als ein paar Biere trinken würden. Na, ja, da konnte und wollte ich ja sowieso nicht mithalten. Für mich taten es dann am Ende 30 Cent. Oder waren es 50? Tut mir leid: So genau weiß ich das wirklich nicht mehr. Aber die 3 Euro hatte ich immerhin gespart.

Alles neu macht der Mai - auch bei uns im Augustinum

Geschrieben am 07.05.2012 von Uwe Neumann

Seit ich im Augustinum bin, konnte ich jeweils ein paar Tage im voraus den “Kulturkalender” für den kommenden Monat in meinem Briefkasten vorfinden. In dem wurden alle kulturellen Veranstaltungen des betreffenden Monats angekündigt und näher beschrieben. Ich konnte mir danach in meinem Tisch-Kalender die Tage und genauen Uhrzeiten eintragen, mit ein paar Stichworten, was mich erwarten würde. Wollte ich es dann doch noch mal genauer wissen, musste ich eben den Kulturkalender an der entsprechenden Stelle noch mal aufschlagen. Das war auch kein Problem so lange ich ihn in meinem Wust von Papieren wieder fand. Und die letzte Möglichkeit war dann immer noch, mich mal im Fahrstuhl umzusehen. Dort wurden die wichtigen kulturellen Ereignisse immer noch einmal “zeitnah” im DIN A3 Format angeschlagen.
Andere Bewohner hatten vielleicht ein anderes System. Auf jeden Fall kam wohl manch einer mit der weiten Vorausschau über einen ganzen Monat nicht so gut zurecht. Deshalb hat das Augustinum nun beschlossen, den Zeitraum zu verkürzen und jeweils für eine Woche “Die Woche” erscheinen zu lassen. Am 1. Mai war der Anfang. Genauer gesagt natürlich am 30. 04.
In “Die Woche” werden in chronologischer Reihenfolge Tag für Tag alle stattfindenden Ereignisse, Veranstaltungen und Termine aufgeführt. Aktuelle Mitteilungen aus den unterschiedlichen Bereichen des Hauses schließen sich an. “Die Woche” ist also praktisch “Kultur und mehr”. Was sicherlich kein Fehler ist.
Wir werden sehen, wie wir mit dem neuen System zurecht kommen. Ich persönlich finde es sehr übersichtlich und vor allem gut “geordnet”. Die Hauptsache ist allerdings, dass ich es zur Not auch immer wiederfinde. Vielleicht sollte ich mir ja einen ganz bestimmten Platz aussuchen. Dumm nur, wenn ich den dann auch vergesse.
Leider gibt es offensichtlich keine “Wiederholung” mehr in den Aufzügen. Die Frage ist für mich: Will man uns nur disziplinieren oder gibt es für diese Maßnahme vielleicht einen wichtigen Grund, der mir nicht zugänglich ist?